Lahr Gemeinderatswahl: Bloß nicht verrechnen

Auf dem Stimmzettel zum Gemeinderatswahl stehen 188 Namen. Friederike Ohnemus und Elmar Baum geben Tipps, damit jede Stimme zählt. Foto: Schabel

Lahr - Ein Kreuzchen auf dem Zettel machen und ab damit in die Wahlurne: Ganz so einfach läuft es bei der Kommunalwahl nicht ab. Allein bei der Gemeinderatswahl haben die Wähler in Lahr 32 Stimmen, die sie unter 188 Kandidaten verteilen dürfen.

Bei Kommunalwahlen besteht die Möglichkeit zur Stimmenhäufung. Die Wähler können kumulieren – einem Bewerber bis zu drei Stimmen geben – und panaschieren –­ Kandidaten verschiedener Listen zu ihrem Wunschgemeinderat zusammenstellen. Das kann jedoch auch schiefgehen: Bei der Gemeinderatswahl 2014 gab’s in Lahr 504 ungültige Stimmzettel, fünf Jahre davor hatten sich sogar 558 Lahrer "verwählt". "Die Zahl der ungültigen Stimmzettel ist deutlich höher als bei anderen Wahlen", bestätigen Friederike Ohnemus und Elmar Baum von der Stadtverwaltung. Sie organisieren die Kommunal- sowie Europawahl und haben dabei alle Hände voll zu tun.

Was sind die häufigsten Fehler beim Ankreuzen?

"Ganz einfach, dass man sich verrechnet", so Baum. Bei der Wahl zum Gemeinderat verfügt jeder Wahlberechtigte – dazu gehören erstmals auch bereits 16- und 17-Jährige –­ über so viele Stimmen, wie das Gremium Sitze hat – also 32. Vergibt der Wähler mehr Stimmen, dann ist der gesamte Stimmzettel ungültig. Darüber hinaus komme es vor, dass Wähler den riesigen Wahlschein an der falschen Stelle durchtrennen, berichten Ohnemus und Baum. Erlaubt ist es, die einzelnen Parteilisten an der dafür vorgesehenen Perforation abzutrennen –­ wer dann aber noch zusätzlich Namen abschneidet, macht den Stimmzettel ungültig.

Was sind die Konsequenzen einer Beleidigung?

Wahlscheine, auf denen neben dem Namen eines Kandidaten "Depp" oder andere Schmähungen stehen, wandern beim Auszählen ebenfalls auf das Häufchen mit den ungültigen Zetteln ­– Beleidigungen seien untersagt, so Baum. "Manche Leute stecken den Wahlzettel auch in den falschen Umschlag", nennt er einen weiteren typischen Fehler. Denn am Sonntag wird ja nicht nur der Gemeinderat gewählt. Farben sollen helfen, damit man den Überblick behält: Bei der Gemeinderatswahl sind Zettel und Wahlumschlag gelb, bei der Kreistagswahl ist beides grün, bei der Europawahl beige. Bei der Kreistagswahl verfügt jeder Wahlberechtigte über so viele Stimmen, wie die Stadt Lahr Sitze in dem Gremium hat – also acht. Die Europawahl ist einfacher, hier hat jeder nur eine Stimme.

Und wie macht man’s richtig?

Der wichtigste Ratschlag von Ohnemus und Baum besteht darin, die Stimmzettel zur Kommunalwahl in Ruhe daheim auszufüllen. "Die ausgefüllten Stimmzettel sollten dann am Sonntag mit ins Wahllokal gebracht werden, so entstehen auch keine Wartezeiten." Baum gibt mit einem Schmunzeln noch den Tipp, beim Verteilen der Stimmen gut nachzurechnen – mehr als 32 dürften eben nicht vergeben werden. Die Wähler könnten es sich auch einfach machen und einen Einzelstimmzettel unverändert abgeben, dann erhält jeder darauf genannte Bewerber eine Stimme. Andererseits kann man eben auch kumulieren, seine Stimmen also unterschiedlich gewichten, indem man einzelnen Bewerbern bis zu drei Stimmen gibt.

Wie läuft die Wahlorga­nisation bei der Stadt?

Bereits in dieser Woche gibt’s bei der Stadtverwaltung eine Urlaubssperre, am Sonntag und Montag werden dann 320 Mitarbeiter für die Wahlen eingespannt – als Aufsicht in den Lokalen und später beim Auszählen. Daher sind die städtischen Dienststellen am Montag geschlossen, inklusive aller Ortsverwaltungen, der Mediathek, des Kulturbüros und der VHS-Geschäftsstelle. Geöffnet sind nur das Bürgerbüro und das Musikschul-Sekretariat.

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