Mehrere Besuche pro Woche Jugendamt unterstützt 200 Familien im Ortenaukreis

Wenn finanzielle Nöte oder gesundheitliche Probleme über den Kopf zu wachsen drohen: Die Sozialpädagogische Familienhilfe im Ortenaukreis unterstützt Eltern und Kinder, um schwierige Situationen zu überwinden. (Symbolfoto) Foto: Kneffell

Der Alltag vieler Familien hat es in sich: Ein schwieriges soziales Umfeld, wirtschaftliche Zwänge oder gesundheitliche Probleme können vor allem Kinder belasten. In der Ortenau helfen 35 Sozialarbeiter und -pädagogen bei der Bewältigung ihres Alltags.

Ortenau - "Die Sozialpädagogische Familienhilfe ist eine sehr wirksame Maßnahme des Jugendamts", erklärt Sozialdezernent Heiko Faller. 35 Sozialarbeiter und Sozialpädagogen unterstützten aktuell rund 200 Familien im Ortenaukreis in Erziehungsfragen, bei wichtigen Terminen, wie beispielsweise bei Ärzten, in Schulen oder bei Ämtern, und im familiären Alltag. Die die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) werde auf Anfrage von Familien oder auf Initiative des Kommunalen Sozialen Diensts aktiv – sofern Letzterer einen tatsächlichen Bedarf festgestellt. Dabei findet die Hilfe unmittelbar in der Familie und in deren Zuhause statt. Die Fachkräfte besuchen die Familien in der Regel mehrmals pro Woche für einige Stunden und arbeiten mit ihnen an den in einem Hilfeplan gemeinsam vereinbarten Zielen.

"Häufig geht es in der Arbeit der Familienhilfe darum, bereits lange anhaltende Belastungen wie beispielsweise Schwierigkeiten in der Schule oder Kindertagesstätte oder psychische Probleme zu bearbeiten und problematische und teilweise auch für Eltern und Kinder schädliche Verhaltensweisen zu verändern", erklärt Brigitte Link-Foos, Sachgebietsleiterin der SPFH in Achern, Kehl und Offenburg. Die SPFH-Fachkräfte arbeiten überwiegend mit den Eltern zusammen. Dabei ist jedoch immer der Blick auf die Kinder gerichtet, wohlwissend, dass nur Eltern, denen es gut geht, die Kraft haben, sich auch ausreichend um die Belange ihrer Kinder zu kümmern.

Manchmal müssen die Kinder in anderen Familien untergebracht werden

"Die Eltern sind in der Regel selbst die Experten für die Lösung ihrer Probleme", erläutert Link-Foos. Ziel sei es, die Ressourcen der Familie zu erkennen und wieder zugänglich zu machen, vor allem jedoch Mut zu machen und Energie zu geben, die eigene Lösung zu finden und auch umzusetzen. Dabei bedürfe es eines sensiblen und wertschätzenden Umgangs und des Aufbaus einer Vertrauensbeziehung zueinander. "Ohne Beziehung geht es nicht", so das Credo der Familienhilfe. Dabei sei es wichtig, auch schwierige Themen klar und deutlich ansprechen, auch wenn dies sowohl für Eltern als auch für die Fachkräfte unangenehm und sehr anstrengend sei.

Manchmal reicht es zur Entlastung eine Tagesbetreuung einzurichten, Nachhilfe zu organisieren oder in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Sozialen Dienst oder anderen Kooperationspartnern eine notwendige therapeutische Maßnahme zu ermöglichen. Kann eine Gefährdung für die Kinder nicht abgewendet werden, müssen schützende Maßnahmen eingeleitet werden.

"In den seltensten Fällen endet jedoch der Einsatz einer SPFH mit einer Fremdunterbringung der Kinder und Jugendlichen", betont Link-Foos. Vielmehr mache es die vertrauensvolle Zusammenarbeit der SPFH selbst in kritischen Situationen möglich, einen guten Weg für alle Familienmitglieder zu finden und den Einsatz der Fachkräfte erfolgreich und mit einem guten Gefühl zu beenden.

"Nichts ist erfüllender, als festzustellen, dass es den Kindern gut geht, wenn das Lachen wieder Einzug hält in den Kindergesichtern, aber auch bei den Müttern und Vätern", so Link-Foos auch stellvertretend für ihre Kollegen.

Die sozialpädagogische Familienhilfe kann helfen, wenn Betroffene Probleme mit der Organisation des Alltags haben, Unterstützung beim Umgang mit Ämtern, Schulen, Ärztinnen und Ärzten benötigen oder Schwierigkeiten in der Versorgung und Erziehung ihrer Kinder auftreten, informiert das Landratsamt. Voraussetzung ist, dass die Eltern bereit sind, an der Veränderung aktiv mitzuarbeiten und ihr Leben in gewissen Bereichen umzustellen. Infos gibt’s auf www.ortenaukreis.de im Bereich des Jugendamts.

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