Offenburg 255 neue E-Autos in sechs Monaten

Mit Geld vom Bund soll die Infrastruktur für E-Autos in der Ortenau wachsen. Archivfoto: LZ Foto: Lahrer Zeitung

978 rein elektrisch betriebene Autos von insgesamt 260000 Fahrzeugen in der Ortenau sind am 27. Juli 2019 zugelassen gewesen. Ein beachtlicher Zuwachs gegenüber 2018. Was wird mit dem Geld vom Bund zur Förderung der Elektromobilität angestellt?

Ortenau. Rund 5,1 Millionen Euro Fördermittel sind seit 2016 für den Breitbandausbau und die Verbesserung der Ladeinfrastruktur sowie der Förderung der Elektromobilität in die Ortenau geflossen. Insgesamt fördert das Bundesverkehrsministerium damit Projekte im Ortenaukreis. Die Fördermaßnahmen umfassen unter anderem 295 040 Euro für die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG) zur Beschaffung von elektrischen Linienbussen. Das landeseigene Unternehmen möchte laut Projektbeschreibung bis zum 31. Dezember 2020 mit der Beschaffung von zwei Elektrobussen einen Beitrag zur weiteren Nachhaltigkeit des öffentlichen Nahverkehrs leisten. Nach den ersten sechs Einsatzmonaten des Elektrobusses zog die SWEG im Oktober ein positives Zwischenfazit. Die Technik sei verlässlich und bereite keine größeren Probleme, heißt es auf der Internetseite des Unternehmens. Zurzeit ist allerdings nur ein Elektrobus für die SWEG im Einsatz. Wann ein zweiter E-Bus für die SWEG im Einsatz sein wird? "Die SWEG steht derzeit in Kontakt mit einem anderen E-Bus-Hersteller, um eine neue Generation E-Bus im Leasing-Verfahren zu testen", erklärte Christoph Meichsner für das Unternehmen auf die Frage unserer Zeitung.

Die Zulassungszahl der rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge für die Ortenau belief sich am 31. Dezember 2018 auf 723 Pkw. Darin enthalten sind neben Pkw auch sonstige Fahrzeuge wie etwa Golfcaddys oder Transporter. Am 27. Juli 2019 waren es 978 Fahrzeuge. Die Zahl der Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb ist in denselbem Zeitraum auf aktuell 1 411 gestiegen. "Bei einem Fahrzeugbestand von rund 260 000 Pkw ist der Anteil noch sehr gering", teilt hierzu das Landratsamt auf Anfrage unserer Zeitung mit. Man sehe aber an den vorliegenden Zahlen, dass dennoch eine "enorme Steigerung" von Fahrzeugen, die einen Elektroantrieb haben, zu verzeichnen ist. "Es ist auf jeden Fall davon auszugehen, dass die Zahlen weiter steigen werden", so das Landratsamt.

"Ich freue mich, dass die Bundesförderung im Bereich Zukunftstechnologien, dem Breitbandausbau und bei der Förderung der E-Mobilität bei uns so gut genutzt wird", erklärt der CDU-Abgeordnete Peter Weiß.

Insgesamt 33 Projekte werden vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur seit 2016 gefördert. Die meisten Förderungen laufen im Jahr 2020 aus. Hier einige Beispiele: 331 824 Euro sind der Hochschule Offenburg für das Verbundprojekt "Interaktives intelligentes System für autonome fernüberwachte Kleintransporter in der Paketlogistik (VanAssist)2" bewilligt worden. Weitere 325 054 Euro erhielt die Hochschule Offenburg im nationalen Innovationsprogramm "Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie" für die Entwicklung eines eichfähigen, hochpräzisen Coriolis-Massedurchflussmessers für Wasserstofftankstellen.  80 000 Euro hat die Stadt Kehl für ihr Elektromobilitätskonzept bekommen. Die Stadt strebt eine Kooperation auf regionaler Ebene unter anderem mit den Städten Offenburg und Lahr an. Dies ermögliche zudem Synergieeffekte, welche die Verbreitung der Elektromobilität unterstützen. So sollen kostenlose Erstberatungen erhalten und Multiplikatoren werden.

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