Offenburg Grippewelle rollt durch die Ortenau

Auch dieses Jahr hat sie wieder viele Ortenauer erwischt: die Grippewelle. Foto: Symbolbild: Archiv

Offenburg - Im Bus, beim Bäcker, im Job oder in den Arztpraxen – überall hört man jetzt Menschen schnupfen und niesen. Die Grippewelle rollt über die Ortenau hinweg. Unsere Zeitung hat bei AOK und Gesundheitsamt zum Thema nachgefragt.

"Bei Schmuddelwetter fällt eine deutliche Steigerung bei den akuten Infektionen der oberen Atemwege auf", erläutert Frank Kölble, Pressesprecher der AOK Südlicher Oberrhein. Ungefähr ein Drittel der AOK-Versicherten seien im letzten Jahr wegen grippalem Infekt, Entzündung von Hals, Rachen oder Kehlkopf, wegen Mandelentzündung, Erkältungsschnupfen oder Nasennebenhöhlenentzündung in ambulanter oder stationärer Behandlung gewesen. "Tatsächlich dürfte die Quote deutlich höher liegen", ist Kölble überzeugt. Erfasst würden nur die Versicherten, die wegen ihrer Beschwerden auch zum Arzt gingen.

Grippewelle setzt erst jetzt richtig ein

"Man sollte einen grippalen Infekt nicht mit der echten Grippe verwechseln", warnt Kölble. Im Jahr 2017 verzeichnete die AOK in der Ortenau 1066 an Grippe erkrankte Versicherte. Das waren 300 mehr als ein Jahr zuvor. Den meisten Grippekranken der letzten fünf Jahre gab es laut AOK-Statistik 2013. Da waren fast doppelt so viele erkrankt wie 2017. Eine generelle Aussage über die Zahl der Erkrankten in der Ortenau ist schwierig, denn: "Konkrete Erkrankungszahlen können wir nicht benennen, da bei uns nur der direkte Erregernachweis meldepflichtig ist", erklärt Thomas Wolf, Sachgebietsleiter Umwelt- und Infektionshygiene im Landratsamt. In diesem Jahr lägen bisher 236 bestätigte Grippefälle vor.

"Eine Prognose ist schwierig", so Wolf. Er wisse nicht, wie lange der Impfschutz bei einzelnen Personen vorhalte. Dabei rolle die Grippewelle laut Experte jetzt erst richtig heran: "Die Hauptmonate sind von Januar bis März eines Jahres." Wen es erwischt, für den gelte vor allem eines: Bettruhe. "Wichtig ist, die Erkrankung auszukurieren, da die echte Grippe praktisch jedes Organ in Mitleidenschaft ziehen kann", warnt der Mediziner. Gefürchtet seien Lungenentzündung und Herzmuskelentzündung als Komplikation einer Virus-Grippe.

Händewaschen dient der Vorbeugung

Vor allem bei älteren Patienten könne dies fatale Folgen haben. Darauf weist auch die AOK hin: "90 von 100 Grippetoten sind älter als 60 Jahre", berichtet Kölble. Eine Schutzimpfung könne die Erkrankungsraten um bis zu 50 Prozent verringern und bei Menschen über 60 Jahren auch das Risiko senken, an einer Grippeinfektion zu sterben.

Zur Vermeidung einer durch Viren ausgelösten Erkältung empfiehlt Kölble Händewaschen. "Vor allem beim Händeschütteln, beim Umarmen oder nach Kontakt mit Türklinken oder Handläufen an Treppen sollte man sehr konsequent sein". Außerdem solle darauf geachtet werden, ausreichend zu trinken, viel Obst und Gemüse zu essen und sich regelmäßig an der frischen Luft aufzuhalten.

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