Offenburg Hochwasser geht rechtzeitig zurück

Ein Unwetter hat am Sonntag die Einsatzkräfte in der Region in Trab gehalten. Starker Regen und Wind sorgten vielerorts für Bäche, die über die Ufer zu treten drohten, und umgestürzte Bäume. Verletzt wurde niemand.

 

Ortenau. Rund 30 Einsätze gab es von 13 Uhr bis Mitternacht zu verzeichnen, wie das Polizeipräsidium Offenburg mitteilt. Zumeist seien randvolle Bachläufe, umgestürzte Bäume und schwer passierbare Unterführungen gemeldet worden, bei denen es keine nennenswerten Schäden gegeben habe.

So musste etwa die Feuerwehrabteilung Steinach zu Hochwassereinsätzen ausrücken, wie deren Schriftführer Markus Halter berichtet. In der Bahnunterführung der B 33 habe sich das Wasser aufgrund verstopfter Abflüsse gestaut. "Die Abflüsse wurden gesäubert, und das Wasser konnte abfließen", so Halter. Zudem drohte der Bach Welschensteinach über das Ufer zu treten. "Die Feuerwehr kontrollierte Engstellen, um schnell agieren zu können. Jedoch war kein weiterer Einsatz erforderlich, da das angeschwemmte Gehölz sich nicht an den Brücken verkeilte", wie Halter sagt.

Im Oberwolfacher Ortsteil Kirche stieg die Wolf zwischen 14 und 16 Uhr um rund 30 Zentimeter bis zum Wasserstand von 1,83 Meter an. Anschließend entspannte sich die Lage dank einer Niederschlagspause. Um 17.45 Uhr erreichte das Wasser noch eine Höhe von 1,67 Meter.

In Haslach haben die beiden Hochwasserrückhaltebecken West und Ost Schlimmeres verhindert, wie Ralf Rösch von den Stadtwerken berichtet. "Gegen 10.30 Uhr kam die erste Meldung aus dem Becken Ost beim Bereitschaftsdienst der Stadtwerke an", so Rösch. Das Becken sei dann unmittelbar mit Personal besetzt worden. Ab 14.30 Uhr sei dann in beiden Becken Wasser gestaut worden. "Mussten im Hochwasserrückhaltebecken Ost im Jahr 2014 rund 27 000 Kubikmeter Wasser eingestaut werden, waren es dieses Mal rund 33 000 Kubikmeter", so Rösch. Im Becken West seien erstmalig rund 23 000 Kubikmeter gestaut worden. Gegen 18.15 Uhr habe sich eine leichte Entspannung angedeutet. "Die Entscheidung, die Becken zu bauen, war definitiv richtig. Nicht auszudenken, wie es ausgegangen wäre, hätte das Wasser freie Fahrt nach Haslach gehabt", resümiert Rösch.

In mehreren Gemeinden ist laut E-Werk Mittelbaden auch die Stromversorgung gestört worden – etwa in Bollenbach, Einbach, Lehengericht, Mühlenbach und Schiltach. Bäume seien in die Freileitungen gestürzt und hätten Kurzschlüsse ausgelöst. Die Sicherheitssysteme hätten unverzüglich reagiert und die Stromversorgung unterbrochen. Mitarbeiter seien vor Ort gewesen, um die Bäume aus den Leitungen zu schneiden. Durch Netzumschaltungen und Notstromaggregate seien alle Kunden nach und nach wieder mit Strom versorgt worden. Am Montag haben laut E-Werk die Reparaturarbeiten begonnen, die voraussichtlich die ganze Woche andauern werden.

INFO

Statik in Gefahr

Doch nicht überall lief der Sturm ganz so glimpflich ab: In der Offenburger Oststadt sorgten die mit dem Unwetter einhergehenden Wassermassen laut Polizei dafür, dass sich auf dem Flachdach eines Mehrfamilienhauses in der Hildastraße rund 40 000 Liter Wasser sammelten und so die Statik des Rohbaus bedrohten. Der Feuerwehr Offenburg gelang es am späten Abend, das Wasser abzupumpen und somit größeren Schaden abzuwenden. An einem Rohbau in Gaggenau wurde zudem der ungedeckte Dachstuhl eines Einfamilienhauses aus den Ankern gerissen. Auch das Baugerüst wurde umgeworfen. Ein daneben stehender Baukran geriet durch die starken Windböen laut Polizei ebenfalls in bedrohliche Schieflage. Der Schaden dürfte dort rund 80 000 Euro betragen.

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