Offenburg Delegierte tendieren zu Friedrich Merz

Alle drei wollen den Parteivorsitz der CDU übernehmen (von links): Armin Laschet, Norbert Röttgen und Friedrich Merz. Am Samstag wird abgestimmt. Foto: Kappeler

Ortenau - Merz, Röttgen oder Laschet – am Samstagmorgen will die CDU auf ihrem digitalen Parteitag einen neuen Vorsitzenden wählen. Unsere Redaktion hat sich bei Delegierten aus der Region umgehört.

Nach langer Verzögerung wegen Corona entscheidet die CDU am Samstag, wer neuer Parteichef wird. Eine Abstimmung, die nicht nur von Mitgliedern mit Spannung verfolgt wird. Es könnte ja auch eine Vorentscheidung über die Kanzlerkandidatur werden. Für Delegierte aus der Region scheint vor allem die wirtschaftspolitische Expertise des neuen Parteichefs entscheidend, kristallisierte sich bei der Umfrage unserer Redaktion heraus:

Martin Herrenknecht gibt seine Stimme Friedrich Merz

Der Schwanauer Unternehmer ist überzeugt: "Friedrich Merz wird führen und buhlt nicht nur um eine möglichst geschmeidige Positionierung." Merz wisse genau, dass die Wirtschaftsdynamik in Deutschland das maßgebliche Vehikel für soziale Wohlfahrt sei.

Er werde sich auch auf einer eher stürmischen Bühne der Weltpolitik souverän bewegen. "Wir brauchen in der nächsten Legislatur eine Bundesregierung mit einem mutigen und wegweisenden Zukunftsprogramm." Ein Programm, das die Wirtschaft, die Leistungsträger und die junge Generation in unserem Land ansporne.

Dazu brauche es Digitale Bildungsprogramme, eine gesamtschlüssige Energiewende, eine Entrümpelung der Bürokratie, eine Entlastung unterer Einkommensschichten, um einige Punkte Herrenknechts zu nennen.

Marion Gentges sieht in Merz den Mann der Stunde

Die Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Lahr erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass sie für Friedrich Merz stimmen werde. "Für die CDU wird die entscheidende Aufgabe in Zukunft sein, in einer neuen Zeit Verantwortung zu übernehmen, innovativ und auf fester Wertegrundlage", betont Gentges. Das gehe nach ihrer Einschätzung am besten mit Friedrich Merz.         

 Kordula Kovac trauert Kramp-Karrenbauer nach: "Ich hätte gerne gesehen, wenn AKK weiter gemacht hätte", erklärt die ehemalige Bundestagsabgeordnete und Unternehmerin. Nun werde sie aber für Norbert Röttgen stimmen. "Er kann von den drei Kandidaten am besten den digitalen Wandel durchsetzen, und ist besonders fit in den wichtigen Themen gegen den Klimawandel."

Yannick Bury favorisiert Friedrich Merz

Der Bundestagskandidat für den Wahlkreis Emmendingen-Lahr erklärt jedoch, er sei auf die Reden aller drei Kandidaten gespannt. In der Zeit nach Corona werde es allerdings vor allem auf wirtschafts- und finanzpolitischen Sachverstand ankommen.

"Wir müssen den Menschen einen Weg aus der Kurzarbeit bieten, brauchen Investitionen in die Digitalisierung und müssen kleinen und mittleren Unternehmen, die gerade hart getroffen sind, wieder Luft verschaffen", so Bury. Das alles müsste man hinbekommen, ohne dass der Schuldenberg noch weiter anwächst, es sei auch eine Frage der Generationengerechtigkeit. "Diese Punkte sehe ich unter den drei Kandidaten am stärksten bei Friedrich Merz." An der Basis nehme er eine breite Zustimmung sowohl für Merz, als auch für Norbert Röttgen wahr, erklärt Bury.

Volker Schebesta möchte lieber nichts sagen

Der Landtagsabgeordnete und Staatssekretär im Kultusministerium Volker Schebesta will lieber im Vorfeld nicht werben, erklärt er im Gespräch. Die Situation sei als "Kampfabstimmung" schwierig. Im Sinne des inneren Friedens halte er sich daher zurück.

 Madline Gund verrät nicht, wen sie wählt: Das Schuttertaler Mitglied des Bezirksvorstands Südbaden erklärt, sie wähle denjenigen, dessen Konzept für die Wirtschaft ihr am besten gefalle. "Ich mache mir große Sorgen um den Mittelstand", so Gund.  

Willi Stächele zeigt sich von Friedrich Merz überzeugt

Der Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Kehl findet, "dass er knochenhart die Zukunftsfragen" stelle. Wenn nötig, würde er auch polarisieren. Das habe ihn von März überzeugt.

Werte-Union

"Ich hoffe auf Friedrich Merz", erklärt Dieter Schleier, Vorsitzender des Regionalverbands der Werte-Union. Merz stehe für Aufbruch sowie für sachlichen Dialog und damit für Versöhnung in einer zerrissenen Zeit. "Er kann die Brücken bauen, die uns auch in der CDU wieder zueinander finden lässt", betont das CDU-Mitglied.

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