Offenburg Jahresbilanz 2018: Rund 5500 Handy-Sünder am Steuer

Polizeidirektor Peter Westermann (links) und Polizeipräsident Reinhard Renter stellten die Verkehrsstatistik vor. Foto: Röckelein

Ortenau - Insgesamt 9900 Unfälle haben sich im vergangenen Jahr im Ortenaukreis ereignet, 41 von ihnen endeten tödlich. Die Polizei rechnet mit einem weiteren Anstieg der Unfälle mit Pedelec-Fahrern.

Ein leichter Anstieg der Gesamtunfallzahl durch mehr "Kleinstunfälle" ohne Personenschaden, weniger Leicht- und Schwerverletzte, dafür mehr Getötete. Das ist die Bilanz der Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Offenburg für das vergangene Jahr, die am Dienstagvormittag in Offenburg vorgestellt wurde. Insgesamt 9990 Unfälle ereigneten sich im Ortenaukreis, in 1592 Fällen kamen Personen zu Schaden. Im gesamten Gebiet des Polizeipräsidiums Offenburg starben 41 Menschen bei Verkehrsunfällen. Die Hauptursachen für die Unfälle sind laut Polizei Vorfahrtsmissachtung, eine zu hohe Geschwindigkeit oder zu geringer Abstand sowie Fahren unter Alkohol, Drogen oder Übermüdung. "Die Hauptrisikogruppe sind aber nach wie vor Zweiradfahrer", so Polizeidirektor Peter Westermann, der den Jahresbericht vorstellte. Zehn der tödlich verunglückten Menschen waren Motorradfahrer, acht Radfahrer sowie fünf Fußgänger. Als Grund für die insbesondere gestiegene Zahl der verunglückten Radfahrer, im Vorjahr waren nur drei Menschen tödlich verunglückt, sieht Westermann das gute Wetter im Sommer. "Gerade an Wochenenden verunglücken die meisten Menschen", fasst er zusammen. Dabei handelte es sich überwiegend um ältere Menschen, drei der Verunglückten wären Pedelec-Fahrer gewesen. "Die Zahl könnte weiterhin steigen. Die Verkaufszahlen von Pedelecs gehen gerade in die Höhe", sagt der Polizeidirektor. Die Ursachen lägen auch hier bei zu hoher Geschwindigkeit, Vorfahrtsverletzungen und Fehler beim Abbiegen. Die Verletzungen würden sich meist im Kopf-, Schulter und Beinbereich befinden. "Insbesondere am Kopf könnte man sich ja durch einen Helm schützen", mahnt Westermann.

Auch die Zahl der zugelassenen Motorräder erhöhe sich stetig, auch hier rechnet Westermann mit mehr Verunglückten. "Viele tödlich Verunglückte sind Raser, oft sind auch Fahrfehler dabei. Bei Motorradfahrern werden Fahrfehler schnell gefährlich. Gerade auf der Autobahn könne es schnell gefährlich werden. Westermann persönlich würde ein Tempolimit auf Autobahnen befürworten. "200 Stundenkilometer ist noch nicht das Schnellste, das wir sehen." Auf der A 5 kam es 2018 zu zwei tödlichen Verkehrsunfällen.

"Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem wir personell keine höhere Verkehrsüberwachung mehr tätigen können", so Westermann. Allein im vergangenen Jahr, wurden 5455 Autofahrer, die zum großen Teil durch Handys abgelenkt waren, erwischt. 9700 Verkehrsteilnehmer hatten keinen Gurt angelegt; aus Gründen der Bequemlichkeit, wie die Betroffenen der Polizei erklärten.

Die Ausreden für das Fehlverhalten seien vielfältig. "Oft heißt es, sie hätten nicht das Handy, sondern etwas anderes in der Hand gehalten. Für mich ist das Handy aber noch kritischer als der fehlende Sicherheitsgurt. Wer sein Handy während des Fahrens benutzt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch andere."

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