Offenburg Kliniken verschieben OPs

Das Ortenau-Klinikum – unter anderem Lahr – verschärft die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. So wird es beispielsweise einen Chatbot geben. Foto: Braun

Offenburg (red/sad) -  Das Ortenau-Klinikum trifft weitreichende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Ab Montag werden alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe verschoben. Die Schaffung von Intensivbetten hat höchste Priorität. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nimmt derzeit weltweit und auch in Baden-Württemberg weiter zu. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen trifft das Ortenau-Klinikum in Abstimmung mit Landrat Frank Scherer weitreichende Vorbereitungen, um die Versorgung der Bevölkerung unter den sich abzeichnenden Herausforderungen anzupassen, heißt es in einer Pressemitteilung des Ortenau-Klinikums.

"Wir stellen uns jetzt frühzeitig so auf, dass wir gut vorbereitet sind und die stationäre Gesundheitsversorgung auch für die kommenden Wochen und Monate sicherstellen. Dafür sind ein besonderes Handeln und weitreichende Maßnahmen notwendig", so Geschäftsführer Christian Keller.

Alles Vertretbare soll auf unbestimmte Zeit verschoben werden

Die wichtigsten Zielsetzungen seien dabei die Versorgungssicherheit sowie der Schutz der Patienten und der Mitarbeiter des Klinikums. Die wichtigsten Maßnahmen, die das Ortenau Klinikum getroffen hat, sind:   Verschieben von Eingriffen:  Ab dem heutigen Montag wird das Ortenau-Klinikum, entsprechend dem dringenden Appell des Bundesgesundheitsministers, an allen seinen Standorten grundsätzlich alle planbaren Aufnahmen, Operationen und Eingriffe -soweit medizinisch vertretbar – auf unbestimmte Zeit verschieben. Das Klinikum wird sich damit auf die Patienten konzentrieren, die jetzt eine Versorgung dringend benötigen.   Intensivplätze schaffen: Darüber hinaus wird das Ortenau-Klinikum die dadurch freiwerdenden Kapazitäten an Betten und Personal dazu nutzen, um mehr Intensivplätze zu schaffen, um möglichst viele Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen durch Covid-19 bereitstellen zu können.   Krisenstab eingerichtet: Das Ortenau Klinikum hat einen zentralen Krisenstab, örtliche Krisenstäbe in den Kliniken sowie mehrere Arbeitsstäbe eingerichtet, die unter Beteiligung aller wesentlichen Abteilungen und Fachkliniken des Ortenau-Klinikums vor allem die medizinischen und personellen Ressourcen des Klinikverbundes bündeln sollen. Im medizinischen Bereich werden dabei insbesondere die Notfallversorgung, die Versorgung mit Intensivmedizin und die Versorgung mit dringend notwendigen operativen Eingriffen berücksichtigt.   Urlaubssperre eingeführt: Darüber hinaus hat das Ortenau-Klinikum mit sofortiger Wirkung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Urlaubssperre ausgesprochen. "Wir benötigen jetzt alle unserer Mitarbeiter und setzen auf ihr großes Engagement und ihre Professionalität", so Keller.

 Besuchsverbot bleibt: Das Klinikum weist darauf hin, dass der Klinikverbund zum Schutz seiner Patienten und Mitarbeiter ab Montag 0.00 Uhr für alle Standorte sowie das Pflege- und Betreuungsheim Ortenau ein absolutes Besuchsverbot verhängt hat.

Regelmäßige Informationen und Updates

Weitere ausführliche Informationen gibt es am heutigen Montag ab 13.30 Uhr im Ortenau-Klinikum in Offenburg, St. Josefsklinik, Weingartenstraße 70 in Offenburg. Reinhard Kirr, Leiter Koordinierungsstab vom Landratsamt, Christian Keller, Klinikum-Geschäftsführer, Peter Kraemer, Medizinischer Direktor, werden alle Fragen zum Thema Coronavirus beantworten. Zudem wird es heute ein Update zu den neuesten Corona-Fällen im Ortenaukreis geben.

Das Landratsamt Ortenaukreis intensiviert seinen digitalen Verwaltungsservice zum Coronavirus. Ein sogenannter "Chatbot" für Kundenfragen steht ab sofort auf der Webseite des Ortenaukreises zur Verfügung. Ich fühle mich krank, was nun? Brauche ich einen Test? Ich habe Fieber, was nun? Ich war kürzlich im Elsass, muss ich jetzt zuhause bleiben? Bekomme ich eine Krankmeldung? Der Chatbot "Ortena" liefert Antworten zu den häufig gestellten Fragen zum Coronavirus. Chatbot bedeutet im Grunde "Chatten mit einem Roboter". "Ortena" beantwortet über das Internet automatisiert Anfragen von Kunden, erbringt Dienstleistungen oder informiert. "Wir sind mit Ortena noch in der Beta-Phase", erklärt Olaf Neumann, Amtsleiter der Zentralen Organisation des Landratsamts Ortenaukreis. "Aber aufgrund des enormen Informationsbedarf in Sachen Coronavirus haben wir kurzerhand eine spezielle Corona-Version entwickelt. Wer dringend Antworten braucht, bekommt hier Auskunft zu den wichtigsten Fragen – das funktioniert per Handy, Tablet oder am Computer, direkt, unbürokratisch, rund um die Uhr und ist eine echte und schnelle Alternative zu den Hotlines", so Neumann. Anhand von Schlüsselwörtern erkennt das System, welches Anliegen der Nutzer hat und sucht die passenden Antworten aus der hinterlegten Datenbank heraus. "Ortena" ist auf der Startseite des Landratsamts im Internet unter www.ortenaukreis.de verlinkt oder über einen QR-Code jederzeit abrufbar.

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