Offenburg Erdwärme als Alternative zur Kohle

Zum 13. Mal können sich Experten zum Thema Geothermie auf der Messe in Offenburg austauschen. Archivfoto: Messe Offenburg Foto: Lahrer Zeitung

Das Zentrum der Erdwärme-Forschung liegt in der Ortenau – zumindest für zwei Tage. Mitte Februar findet die Geotherm in Offenburg statt. Zum 13. Mal wird die Messe schon veranstaltet und richtet sich an Experten und interessierte Laien.

Offenburg. Erdwärme als regenerative Energiequelle ist das Thema der internationalen Messe und Konferenz Geotherm in Offenburg. Im vergangenen Jahr kamen rund 200 Aussteller und 3600 Besucher aus 48 Nationen zu diesem Anlass in die Ortenau. Die Messe selbst und zwei dort veranstaltete Kongresse zu den Themen "Tiefengeothermie" und "Oberflächennahe Geothermie" laden Experten sowie interessierte Bürger am 14. und 15. Februar zum Austausch ein.

"Zukunftssichere Energie ohne Kollateralschäden"

"Offenburg wird für zwei Tage zum Zentrum der Geothermieforschung Europas", sagte Detlev Doherr, Professor an der Hochschule Offenburg und Mit-Organisator der Messe, bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der Geotherm. "Wir wissen, dass wir ein Energieproblem haben", erläutert Doherr weiter. Um den Strom- und Wärmebedarf dauerhaft mit regenerativen Energien zu decken, sei die Erdwärme extrem wichtig. Die Plattform diene dem Austausch unter Experten, Firmen aber auch interessierten Bürgern. "Das Land hat richtig in die Forschung investiert", sagte Ingrid Stober, Professorin von der Universität Freiburg. Das Land habe zudem Leitlinien zur Installation von Erdwärmesonden herausgegeben, diese sollen die Qualität sichern. "Das Ziel für das Land: zukunftssichere Energie ohne Schäden", fasst die Professorin zusammen.

Unter den Füßen der Ortenauer liegt jede Menge Energie. Im Rheingraben sei in 3000 bis 4000 Metern Tiefe Wasser mit einer Temperatur zwischen 150 und 200 °C verfügbar, erläuterte Manfred Dittmer von der Firma Deutsche Erdwärme aus Karlsruhe. Wasser mit so hoher Temperatur eigne sich zur Stromerzeugung, so der Projektentwickler weiter. "Diese Energie ist rund um die Uhr schwankungsfrei verfügbar."

Deutschlandweit seien bereits 30 Tiefengeothermie-Anlagen in Betrieb, so Dittmer, weitere 30 Anlagen seien in der Planung. "Eine solche Anlage kann pro Jahr so viel Strom produzieren, wie zehn Windkraftanlagen." Dabei bestehe nur ein Platzbedarf von etwa einem Hektar – also rund eineinhalb Fußballfeldern. "Wir wollen die Tiefengeothermie am Oberrhein etablieren", formuliert Dittmer die Ziele seines Unternehmens.

Dass es dabei auch vielerorts Vorbehalte und Sorgen über die Folgen der Erdwärmenutzung gibt, wissen die Messe-Organisatoren. Jedoch: "Die großen Schadensfälle liegen lange zurück", sagte Doherr. In den letzten zehn Jahren habe sich in der Technik viel getan. Konkrete Fälle, wie das Kommunikationsdefizit der ausführenden Firma bei den geplanten Probebohrungen in Neuried, wollte man nicht kommentieren. "Die Geothermie ist sauber, sicher und zuverlässig", ergänzt Dittmer. An Geothermie-Gegner richtet Doherr ein Angebot: "Es handelt sich nicht um eine geschlossene Veranstaltung." Jeder könne kommen, sich informieren und gerne auch mitdiskutieren.

Bei Erdwärme handelt es sich um den erreichbaren Teil der, in der Erdkruste gespeicherten, Wärme. Geothermie bezeichnet die ingenieurtechnische Nutzung dieser Energieform. Die Experten unterscheiden dabei zwischen der "Tiefengeothermie" und der "oberflächennahen Geothermie". Die Erdwärme gilt als regenerative Energieform.

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