Offenburg Gemeinsam "ackern" in der Ortenau

 Foto: Solavie

Der Verein "Solidarisch Landwirtschaften und Leben" (Solavie) hat auf das erste Anbaujahr zurückgeblickt und den Haushalt für 2017 geplant. Um den Obst- und Gemüseanbau tragen zu können, sind neue Mitglieder stets willkommen.

 

Ortenau. Der 2014 gegründete Verein Solavie hat in diesem Jahr erstmals Gemüse in der Ortenau ernten und an seine Mitglieder verteilen können. Nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft tragen private Haushalte die Kosten eines landwirt­schaft­lichen Betriebs. Dafür erhalten sie im Gegenzug dessen Ernteertrag, bestehend aus Gemüse, Obst und Kräutern. Ziel des Vereins ist der lokale Aufbau einer nicht-industriel­len und marktunabhängigen Land­wirtschaft.

Neben einer einmaligen Investitionseinlage legt jedes Mitglied für die Dauer eines Jahres seinen persönlichen monat­lichen Beitrag für den Betrieb der Landwirtschaft selbst fest. Die gesamte Ernte wird dann wöchentlich unter allen Zeichnern von Ernteanteilen aufgeteilt und an Verteilpunkten ausgegeben. Diese Verteilstellen befinden sich in Lahr, Offenburg-Nord­west und -Ost, Kehl, Hohberg sowie Oberkirch.

Derzeit müssen die rund 70 Ernteanteilabnehmer im Durchschnitt etwa 100 Euro im Monat aufbringen, damit der genehmigte Haushalt gedeckt ist. Nur wenn sich in den Bieterverfahren des Vereins genügend Mitglieder finden, die einen Kostenanteil übernehmen, kann der solidarische Gemüseanbau auch im nächsten Jahr fort­geführt werden.

So haben die Vereinsmitglieder von Solavie am Samstag im Gemeindehaus der Auferstehungsgemeinde in Offenburg nicht nur einen neuen Vorstand gewählt. Sie verabschiedeten außerdem den Haus­haltsentwurf für das kommende Jahr. Während sich das Betriebsergebnis für den laufenden Haushalt sehr gut darstellt und vermutlich sogar einen Überschuss abwirft, konnte eine Deckung des für 2017 geplanten Haushalts im zentralen Bieterverfahren für die Ernteanteile vorerst nicht erreicht werden. "Wir sind zuversichtlich, die fehlende Summe durch gezielte Ansprache der Mitglieder und durch verschiedene Werbemaßnahmen bis Ende November noch aufzubringen", sagte Pressesprecherin Ulrike Graf-Rosenfellner.

Um den von Bio-Landwirt Hans Roth gepachteten, zwei Hektar großen Acker südlich von Neuried-Altenheim zu bewirtschaften, hat Solavie zwei Bio-Gemüsegärt­ner eingestellt. Deren Stundenlohn soll auf Beschluss der diesjährigen Hauptversammlung nun schrittweise erhöht werden, um dem Ziel einer fairen Bezahlung näherzukommen. Auch sollen eventuelle Haushaltsüberschüsse in Form eines Weihnachtsgelds an das Gärtnerteam ausgezahlt werden. Für 2017 ist darüber hinaus die Anstellung einer zusätzlichen Teilzeitkraft zur Organisation der Gemüseverteilung und zur Mithilfe auf dem Acker vorgesehen. Dort ist auch das freiwillige Mitwirken aller Vereinsmitglieder immer wieder notwendig. Die Investition in zwei Folientunnel hängt derweil noch von der behördlichen Genehmigung für das Aufstellen auf dem Ackerland ab.

Dem neu gewählten Vorstand gehören Jochen Walter, Anne Christoph, Holger Fritsch und Martin Sauereisen an.

Weitere Informationen: www.solavie.de

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