Offenburg Bisher 222 Fälle von mutierten Viren

Nachträgliche Laboruntersuchungen von positiven PCR-Tests haben für den Ortenaukreis nun ergeben, dass es bisher mehr als 220 Fälle von Infektionen durch mutierte Corona-Viren gab. Foto: Gollnow

Ortenau - Auch im Ortenaukreis breiten sich die neuen Corona-Varianten aus. Dies bestätigen nachträgliche Laboruntersuchungen. Bisher soll es zu 222 Infektionen gekommen sein. Beim größten Teil handelt es sich um die britische Virusvariante.

Mutanten-Anteil liegt bei rund 22 Prozent

Im Ortenaukreis wurde erstmals am 31. Dezember eine der Virusvarianten nachgewiesen, dabei handelte es sich um die wohl ansteckendere britische Variante (wir berichteten). Die Ermittlungen des Gesundheitsamts haben nun ergeben, dass sich bereits im Dezember Corona-Virus-Mutationen im Ortenaukreis ausgebreitet haben, teilt das Landratsamt am Mittwoch mit. Dies hätten nachträgliche Laboruntersuchungen gezeigt.

"Insgesamt wurden so inzwischen 222 Fälle von Corona-Virus-Mutationen nachgewiesen", heißt es vom Landratsamt. Bei 202 Fällen handele es sich um die britische Variante, bei zwei Fällen um die südafrikanische beziehungsweise brasilianische Variante, bei den anderen Fällen stünden weitere Laboruntersuchungen noch aus.

Nach Ermittlungen des Gesundheitsamtes liegt der Mutanten-Anteil der untersuchten positiven Proben innerhalb der letzten vierzehn Tagen im Ortenaukreis bei rund 22 Prozent – was genau dem bundesweiten Wert entspricht. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts vom Mittwoch werde die britische Mutation mittlerweile bei 22 Prozent aller positiven Corona-Tests in Deutschland festgestellt, so die Mitteilung.

In allen Fällen befinden sich die Infizierten und Kontaktpersonen im Ortenaukreis in 14-tägiger Quarantäne. Es wurden PCR-Abstriche veranlasst, um das Risiko einer Weiterverbreitung durch Virusträger ohne Symptome zu minimieren, so das Landratsamt.

Bei den ansteckenderen Varianten gelten strenge Quarantäne-Regelungen

Das Gesundheitsamt ermittelt in jedem Covid-19-Fall – Variante oder nicht – wo die Ansteckung stattgefunden haben könnte. Das ermöglicht, Häufungen zu erkennen und Infektionen in einen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang zu bringen. Das Gesundheitsamt verfolgt in allen Fällen die Kontaktpersonen und empfiehlt eine Quarantäne.

Bei Virusvarianten gilt die Quarantäne auch für die Haushaltsmitglieder der Kontaktpersonen. Die Dauer der Quarantäne beträgt bei den Virusvarianten 14 Tage, sonst zehn Tage. Es werden für die engen Kontaktpersonen PCR-Abstriche veranlasst, um das Risiko einer Weiterverbreitung durch Virusträger ohne Symptome zu minimieren. "Damit gelingt es, frühzeitig weitere Infektionen zu entdecken und neue Kontaktpersonen zu identifizieren", betont das Landratsamt.

Um die Zusammenhänge der Infektionen nachvollziehen zu können, werden weiterführende Laboruntersuchungen veranlasst. "Es ist daher nicht auszuschließen, dass auch bei weiteren Proben der bereits bekannten Fälle Mutationen nachgewiesen werden."

Die ausführliche Darstellung der aktualisierten Fallzahlen in der Ortenau gibt es auf der Sonderseite des Ortenaukreises im Internet unter www.ortenaukreis.de/corona_fallzahlen.

Der erste mit einer Reise in Zusammenhang gebrachte Fall einer Virusvariante in Baden-Württemberg wurde am 24. Dezember berichtet. Zwischenzeitlich sind dem Landesgesundheitsamt 2065 Fälle mit Virusvarianten mit besonderer Bedeutung, gemeint sind damit die nach Experten-Ansicht besonders ansteckende Varianten aus 43 Stadt-und Landkreisen Baden-Württembergs übermittelt worden.

  • Bewertung
    0