Offenburg Kreisel-Fall: Ehepaar muss sich für Mord verantworten

Akribische Suche: Die Kriminalpolizei war mehrmals am Tatort im Einsatz, um Spuren zu sammeln. Foto: Archiv: Goltz

Offenburg (red/pme) - Der Mord hatte die Ortenau in diesem Frühjahr bewegt: Am 12. Mai wurde nahe des Ortenberger Kreisels ein 43 Jahre alter Mann aus Lahr erschossen aufgefunden. Von kommenden Januar an muss sich ein Ehepaar aus Offenburg für die Tat verantworten. Die Staatsanwaltschaft Offenburg hat Anklage gegen einen heute 53-jährigen Mann und seine drei Jahre jüngere Frau erhoben. Beiden wird gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen. Im Fall des Mannes in Tatmehrheit mit vorsätzlicher Körperverletzung, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

Dem Ehepaar wird zur Last gelegt, so die Pressemeldung, einen zur Tatzeit 43-jährigen Mann aus Lahr "einem gemeinschaftlichen Tatplan folgend mit einer Schusswaffe getötet zu haben". Hierzu habe die Frau das spätere Opfer unter einem Vorwand zum Tatort gelockt, wo ihr Ehemann ihn durch mehrere Schüsse in den Hals und die Brust getötet habe.

Das Motiv sei laut Staatsanwaltschaft von persönlicher Natur. "So habe die Frau vor der Tat mit dem Opfer eine Beziehung mittels intimer Nachrichten über das Handy geführt, was der Ehemann herausgefunden habe." Dadurch habe er sich in seiner Ehre verletzt gefühlt, konstatiert die Staatsanwaltschaft: Der Ehemann allerdings bestreitet eine Beteiligung. "Seine Ehefrau hat angegeben, das Opfer ohne Beteiligung ihres Ehemanns erschossen zu haben, nachdem sie von dem 43-Jährigen am Tatort bedrängt worden sei."

Beide Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft erachtet das Vorgehen des Paars als heimtückisch und sieht niedrige Beweggründe, auch weil die Tat unter bewusster Ausnutzung der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers begangen worden sei. Ihnen drohen im Fall einer Verurteilung lebenslange Freiheitsstrafen.

Dem 53-Jährigen werde darüber hinaus zur Last gelegt, im Rahmen seiner Untersuchungshaft im Juni in der Justizvollzugsanstalt Offenburg einem Mitgefangenen vorsätzlich mit der Faust ins Gesicht geschlagen und diesen hierdurch verletzt zu haben.

Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht Offenburg soll Anfang kommenden Jahres beginnen. Konkrete Termine stehen bislang noch nicht fest.

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