Offenburg Fünf Jahre und neun Monate Haft für Raubüberfall

Zu fünf Jahren und neun Monaten Haft wurde der 31-Jährige aus Oppenau verurteilt. Foto: Achnitz

Offenburg - Für den Überfall auf ein Ortenauer Unternehmerpaar ist ein 31-jähriger Mann aus Oppenau vom Landgericht Offenburg wegen besonders schweren Raubes und vorsätzlicher Körperverletzung zu fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Er hat als Ersatz für seinen Teil der Beute außerdem 3200 Euro zu zahlen und die Kosten des Verfahrens zu tragen. Der oder die Mittäter bleiben unerkannt, auch von der Beute fehlt jede Spur.

Staatsanwältin Raffaela Sinz hatte zuvor sieben Jahre Haft gefordert, da es sich um "eine von hoher krimineller Energie geprägte Tat" unter Verwendung eines Messers handele, die "durchaus passend als Alptraum bezeichnet" worden sei.

Rechtsanwalt Joachim Lederle plädierte als Verteidiger auf "wenig mehr als die Mindeststrafe" von fünf Jahren, da sein Mandant nur Mittäter gewesen sei. Die Richter der ersten Großen Strafkammer wollten den Angeklagten tatsächlich nur für das bestrafen, was zweifelsfrei bewiesen wurde. "Wir sind zugunsten des strafrechtlich bislang nicht in Erscheinung getretenen Angeklagten davon ausgegangen, dass er bei der Aufteilung der Beute selbst übers Ohr gehauen wurde", sagte der Vorsitzende.

Die Täter kannten sich gut aus

Der Angeklagte hatte gestanden, in der Nacht vom 12. auf den 13. Mai des vergangenen Jahres mit einem Komplizen in die Villa eines Ortenauer Unternehmers in Kehl eingedrungen zu sein. Gut vorbereitet überquerten die Männer mit einem Schlauchboot den Wassergraben, der das abgeschirmte gelegene Grundstück in Marlen umgibt.

Im Haus wurden der Unternehmer und seine Frau mit Kabelbindern gefesselt, während die Kinder des Paares in ihrem Zimmer schliefen. Unter Anwendung brutaler Gewalt musste der Hausherr die Tresore öffnen, der Inhalt wurde jeweils ausgeräumt.

Als er dem Angeklagten auch Zugang zum Stahlschrank im Keller ermöglichte, gelang es der Ehefrau, einen Sicherheits­alarm auszulösen. Dafür wurde sie vom Angeklagten mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Nachdem die Räuber mit der Beute geflohen waren und die Eheleute sich von den Handfesseln befreit hatten, schoss der Hausbesitzer noch vor dem Eintreffen der Polizei mit einem Jagdgewehr zur Abschreckung in die Luft.

Kurz nach der Tat will der Unternehmer selbst den Angeklagten auf einem im Internet veröffentlichten Gruppenfoto wiedererkannt haben. Bei Facebook sei er als Besucher einer Offenburger Kampfsportschule zu sehen gewesen, die auch der Überfallene besuchte.

Mittäter konnten trotzdem nicht ermittelt werden. Auch die unter den Räubern möglicherweise ungerecht aufgeteilte Beute in Höhe von nahezu 100 000 Euro bleibt verschwunden, ebenso die geladene Handfeuerwaffe aus einem der Tresore.

Die Polizei vermutet, dass außerhalb des Grundstücks eine dritte Person beteiligt war, über deren Identität im Lauf des Gerichtsverfahrens ebenfalls nichts bekannt wurde. Der Vorsitzende Richter schloss organisierte Kriminalität als Hintergrund für die Tat nicht aus.

Das geschädigte Ehepaar trat im Prozess als Nebenkläger auf. In ihrem Namen zeigte sich Rechtsanwalt Christian Rode aus Freiburg mit dem Urteil zufrieden: "Wir sind erleichtert, dass der Schuldspruch erfolgte, und sind froh, dass es nun vorbei ist." Die Höhe des Strafmaßes wollte er nicht kommentieren.

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