Offenburg Ein sehr bewegtes Leben für die Medienwelt

Der Offenburger Hubert Burda, einer der größten Medien-Unternehmer Deutschlands, feiert am Sonntag, 9. Februar, seinen 80. Geburtstag. Er prägte nicht nur die Medienwelt, sondern auch die Ortenau.

Offenburg/Lahr. Hubert Burda ist einer der herausragenden Köpfe der Region. Kein Wunder, dass er sich mit weiteren Großunternehmern letzthin zum Netzwerk "Baden Digital" zusammengeschlossen hat: mit der Ruster Europa-Park-Familie Mack und Tunnelbohrmaschinen-Hersteller Martin Herrenknecht aus Schwanau. Die drei Riesen bringen einen Jahresumsatz von mehr als fünf Milliarden Euro auf die Waage. Treiber dieser Idee und umsatzmäßig schwerstes Gewicht dieses Ortenau-Trios: natürlich Hubert Burda.

Der Jubilar hat sich als Unternehmer, Verleger, digitaler Vordenker, Kunsthistoriker und Chefredakteur weltweit einen Namen gemacht. Der Kopf der Hubert Burda Media Holding steht für die Erfolgsgeschichte seines Medienkonzerns. Das Unternehmen, zu 100 Prozent im Besitz der Familie Burda, meldete voriges Jahr einen Umsatz von 2,7 Milliarden Euro.

Als der gebürtige Heidelberger 1987 den Offenburger Verlag seines Vaters übernahm, wurde noch ein Umsatz von 500 Millionen Mark ausgewiesen. 2010 hat der Medienmacher die operative Unternehmensführung an den Vorstandsvorsitzenden Paul-Bernhard Kallen übergeben. Doch ohne ihn läuft im Hause Burda auch heute nichts.

Burda ist verheiratet mit der Tatort-Schauspielerin Maria Furtwängler (53). Die gemeinsamen Kinder Jacob Burda (30) und Lisa Furtwängler (28) halten an der Konzernholding seit 2017 jeweils 37,5 Prozent.

Als Verleger versteht es Hubert Burda, sich in unterschiedlichen Welten zu bewegen: in der Welt des Journalismus, der Verlags- und Druckerwelt – genauso wie in der Betrachtung der bildenden Kunst und der Literatur. Die Bedeutung der Macht der Bilder gegenüber dem bloßen Text erkannte er zunächst in der Beschäftigung mit Malerei und Skulptur. Diese Erkenntnis übertrug er auf die Informationsmedien. Damit erfasste er neue Möglichkeiten, die durch Bilder und Grafiken in Printmedien, vor allem aber in den digitalen Netzen, eröffnet werden.

Mit der Gründung des Nachrichtenmagazins "Focus" schrieb er 1993 Publizistikgeschichte und erzielte einen beispiellosen Erfolg. Und das mit hochriskantem Wagnis. "Eigentlich war ich damals pleite", erzählt Burda bei Veranstaltungen heute noch gerne als Anekdote. Doch das Wagnis gelang, der "Focus" blühte auf und mit ihm der ganze Verlag in Offenburg. Viele Lahrer schauten da neidisch in die Nachbarstadt, denn der Burda-Konzern hatte auch Wurzeln in Lahr. Burdas Mutter Aenne betrieb hier einen eigenen Verlag für Mode-Schnittmuster. Über ihr Lebenswerk wurde ein TV-Spielfilm gedreht, der auch in Lahr spielte. In der Stadt blühten 2018 die Erinnerungen, als der zweiteilige Streifen im Fernsehen lief. Doch der Verlag mit der Mode wurde im benachbarten Offenburg groß und ragt dort mit dem Burda-Tower heute weithin sichtbar über der Stadt.

Der Verlag wurde zum Konzern. 1994, als das Internet noch in Kinderschuhen steckte, wagte Hubert Burda mit "Europe Online" seine erste News-Plattform im Internet. Kurz darauf folgte "Focus Online", heute das erfolgreichste Newsportal Deutschlands, wie Burda in einer Pressemitteilung erklärt.

Hubert Burda hatte als einer der Ersten im Verlagsgeschäft die umwälzenden Chancen der digitalen Medienrevolution erkannt und für sein Haus genutzt. Mit dem Auf- und Ausbau von Digitalunternehmen machte er den Konzern zu einem führenden digitalen Medienunternehmen Europas. Internetfirmen wie das soziale Netzwerk Xing, das Ärzteportal Jameda, das E-Commerce-Unternehmen Cyberport und das Reiseportal Holidaycheck gehören zu Burdas Konzern.

Zum Zeitschriftenportfolio Burdas zählen neben vielen anderen "Focus", "Freundin", "InStyle" und "Bunte", die Hubert Burda von 1976 bis 1986 als Chefredakteur leitete.

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