Offenburg Die Bilanz einer Massenkarambolage

Die Feuerwehr schätzt den Gesamtschaden an den beteiligten Autos auf mindestens 150 000 Euro. Foto: Marco Dürr/Einsatz-Report24

Schwanau - Zwölf Verletzte, zehn demolierte Fahrzeuge und rund 150 000 Euro Schaden – das ist die Bilanz einer Reihe von Auffahrunfällen vom Sonntag auf der A 5 bei Schwanau. Unaufmerksamkeit und zu hohe Geschwindigkeit sind laut Polizei die Ursache.

Auffahrunfall am Anfang 

Angefangen hatte die Massenkarambolage als "klassischer Auffahrunfall", berichtet Polizeisprecher Yannik Hilger am Montag: Der Fahrer war am Sonntag gegen 12.15 Uhr auf der linken Fahrspur der A 5 Richtung Norden unterwegs. Kurz vor der Anschlussstelle Lahr – auf Höhe Schwanau – bremste ein vorausfahrender Wagen ab, der Autofahrer hielt nicht rechtzeitig an und krachte in das Heck des Vordermanns.

Bei diesem Unfall sei niemand verletzt worden, erklärt Hilger. Die Beteiligten begaben sich auf den Standstreifen, um dort die Personalien auszutauschen.

Rückstau wurde zum Problem 

Zum Problem wurde der vom ersten Unfall ausgelöste Rückstau: An dessen Ende fuhr ein Wagen auf den nächsten auf, schob ein Auto wieder auf ein Drittes und so weiter. "Die Summe der weiteren Auffahrunfälle führte zu den Verletzten", fasst der Polizeisprecher zusammen.

Insgesamt wurden zwölf Beteiligte verletzt, vier davon mussten über Nacht zur Beobachtung in ein Krankenhaus. Am Montagmittag konnte die Polizei noch nicht sagen, ob sie mittlerweile das Krankenhaus wieder verlassen konnten.

Unaufmerksamkeit und zu schnelles Fahren mögliche Ursachen 

Als Ursache für die Reihe von Auffahrunfällen nimmt die Polizei eine "Kombination von Unaufmerksamkeit und nicht angepasster Geschwindigkeit" an. Die Beteiligten hätten die Situation schlicht zu spät erkannt, so Hilger. Hinweise auf den Einfluss von Alkohol bei den Fahren würden keine vorliegen.

Die Nord-Fahrbahn der Autobahn wurde für die Rettungsmaßnahmen bis etwa 14.30 Uhr gesperrt. Innerhalb kurzer Zeit staute sich der Verkehr bis zur Anschlussstelle Ettenheim, berichtete der Ettenheimer Feuerwehrkommandant Jürgen Rauer im Gespräch mit unserer Redaktion. Von dort sei der Verkehr über die B 3 bis zur Anschlussstelle Lahr umgeleitet worden. "Der Rettungsdienst war schon da, als wir eintrafen. Schon auf der Anfahrt wurde uns mitgeteilt, dass niemand mehr eingeklemmt war", erklärte der Feuerwehrkommandant.

Brennendes Auto wurde gelöscht 

Am Anfang habe noch ein Auto gebrannt, doch "das haben wir gelöscht", so Rauer. Die Ettenheimer Wehr sei eher zum "Sichern von auslaufenden Betriebsstoffen und zur Unterstützung des Rettungsdienstes" vor Ort gewesen. Die Leichtverletzten seien zu dem Zeitpunkt schon auf der Leitplanke gesessen oder seien herumgelaufen, die schwerer Verletzten wurden abtransportiert. "Für uns war es ein eher unspektakulärer Einsatz", erklärt Rauer. Den immensen Blechschaden zu sehen, sei jedoch erschreckend gewesen. Auf "locker 150 000 Euro" schätzte Rauer den Schaden insgesamt. "Die Autos sind alle Totalschaden."

Zwar war das Durchkommen bei Unfällen auf der A 5 nicht immer einfach, am Sonntag scheint jedoch alles vorbildlich abgelaufen zu sein. Der Ettenheimer Feuerwehrkommandant Jürgen Rauer lobte die Autofahrer für die "super gebildete Mittelgasse". Zur Erinnerung: Rettungsgasse immer zwischen dem linken und den übrigen Fahrstreifen bilden, der Standstreifen bleibt frei.

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