Offenburg IG Metall kündigt "heißen Herbst" an

Dicke Luft in Bühl: Rund Tausend Arbeitgeber demonstrierten Ende Juli für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze – im Herbst stehen die nächsten Tarifrunden an, dann will sich die Gewerkschaft für die Beschäftigten einsetzen und Stellenabbau verhindern. Foto: IG Metall

Offenburg - "Solidarität gewinnt": Unter diesem Motto sind Mitglieder der Gewerkschaft IG Metall und Angestellte in den vergangenen Wochen auf die Straße gegangen und haben sich gegen Sparpläne und Stellenabbau gewehrt. Bald wird verhandelt.

Arbeitsmarkt bleibt weiterhin angespannt

Die Gewerkschafter der IG Metall wollen sich nach eigener Aussage für sichere Arbeitsplätze und einen fairen Wandel in der Automobilindustrie einsetzen. Im Herbst stehen die nächsten Tarifrunden an. Sie betreffen fast alle Branchen der IG Metall. Die Aktionen der Kampagne "Solidarität gewinnt!" haben in vielen Betrieben die wichtige Position der IG Metall bei den Tarifverhandlungen deutlich gemacht, ist sich die Gewerkschaft sicher.

Obwohl sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt inzwischen wieder etwas verbessert hat, gibt die IG Metall Offenburg keine Entwarnung. Die Lage bleibe weiterhin angespannt: So versuchten einige Arbeitgeber, geplante Sparprogramme mit der Corona-Krise zu begründen. "Das lassen wir nicht zu", sagt Ahmet Karademir, Geschäftsführer der IG Metall Offenburg. "Wir werden alles tun, um Beschäftigung zu sichern und den Menschen bei uns in der Region Perspektiven zu bieten." Die Arbeitgeber müssten sich auf einen "heißen Herbst" einstellen, so Karademir.

Corona zwingt Unternehmen zum Handeln 

Die IG Metall geht dank ihrer öffentlichen Auftritte gestärkt in die Tarifverhandlungen im Herbst. Auch Corona sei dafür ein Grund, denn es zwinge viele Unternehmen in der Region zum Handeln: "Es wird deutlich, dass die Unternehmen, gerade in der Automobilindustrie, die Transformation vorantreiben müssen", so der Offenburger IG Metall-Chef Karademir.

Entscheidend sei laut ihm, dass es keine Verschlechterung der sozialen Standards und Arbeitsbedingungen gibt. Mit den Vereinbarungen solle vielmehr eine zukunftsfähige Strategie in Sachen Elektronik entwickelt werden. Die Offenburger Gewerkschaft rechnet damit, dass im Zuge dieser Umstrukturierung auch Arbeitsplätze wegfallen. Umso wichtiger sei es, die aktuell Beschäftigten für mögliche neu entstehende Aufgaben vorzubereiten und "Sicherheit im Wandel anzubieten", so Karademir weiter.

Auch die Politik ist gefordert 

Bei der Bewältigung der Krise sei neben der Gewerkschaft und den Arbeitgebern auch die Politik gefordert – vor allem beim Kurzarbeitergeld. Der leichtere Zugang und die erhöhten Zahlungen bei längerem Bezug des Kurzarbeitergeldes sollten laut Karademir erhalten bleiben. "Nicht nur die Unternehmen, auch die Beschäftigten müssen sich Kurzarbeit leisten können", sagt Karademir.

Das Ziel der Offenburger IG Metall sei daher ein besseres und gerechteres Kurzarbeitergeld, das Einkommen, Beschäftigung und Perspektiven sichert.

Der Schaeffler-Konzern will künftig 4400 Stellen einsparen. Norbert Göbelsmann, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Offenburg sagt, es dürfe keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, plant die IG Metall mit den Schaeffler-Beschäftigten in Deutschland am 16. September einen Aktionstag gegen die Sparpläne.

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