Offenburg Finanzspritze für Ortenauer Projekte

Naturschutz, Mobilität, Energieeffizienz – die EU fördert 13 grenzüberschreitende Projekt am Oberrhein mit insgesamt acht Millionen Euro. Auch die Ortenauer profitieren von der Finanzspritze. Unsere Redaktion stellt fünf Projekte vor.

Ortenau (red/ma). Die Entscheidung über die Bereitstellung der Mittel fiel am Donnerstag in der Sitzung des Begleitausschusses des europäischen Programms Interreg in Strasbourg. Dieser setzt sich aus Vertretern aus Baden, der Südpfalz, dem Elsass und der Nordwestschweiz zusammen. Die Region Südlicher Oberrhein wird darin vom gleichnamigen Regionalverband vertreten.

"Die bewilligten Mittel machen die Projekte erst möglich", betont der Verbandsvorsitzende Otto Neideck. "Damit tragen die finanziellen Mittel der Europäischen Union zur Verfestigung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Region bei und sind gerade in der jetzigen Zeit ein wichtiges Zeichen", so Neideck in einer Mitteilung des Regionalverbands. Renaturierung des Rheins im Taubergießen: Das Projekt "Rhinaissance" beabsichtigt die Durchführung einer Machbarkeitsstudie zur Renaturierung des Rheins und seiner Auen in den Naturschutzgebieten Taubergießen in Deutschland und auf der Île de Rhinau in Frankreich. Das Untersuchungsgebiet umfasst rund 19 Quadratkilometer. Projektpartner sind das Regierungspräsidium Freiburg, die Gemeinden Rust und Kappel-Grafenhausen, der Landkreis Emmendingen, der Ortenaukreis und andere. Rund 170 000 Euro an EU-Mitteln sollen nun in das Projekt fließen. Fernwärme für Kehl und Straßburg: Die Eurometropole Strasbourg, die Stadt Kehl und ihre Partner wollen Ressourcen und Energienutzung in Teilen vergemeinschaften. Dafür soll das Abwärmepotenzial der Badischen Stahlwerke (BSW) im Kehler Hafen für die Wärmenetze des Ballungsraumes genutzt werden. So soll das Projekt Wärmerückgewinnung BSW ein nachhaltigeres und kohlenstoffärmeres Heizen ermöglichen. Zur Umsetzung des Projektes soll ein deutsch-französisches Unternehmen gegründet werden, welches mit Bau und Betrieb der Wärmetransportleitung beauftragt sein wird. Etwas mehr als eine Million Euro beträgt für dieses Projekt der EU-Zuschuss.                                              Wasserschutzpolizei bekommt neues Boot: Dank der finanziellen Unterstützung durch das Intereg-Programm wird der deutsch-französi­schen Wasserschutzpolizeistation in Kehl die Anschaffung eines schweren Polizeiboots ermöglicht. Das Schnellboot wird mit den modernsten Technologien und einer umweltschonenden Motorisierung ausgestattet sein. Dafür gibt’s rund 620 000 Euro von der EU.                                             Busverbindung Lahr-Erstein wird ausgebaut:  Durch die Einführung einer regelmäßig getakteten grenzüberschreitenden Buslinie zwischen Lahr und Erstein sollen die beiden Städte mittels eines nachhaltigen ÖPNV-Angebots miteinander verbunden werden. Das von der französischen Region Grand Est getragene Projekt ist für die breite Öffentlichkeit angelegt und der Bus soll in einer Frequenz von sechs Hin- und Rückfahrten am Tag zwölf Haltestellen anfahren. Durch den Ausbau des Verkehrsnetzes wird zusätzlich die Anbindung an Bus und Bahn auf beiden Seiten der Grenze verbessert, so der Regionalverband. Rund 530 000 Euro gibt es dafür aus dem Fördertopf der Europäischen Union.

Im Rahmen des Projekts "Internationale Mobilität der Ingenieure" sollen unter anderem interkulturelle Sommeruniversitäten organisiert, Mobilitätsprojekte zwischen der Hochschule Offenburg und ihren Partnern entlang des Rheins ermöglicht und eine Plattform mit Praktikumsangeboten eingerichtet werden. Den Austausch fördert die EU mit rund 220 000 Euro.

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