Freiburg Kraftvoll-anarchistisches Plädoyer für Widerstand

Szene aus den "Riot Days" mit der Gruppe Pussy Riot, die in Freiburg gastiert. Foto: Sofeev

Freiburg (red/rha) - Am Vorabend der Präsidentschaftswahlen in Russland gibt es am Samstag, 17. März, im Saal des Freiburger E-Werks ein besonderes Ereignis: Nach gefeierten Aufführungen in den USA kommt die russische Polit-Punk-Gruppe Pussy Riot mit ihrer rebellischen Bühnenshow "Riot Days" erstmals nach Deutschland. Beginn ist um 20 Uhr.

 

Das neue Theaterprojekt beruht auf Maria Alyokhinas gleichnamigem Buch, in dem sie ihre persönliche Geschichte als Performerin bei Pussy Riot erzählt, von den Anfängen der rebellischen Gruppe 2011, über ihre legendären Auftritte, ihre Verhaftung, den Prozess und ihren Aufenthalt in einem sibirischen Gefängnislager bis zur Entlassung 2013. Ein feministisches Punk-Manifesto, ein kraftvoll-anarchistisches Plädoyer für den Widerstand in einer rechts-populistischen, nationalistischen Welt.

Das Moskauer Protestkunst-Kollektiv, gegründet 2011, bestand aus bis zu elf Frauen. Die Gruppe inszenierte nicht autorisierte, provokative Guerilla-Punk-Rock-Aufführungen an öffentlichen Orten, die als Musikvideos im Internet veröffentlicht wurden. Themen des Kollektivs sind Feminismus, LGBT-Rechte und die Opposition gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie seine Verbindungen zur Führung der russisch-orthodoxen Kirche. Globale Berühmtheit erlangte Pussy Riot, als fünf Mitglieder der Gruppe eine Aufführung in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale im Jahr 2012 inszenierten. Die Aktion wurde gestoppt und Nadezhda Tolokonnikova, Maria Alyokhina und Jekaterina Samutsevich verhaftet und wegen "Hooliganismus motiviert durch religiösen Hass" zu je zwei Jahren Gefängnis verurteilt.