Offenburg Ermittler schnappen große Einbrecherbande aus Albanien

Bei einer Razzia in Albanien gegen eine Einbrecherbande waren auch Polizeikräfte aus der Ortenau im Einsatz. Foto: Polizei

Ortenau/Paris/Tirana (red/jöb) - Einer Bande organisierter Einbrecher, die auch im Ortenaukreis zugeschlagen haben soll, wurde jetzt bei einer internationalen Polizeiaktion in Albanien das Handwerk gelegt. Das berichtet die Staatsanwaltschaft Offenburg, die mehrere mutmaßliche Täter schon in Kürze vor Gericht bringen wird.

Bei gemeinsamen Ermittlungen wegen einer Serie von Einbruchsdiebstählen in Deutschland und Frankreich haben Anfang Juli albanische Polizeibeamte mit deutschen und französischen Behörden und unter Mitwirkung von Europol zahlreiche Wohnungen und Gaststätten in Albanien durchsucht. Im Zusammenhang mit diesen Taten befinden sich zwischenzeitlich fünf Tatverdächtige in Untersuchungshaft.

Ihren Anfang genommen haben die Ermittlungen in Deutschland. Anfang 2017 fanden auf der Rheinschiene bei Rastatt, Offenburg und Freiburg gehäuft Wohnungseinbrüche statt. Damals war ein Mann albanischer Staatsangehörigkeit in Untersuchungshaft genommen worden. In der Folge führten auch französische Strafverfolgungsbehörden Ermittlungen gegen eine albanische Tätergruppierung, die sich auf Wohnungseinbruchsdiebstähle in Europa spezialisiert haben soll. Anfang 2018 beobachteten französische Ermittler, wie Teile der Gruppe ihre Touren nach Deutschland ausweiteten. Hierüber wurden die deutschen Strafverfolgungsbehörden in Offenburg informiert. So konnten im Januar 2018 drei Albaner unter dem dringenden Tatverdacht des vielfachen Wohnungseinbruchsdiebstahls in Deutschland festgenommen werden, darunter ein Mann, der schon früher im Verdacht des Wohnungseinbruchs stand. Auch in Paris wurde ein Mann festgesetzt. Im Zuge der Ermittlungen ergaben sich mögliche Zusammenhänge der Täter zu einer Vielzahl noch nicht aufgeklärter Wohnungseinbrüche in Deutschland von 2017 mit einem Gesamtschaden von rund einer Viertelmillion Euro.

Auch bestand der Verdacht auf weitere Mittäter. Polizeibehörden aus Deutschland, Frankreich und Albanien arbeiteten daraufhin eng zusammen. Möglich geworden war dies auch durch Unterstützung des Bundeskriminalamts. Anfang Juli griffen die Polizeibehörden nun zu. Albanische Polizisten durchsuchten neun Wohnungen, Bars und Restaurants in Albanien. Hierbei wurden sie auch von Ermittlern aus Offenburg unterstützt. Zahlreiche Wertgegenstände und Beweismittel wurden aufgefunden, die mutmaßlich mit den Taten in Zusammenhang stehen. Eine Auswertung der Gegenstände steht noch aus. Darüber hinaus wurde ein weiteres mutmaßliches Mitglied der Gruppierung festgenommen.

Die albanische Tätergruppierung steht im Verdacht, für rund 60 Straftaten in Deutschland und rund 45 Delikte in Frankreich verantwortlich zu sein. Neben Bargeld wurden Schmuck und Uhren entwendet. Durch Finanzermittlungen konnten Geldtransaktionen aufgedeckt und weitere mutmaßliche Mitglieder der Tätergruppierung ermittelt werden. Der Gruppierung dürften mehr als 40 Personen angehören, die sowohl in Frankreich als auch in Deutschland agierten. Durch die Einbrüche entstand ein Schaden von rund 500 000 Euro. Die Opfer leiden zum Teil unter schwerwiegenden psychischen Folgen der Tat.

Drei Männer sind durch die Staatsanwaltschaft Offenburg angeklagt worden. Die Verhandlung ist in wenigen Tagen. Ein weiterer Mann wurde schon in Rastatt zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt.

  • Bewertung
    1