Offenburg Kfz-Innung setzt auf Jugendarbeit

Die Innung baut auf ihre Azubis: Nun sollen Werbevideos jungen Leuten Lust auf eine Kfz-Ausbildung machen. Symbolfoto: Wagner Foto: Lahrer Zeitung

Der Diesel-Skandal hat die Kfz-Innung Ortenau im vergangenen Jahr auf Trab gehalten. Die neuen Anforderungen könnten für die Werkstätten zu großen Investitionen führen. Manches ist womöglich technisch gar nicht machbar.

Offenburg (red/ma). Jung und engagiert, so hat sich die Kfz-Innung Ortenau auf ihrer Jahresversammlung präsentiert. "Wir wollen den Fokus auf die ideelle Arbeit und die junge Generation legen, denn die Nachwuchsgewinnung ist ein ganz zentrales Thema", erläuterte Innungsobermeister Uwe Ringwald am Rande der Versammlung.

Zunächst präsentierte Ringwald auf der gut besuchten Versammlung einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Viel Ärger, so Ringwald, hätten die neuen Abgas-Untersuchungswerte im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal gemacht. "Das bedeutet für unsere Kfz-Betriebe erhebliche Investitionen und teils sind die Vorgaben sogar technisch gar nicht umsetzbar", kritisiert der Innungsobermeister. Erfreuliches gab es über die Jugendförderung und den Ausbildungsbereich und damit die Fachkräftegewinnung zu berichten.

Die Innung sei sehr aktiv auf Berufsinfomessen und Infotagen an Schulen vertreten gewesen, heißt es dazu. Und auch die Ausbildungsbotschafter rührten bei verschiedensten Einsätzen an Schulen und Berufsinfomessen intensiv die Werbetrommel für Kfz-Berufe. Für die Zukunft plant die Innung die Produktion von Videos, die Lust auf eine Ausbildung im Kfz-Handwerk machen sollen und Checklisten für interessierte Jugendliche, die auf einen Blick zeigen, was welcher Ausbildungsbetrieb an Schwerpunkten und Besonderheiten bietet. Ebenso wird sich die Innung mit einer Motorrad-Sternfahrt am Tag des Handwerks am Samstag, 21. September, in Offenburg beteiligen.

Die Arbeit intensivieren und auf mehr Schultern verteilen – das ist der Hintergrund für die Satzungsänderung, die die Mitglieder auf der Hauptversammlung einstimmig beschlossen. Damit kann der Vorstand von bisher fünf nun auf acht Mitglieder erweitert werden. Neu in den Vorstand wurden Niko Steffen (1a-Autoservice Steffen, Nesselried) und Sven Wangler (Autohaus Deusch, Zell) gewählt. Beide sind nun auch Meisterbeisitzer im Prüfungsausschuss für die Gesellenprüfung.

Aus dem Vorstand ausgeschieden ist Harald Mark, bislang stellvertretender Obermeister der Kfz-Innung Ortenau. Großen Raum nahmen die Ehrungen ein, die Uwe Ringwald gemeinsam mit Martin Langeneckert gestaltete. Dass in der Ortenau, genauer gesagt in Zell, der Gewinner des deutschen Werkstattpreises 2018 steht, zeigte die Ehrung der Inhaber des Autohauses Deusch, Beatrice und Sven Wangler. Ihr Autohaus wurde 2018 mit dem Deutschen Werkstattpreis ausgezeichnet. Zudem haben sie mit dem Kfz-Mechatroniker Hannes Roth auch den Kammersieger der Handwerkskammer Freiburg im Jahr 2018 ausgebildet.

In Deutschland werden die fachlichen Interessenvertretungen des Handwerks Innung genannt. Die Mitgliedschaft ist freiwillig, dagegen ist die Mitgliedschaft in der Handwerkskammer für Handwerker obligatorisch. In der Bundesrepublik gibt es 7000 Innungen. Der Vorstandsvorsitzende wird Obermeister genannt. Innungen sind die Nachfolger der Zünfte.

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