Offenburg Imagefilm soll Hoffnung verbreiten

Die Stadt Offenburg präsentiert sich in ihrem Image-Film mit beeindruckenden Bildern. Screenshot: Lübke

Offenburg - Das neue Imagevideo der Stadt Offenburg soll neben dem lohnenswerten Leben dort vor allem eines vermitteln: Hoffnung in der Krise. Was der einstündige Film zu bieten hat? Die Lahrer Zeitung hat das gecheckt.

OB: Tolle Stadt mit tollen Menschen 

"Offenburg ist eine tolle Stadt. Weil wir ganz viele tolle Menschen haben, die sich für die Stadt einbringen", sagt Oberbürgermeister Marco Steffens zu Beginn des Films.

Diese Menschen kommen dann auch in vielen verschiedenen Lebenssituationen und mit ihren ganz persönlichen Geschichten zu Wort: Junge Menschen, die lachend über den Schulhof laufen, zufriedene Rentner im Bürgerstift, aber auch die Schattenseiten mit Frührente und Obdachlosigkeit. All das ist in einer Länge von einer Stunde und fünf Minuten zu dem Imagefilm zusammengeschnitten, der als Alternative zum Neujahrsempfang entstanden ist.

Was ist zu sehen?

Das Video beginnt in den ersten Minuten fast traurig, wenn die Kamera über die Weinberge und eine leere Bank schwenkt, traurige Musik gespielt wird und Oberbürgermeister Marco Steffens über das schwierige Jahr 2020 spricht. Kinder erzählen, dass sie ihre Freunde vermissen. "Und doch gab es auch schöne Momente", sagt Steffens wenig später. Viele davon werden im Video ausführlich beschrieben und gezeigt. Der Pizzabäcker Halil Yildirim erzählt, wie er zu seinem "Gugelhupf" kam, wo er Obdachlosen kostenlos ein warmes Essen anbietet.

Einer von den Menschen, die dieses Angebot annehmen, ist ebenfalls in dem Video zu sehen und hören. Eine Bewohnerin des Vincentiushauses erzählt, wieso sie von ihrem Mann getrennt in der Einrichtung lebt und sich trotzdem wohl fühlt.

Wie ist das Video aufgebaut?

Ausgehend vom vergangenen Jahr, das durch die Corona-Krise überschattet war, werden im dreiminütigen Vorspann zahlreiche Offenburger zunächst wenige Sekunden lang gezeigt oder mit einem einprägsamen Satz eingeführt.

"Denn es sind vor allem die Menschen, die Offenburg zu dem machen, was es heute ist", erklärt Marco Steffens. Er selbst ist immer wieder entweder im Hintergrund zu hören oder im Bild zu sehen und führt die Zuschauer durch das gesamte Video und die Stadt.

Die meisten dieser besonderen Menschen kommen im Laufe des Films dann unter Schlagworten wie Bildung, Integration und Gemeinschaft ausführlicher zu Wort.

Von der Vergangenheit aus richtet sich der Blick Steffens in die Zukunft: Nach den Menschen werden auch alle Ortsteile Offenburgs vorgestellt. An dieser Stelle fängt eine Frauenstimme an, die geplanten Entwicklungen aufzuzählen. Sie klingt wie eine typische Fernsehstimme, erklärend, aber leider auch werblich, als ob sie ein Produkt verkaufen möchte. Da klang die typisch badische Stimme des OB doch sympathischer.

Auch die Musik, die fast immer im Hintergrund teils etwas zu laut zu hören ist, beginnt nach spätestens einer halben Stunde zu stören. Wenn die Erzählerin vom geplanten Schulausbau und dem neuen Feuerwehrhaus erzählt, sprechen die Bilder und Erklärungen für sich – auch ohne ständiges Dudeln im Hintergrund.

Welche Emotionen weckt der Film?

Egal, ob Offenburger oder nicht: wenn der Oberbürgermeister im Film von den Hürden des vergangenen Jahres spricht, die Kinder bedauern, dass sie ihre Freunde nicht sehen können oder der Restaurantbesitzer über die fehlende Kundschaft klagt – in solchen Momenten fühlt sich wohl jeder Zuschauer angesprochen, spult im Kopf seinen eigenen Jahresrückblick ab und denkt über die Versäumnisse und Einschränkungen nach. Die traurige Musik tut ihr Übriges zur melancholischen, nachdenklichen Stimmung, die an einigen Stellen aufkommt.

Gerade die persönlichen Schicksale und deren Menschen sind es, die im Film groß rauskommen und auch große Emotionen wecken. Der Dialekt des OB weckt nebenbei ebenfalls ein Gefühl – im positiven Sinne. Er spricht buchstäblich von Heimatverbundenheit und der Liebe zum Wohnort. Das merkt man auch, wenn Marco Steffens seine Tour durch die Stadt fortsetzt, auf die verschiedensten Menschen trifft und sich mit ihnen unterhält. Er erscheint bürgernah und interessiert an den Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen seiner Mitmenschen.

Wie ist das Video filmisch umgesetzt?

Scharfe Bilder, bewegte Motive, keine Sequenz wird zu lang gezeigt – handwerklich kann man wenig an dem Video aussetzen. Bis auf die Länge. Mit mehr als einer Stunde ist die Dauer für einen Imagefilm schon ein Happen – den sich höchstwahrscheinlich nur eingefleischte Ortenauer und höchstens noch Teilnehmer des Videos in Gänze anschauen werden.

Schade für die großen Bemühungen, die alle Beteiligten da auf sich genommen haben. Dennoch ist der Film besonders am Anfang spannend, emotional und vor allem menschlich. Das ist es auch, was das Video zu etwas Besonderem macht: Die ganz unterschiedlichen Einwohner Offenburgs, die die Stadt zu etwas Besonderem machen.

"Wir alle wollen glücklich sein", sagt Steffens am Ende des Films. Und das haben die meisten, die im Video zu sehen waren, auch ausgestrahlt: Zufriedenheit, Glück und vor allem Hoffnung. Hoffnung darauf, dass bald wieder Gemeinschaft möglich ist.

Der Film im Internet 

Das einstündige Video "Offenburg l(i)ebt dich" über die größte Stadt im Ortenaukreis kann im Internet über die Homepage unter www. film.offenburg.de angeschaut werden. Die Idee dafür entstand als Alternative zum abgesagten Neujahrsempfang.

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