Offenburg Erinnerungen werden wach

Carmen Lötsch vom Fachbereich Kultur (von links), die Vorsitzende der Muettersproch-Gsellschaft Offenburg, Margot Müller, Roman Vallendor, Monika Röschmann von der Muettersproch-Gsellschaft und Roswitha Vallendor stellen das Programm vor, Foto: Kulturbüro Foto: Lahrer Zeitung

Am morgigen Freitag wäre Rudolf Vallendor 100 Jahre alt geworden. Aus Anlass dieses Tages erinnert die Stadt an den Heimatschriftsteller und Mundartdichter. Mit von der Partie in zwei Wochen ist unter anderem die "Muettersproch-Gsellschaft".

Offenburg  (red/pme). Hinter der Veranstaltung im Salmen stehen die "Gsellschaft" und der Fachbereich Kultur der Stadt Offenburg. Unter dem Titel "Des un sell us de Ortenau" laden sie ein zu "einem abwechslungs- und umfangreichen Programm". Los geht es im Salmen in der Lange Straße 52, am Freitag, 20. Juli, um 19 Uhr. Neben der "Muettersproch-Gsellschaft" beteiligen sich die Kapelle "Im Hubbes sini Kumbel" und Otmar Schnurr alias "Nepomuk de Bruddler".

Zwei Bändchen zur Geschichte der Stadt hat Vallendor unter anderem veröffentlicht. "Von der Altoffenburger Vorstadt, dem Stroßefeger, dem Bähnle, von vielen Offenburger Gestalten wie Jakob Ruck und seinen ›Mädchen‹, dem Kaltloch-Wirt, vum Schnaige oder der Inflationszeit" – das alles und Vieles mehr habe der Heimatschriftsteller und Mundartdichter "in lebendiger niederalemannischer Sprache, aber auch in Hochdeutsch" in den beiden "Alt-Offenburger-Geschichten" zusammengetragen. Geschehen sei das, so die Veranstalter in einer Pressemitteilung, "auf Bitten seiner Kinder Roswitha und Roman, die ihn vor über 30 Jahren dazu drängten, um der Nachwelt ein Stück Offenburger Geschichte zu hinterlassen.

"Köstliche Erzählungen und Geschichten aus alten Tagen der Offenburger Kleinstadtzeit werden zu Zeitzeichen. Liebenswertes, durchweg noch Selbsterlebtes, holt es aus der Vergangenheit hervor, Episoden von menschlich Unzulänglichem, aber auch Nachdenkliches und Heiteres", habe Willi Reimling bei der Vorstellung des ersten Bändchens kommentiert. Die Nachfrage sei sogar so groß gewesen, dass die erste Auflage mit 1000 Stück schnell vergriffen war und eine zweite gedruckt wurde. "Bis nach Australien, Kanada, Argentinien und Brasilien machten die Vallendor-Bändchen ihre Reise, als Grüße aus der alten Heimat", so die Veranstalter.

Rudolf Vallendor, in Baden-Baden am 6. Juli 1918 geboren, wuchs in Offenburg auf, wo er am 6. November 2014 auch starb. Er war mehr als 40 Jahre Mitglied der "Muettersproch-Gsellschaft" zur Pflege der alemannischen Mundart. Aus seine Feder stammen viele Bücher wie das "Badischen Gerichte"-Büchlein über Bohnesupp, Erbsebrei und Brägeli sowie autobiografische Werke "De Ähni un sinni Enkel" und Gedichte.

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