Offenburg Gewerkschaft rechnet mit 300 Leuten bei Kundgebung

Schaeffler-Mitarbeiter – hier bei einer Kundgebung am Standort Lahr – sind am Samstag zu einer Kundgebung der IG Metall in Bühl aufgerufen. Archivfoto: Sadowski Foto: Lahrer Zeitung

Offenburg/Bühl (red/fg). Die IG Metall ruft am heutigen Samstag, 15. Juni, zu einer Kundgebung in Bühl für den Erhalt der Arbeitsplätze in der Industrie auf. Die Kundgebung unter dem Motto "Unsere Arbeitsplätze gemeinsam erhalten" findet vor dem Bürgerhaus "Neuer Markt" in Bühl (Europaplatz) statt und beginnt um 10 Uhr.

Vor allem aufgrund der Digitalisierung und dem Übergang zur Elektromobilität stünde ein tief greifender Umbruch bevor, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft. "Wir wollen, dass diese Veränderungen fair ablaufen und dass die Beschäftigten von heute auch zukünftig gute Arbeitsplätze haben. Aus technologischem Fortschritt muss sozialer und ökologischer Fortschritt werden. Der Wandel darf nicht über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg durchgezogen werden. Sie wollen ihn mitgestalten", wird Norbert Göbelsmann, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Offenburg, in einer Mitteilung zitiert.

Besonders die Beschäftigten bei Schaeffler, das auch einen Standort in Lahr hat, sowie von Kaba und Bosch am Standort Bühl sind zu der Kundgebung aufgerufen. Bei Schaeffler sind zur Zeit mehrere Standorte von Verkauf oder Schließung bedroht. Man rechne mit rund 300 Teilnehmern bei der Kundgebung, hieß es am Freitag bei der IG Metall.

Strategien für den Wandel fehlen

"Sozial und ökologisch darf nicht gegeneinander ausgespielt werden. Wir wollen nicht, dass die Investitionskosten einfach den Beschäftigten als Sparprogramme aufgebürdet werden. Der Umbau der Industrie kann nur mit den Beschäftigten gelingen", sagt Göbelsmann.

Daher ruft die IG Metall auch am 29. Juni zu einer Kundgebung in Berlin auf. Unter dem Motto "#FairWandel" will die Gewerkschaft ein deutliches Zeichen setzen für einen sozialen, ökologischen und demokratischen Wandel.

Knapp die Hälfte der befragten Betriebe im Organisationsbereich der IG Metall habe keine oder keine ausreichende Strategie zur Bewältigung der Transformation, schreibt die Gewerkschaft. Um die anstehenden Veränderung zu stemmen, fordert sie daher ein Durchstarten in der Verkehrs- und Energiewende, die Sicherung von Beschäftigung am Industriestandort Deutschland und Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt.

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