Offenburg Kreuzgang-Konzerte trotzen Corona

Achten auf corona-gerechte Bestuhlung (von links): Rolf und Frank Schilli sowie Edgar Common. Foto: Haberer

Offenburg - Vor Jahresfrist haben die "Offenburger Kreuzgang-Konzerte" das 25-Jährige gefeiert, nun fungiert die Reihe als Versuchsballon für den Ausstieg aus dem kulturellen Lockdown. Auf drei Konzertabende komprimiert, finden sie vom 17. bis zum 19. Juli statt.

Bei einer kleinen Matinee im Hof des Aenne-Burda-Stifts hatte es das "Offenburger Streichtrio" Ende Mai bereits angekündigt. Die "Offenburger Kreuzgang Konzerte" werden auch in diesem Jahr stattfinden. Die 1995 von den drei Musikern des Trios in Kooperation mit dem Kulturbüro aus der Taufe gehobene Reihe wird unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsbestimmungen auch in diesem Jahr alle Freunde der Kammermusik in den Kreuzgang des ehemaligen Klosters locken.

Die Reihe könnte am Ende sogar als Blaupause für den Wiedereinstieg in den seit März am Boden liegenden Kulturbetrieb dienen. Gemeinsam mit Edgar Common vom Kulturbüro haben die Brüder Frank und Rolf Schilli am Donnerstagabend ein Konzept vorgestellt, das den gesetzlichen Vorgaben und Einschränkungen Rechnung trägt. Das letztendlich aber auch den Willen zu einer schrittweisen Überwindung des Krisenmodus, einer Wiederbelebung des Veranstaltungsgeschehens unterstreicht.

Die im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus verordnete Zwangspause hat das "Offenburger Streichtrio" wie alle Kulturschaffenden schwer getroffen. Die ursprünglich im April geplante Veröffentlichung der neuen CD liegt auf Eis. Alle Konzerte wurden abgesagt, wochenlang konnte nicht einmal geprobt werden. Eine Streichung der von dem Trio seit 26 Jahren befeuerten "Kreuzgang Konzerte" war trotzdem nie eine Option.

Sie haben sich mit Edgar Common zusammengesetzt und am Ende eine abgespeckte Notausgabe der Reihe auf den Weg gebracht. Drei Konzertabende, die das Streichtrio und die Pianistin Anna Adamik, die Ehefrau von Cellist Martin Merker im Alleingang bestreiten.

Die Bestuhlung im Innenhof des alten Kapuzinerklosters wurde von 176 auf 64 Plätze mit ausreichend Abstand reduziert. Die Konzerte selbst dauern ohne Pause jeweils rund 50 Minuten, es gibt einen Durchgang um 19 Uhr, einen zweiten um 20.30 Uhr. Karten können nur über den Vorverkauf erworben werden, sie werden erst ausgegeben, wenn die Kontaktdaten der Konzertbesucher hinterlegt sind. Es herrscht Maskenpflicht, bis die Plätze eingenommen sind, der Ein- und Ausgang erfolgt über getrennte Wege.

"Das ist organisatorisch ein enormer Aufwand", wie Edgar Common betonte. Das Prozedere könnt aber als Vorlage für die am 13. September mit der "Oberrhein Konzertreihe" durchstartende Herbstsaison dienen. Die russische Kammerphilharmonie habe bereits zugesagt, zwei Durchläufe eines verkürzten Konzertprogramms zu servieren.

Die "Kreuzgang-Konzerte" werden am Freitag, den 17. Juli mit einem Klavierkonzert starten. Adamik wird zwei Sonaten von Beethoven servieren, darunter die Sonate As-Dur op. 110 aus dem Jahr 1821, ein Werk, das die Überwindung und Genesung von einer schweren Krankheit des Komponisten reflektiert.

Am Samstag, 18. Juli, tritt das "Offenburger Streichtrio" an. Auf dem Programm steht wie bei der Matinee im Mai Beethovens Serenade D-Dur op. 8, dazu eine Nocturne des Ungarn Ferenc Farkas. Am Sonntag, den 19. Juli dann ein "Klassisches Finale" mit Anna Adamik und dem "Offenburger Streichtrio". Auf dem Programm Beethovens Streichtrio G-Dur op. 9 und Mozarts Klavierquartett g-Moll (KV 478).

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