Offenburg Alle Energieträger verbinden

Seebach - Es sind spannende Fragen, bei denen die Schwarzwaldhochstraße aktuell im Mittelpunkt steht. Denn die beliebte Ausflugsroute soll fitgemacht werden für die Zukunft. Und es gibt bereits weitreichende Ideen.

 

Die E-Mobilität als ein wichtiges Standbein eines möglichen Verkehrskonzepts ist an der Schwarzwaldhochstraße bereits angekommen. Am Nationalparkhaus am Ruhestein gibt es eine Ladesäule für E-Autos.

Doch das ist nur ein Anfang, wenn es nach Michael Becker geht. Der Energieeffizienzberater und Wirtschaftsingenieur aus Karlsruhe beschäftigt sich seit acht, neun Jahren mit der B 500. Er sitzt in diversen Gremien, die sich mit der Zukunft der Straße und dem Naturpark befassen und ist Mitglied im Verein Kulturerbe Schwarzwaldhochstraße. Der 63-Jährige, der aus Ottenhöfen stammt, hat große Ideen. Die stoßen zwar noch nicht auf konkrete Unterstützung, allerdings Interesse.

CO2-frei, intelligent vernetzt und smart

Becker sieht die B 500 unter anderem als ein verbindendes Element in Sachen Energie. "In Iffezheim ist das Wasserkraftwerk, bei Baden-Baden gibt es Geothermie, im Murgtal das Pumpwasserwerk und auf der Hornisgrinde wird Windkraft genutzt", sagt er. Da gebe es zwangsläufig viele Ansatzpunkte, findet er.

Eine "Straße der erneuerbaren Energie" könne die B 500 werden, eine "Smarter Road" gespickt mit innovativer Technik für ein ausgeklügeltes Verkehrssystem. "Die ›Smarter Road‹ soll CO2-frei sein und erneuerbare Energien nutzen."

Weiter wünscht sich Becker einen Ausbau und die Vernetzung der bestehenden Verkehrssysteme. Das Ziel dahinter: Sowohl den Individual- als auch den Schwerlastverkehr und somit die Umwelt- und Lärmbelastung zu minimieren. "Wenn Besucher schon bei der Anfahrt erfahren, dass alle Parkplätze besetzt sind oder eine gute Alternative mit dem Bus besteht, entzerrt das die Situation und schafft vor allen Dingen Alternativen."

Bei Naturpark hat man von den ehrgeizigen Plänen des Ingenieurs gehört. Pressesprecherin Anne Kobarg: "Wir verfolgen das natürlich. Die Bundesstraße als solche ist allerdings nicht unser Aufgabengebiet." Grundsätzlich sei das natürlich ein großes und interessantes Thema.

Noch ist Beckers Konzept genau das: ein Konzept. Für das sucht der 63-Jährige derzeit Unterstützer in der Industrie und anderen potenziellen Partnern. "Das Interesse ist da", weiß er. Denn die Möglichkeiten seien groß: So kann er sich in Kooperation mit einem PKW-Hersteller ein E-Mobilitätszentrum vorstellen, wo sich Interessierte ein E-Auto ausleihen können. Auch als Teststrecke für elektrische Fahrzeuge lasse sich die Schwarzwaldhochstraße sehr gut nutzen. Und einen autonom fahrenden Bus in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologiekann sich der Ingenieur auch gut vorstellen.

"Smarter Road" als Marke hat sich der gebürtige Ottenhofer bereits schützen lassen. Und die B 500 soll, wenn es nach ihm geht, nicht die einzige "Smarter Road" werden.

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