Offenburg IHK-Chef Auer drängt Firmen: "Werdet innovativer!"

IHK-Präsident Steffen Auer ruft die Betriebe in seinem Kammerbezirk dazu auf, innovativer zu werden, um die Zukunft zu meistern. Vor allem die Digitalisierung sei wichtig. Foto: Bode

Offenburg. Die Wirtschaft in der Ortenau und im Kammerbezirk der IHK Südlicher Hochrhein steht glänzend da. Derzeit noch. Die Zukunftsaussichten sind hingegen "nicht so gut", erklärte Steffen Auer als Präsident der Industrie- und Handelskammer vor rund 600 Gästen beim Sommerfest in Offenburg.

Auf dem Campus der Hochschule trafen sich Entscheider aus Wirtschaft und Politik zum gemütlichen Hock, doch Auer nutzte das Forum, um drängende Probleme anzusprechen. Dazu gehört nach seiner Einschätzung, dass die vielen Tausend Unternehmen in der Ortenau endlich in die Puschen kommen und innovativer werden. "Der Status Quo reicht nicht", meinte Auer bei seiner Ansprache. Die Region brauche mehr Vernetzung, müsse sich "mehr zusammentun" und geschlossener auftreten. Es müssten neue Menschen angelockt werden, die Region dürfe nicht überaltern. Jeder Betrieb für sich müsse erkennen, wie er sich digital besser rüsten könne. Sonst drohe den Firmen, wirtschaftlich abgehängt zu werden.

40 Jahre Warten auf eine neue Straße? Ein Unding

Auch der Politik hatte Auer deutliche Worte mitgebracht. Auf eine Lösung der Haslacher Umfahrung warte die Region nun schon seit 40 Jahren. Jetzt gebe es Bewegung - und in fünf bis zehn Jahren sollte die neue B33 endlich fertig sein, appellierte Auer.

Auch die digitalen Netze bräuchten dringend mehr Schub. In einem Gewerbegebiet wie in Steinach nur mit insgesamt 20 Megabit Leistung zu arbeiten, sei geradezu unverantwortlich. "Da ziehen Firmen ab."

Bei einer Talkrunde mit Vertretern aus der Wirtschaft kam der Ruf nach mehr Digitalisierung ebenfalls auf. Chefs von großen und kleinen Unternehmen berichteten über ihre Erfahrungen in diesem Zukunftsbereich.

Der Rektor der Offenburger Hochschule, Winfried Lieber, forderte vom Land, die Hochschulen endlich flexibler arbeiten zu lassen. Die Innovationsbereiche seiner Hochschule würden jährlich um bis zu 20 Prozent wachsen, müssten aber mit Rahmenbedingungen aus den 70er-Jahren arbeiten. "Das tut richtig weh!" Für die Hochschule sei es noch nie so spannend gewesen wie jetzt, mit Firmen aus der Region zusammenzuarbeiten. "Da gibt es jede Menge Potenzial", findet Lieber.

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