Offenburg 550 Polizisten 24 Stunden im Einsatz

"Es gibt in der Ortenau keinen Quadratzentimeter rechtsfreien Raum", so Polizeipräsident Reinhard Renter. 550 Einsatzkräfte kontrollierten am Freitag ab 6 Uhr 24 Stunden lang. So viel ist sicher: Am Mittag standen fünf vorläufige Festnahmen zu Buche.

Ortenaukreis

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Von Jörg Peterkord und Janosch Lübke

Ortenau. Der erste Ortenauer Fahndungs- und Sicherheitstag ist Bestandteil der länderübergreifenden Zusammenarbeit, die im Juni am Rande der Innenministerkonferenz in Kiel unterzeichnet worden ist. Für Polizeipräsident Reinhard Renter ein willkommener Anlass, das Selbstverständnis des Polizeipräsidiums Offenburg öffentlich zu dokumentieren: "Wir setzen uns für Sicherheit und eine hohe Lebensqualität der über 700 000 Einwohner ein. Die Bürger dürfen sich sicher fühlen in unserem Zuständigkeitsbereich." Und die insgesamt 46 Einsätze mit verdeckte und offenen Kontrollen sollten eben dieses Gefühl der Bevölkerung stärken. Objektiv liegt das Polizeipräsidium mit jährlich 5800 Straftaten je 100 000 Einwohner auf Platz vier und über dem Landesdurchschnitt in Baden-Württemberg. Etwas Vergleichbares wie diesen konzentrierten Kontrolltag hat es in den vergangenen Jahrzehnten noch nicht gegeben. Es werde der Druck auf "Störer" und Straftäter erhöht. Dafür mussten die Bürger gestern auch Wartezeiten in Kauf nehmen. Ein Balance-Akt in der öffentlichen Wirkung: "Jede Kontrolle schränkt auch Freiheitsrechte ein", erklärte Renter. Nach zehn Stunden Kontrollen bestätigte Polizeipressesprecher Ansgar Gernsbeck auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Reaktionen der kontrollierten Bürger durchweg positiv sein. Auch die geleistete Präventionsarbeit und Ansprechbarkeit in der Öffentlichkeit fand Anerkennung. Gegen 17.30 Uhr standen 1100 Kontrollen mit knapp 600 Fahrzeugen 39 Straftaten und festgestellten 49 Ordnungswidrigkeiten gegenüber.

In Lahr fand die Kontrolle zwischen 16 und 22 Uhr auf dem Parkplatz zwischen dem Sulzer Kreuz und der Abzweigung nach Mietersheim statt. Bis etwa 17 Uhr kontrollierten die Beamten des Lahrer Reviers und der Ordnungspolizei der Stadtverwaltung etwa 100 Fahrzeuge. Ein Fahrer hatte Alkohol getrunken, ein anderer hatte wohl Drogen konsumiert. Für beide Fahrer war die Fahrt dort zu Ende. Einige Ordnungswidrigkeiten kamen dazu, wie Fahren ohne Gurt, abgelaufener TÜV oder Asu sowie fehlende Papiere. Ansonsten gab es keine besonderen Auffälligkeiten.

Auf dem Parkplatz an der B 33 in der Nähe des Haslacher Bahnhofs wurden am Sicherheitstag 103 Fahrer zur Kontrolle aus dem Verkehr gezogen. Vier Personen waren nicht angeschnallt und zwei Personen wurden mit dem Handy am Ohr ertappt. "Es ging uns bei der Aktion aber auch nicht darum, möglichst viele Fahrer zu bestrafen, sondern zu schulen", erklärte Revierleiter Martin Ringwald.

Für die Bürger in der Ortenau stand die Polizei mit Präventions- und Informationsständen auf den Marktplätzen in Bühl und Rastatt jeweils einige Stunden zur Verfügung. An beiden Standorten lud der Info-Truck des Landeskriminalamts ein, sich zum Thema Einbruchschutz zu informieren. Statt der üblichen Pressemeldungen transportierte das Polizeipräsidium seine Meldungen zum Zwischenstand des Sicherheitstags und aktuellen Einsätzen verstärkt über die sozialen Netzwerke Facebook und Twitter.

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