Oberwolfach Vier Bergbauregionen stellen sich vor

Oberwolfachs Bürgermeister Matthias Bauernfeind (von links), Hans-Jörg und Kordula Kovac von der Grube Clara in Wolfach, Haslachs Bürgermeister Philipp Saar und Simone Braun vom Naturpark präsentieren den neuen Flyer "Bergbau im Kinzigtal". Foto: Fischer Foto: Schwarzwälder Bote

Mit dem neuen Flyer zum Bergbau im Kinzigtal stellen vier Kommunen der Region ihre Bergwerke vor. Urlauber können sich nun in allen Rathäusern und Tourist-Infos über das Angebot informieren.

Oberwolfach/Mittleres Kinzigtal. Nicht nur im Ruhrgebiet hat der Bergbau eine lange Tradition. Bereits in der ersten Strophe des Badnerlieds heißt es "Zu Haslach gräbt man Silbererz" – und das nicht umsonst: In vier Gemeinden gibt es immer noch Halden und Bergwerke, die Besucher besichtigen und auf denen sogar Sammler Mineralien abbauen können.

Damit auch Touristen von diesem Angebot erfahren, haben sich die Kommunen nun zusammengeschlossen und den gemeinsamen Flyer "Bergbau im Kinzigtal" neu aufgelegt. Darin finden Urlauber Informationen zum Besucherbergwerk Segen Gottes in Haslach, der Erzpoche Hausach, dem Besucherbergwerk Grube Wenzel in Oberwolfach, der Mineralienhalde Grube Clara in Wolfach und dem Minerlalien- und Mathematik-Museum in Oberwolfach.

Gemeinsam mit dem Schwarzwald Mitte/Nord haben die vier Kinzigtäler Orte 100 000 Exemplare des Flyers gedruckt – wegen der Unterstützung des Naturparks in dessen grünem Design. 60 Prozent der Kosten hat der Naturpark übernommen. Die restlichen 40 Prozent haben die Kommunen untereinander aufgeteilt. "Wir wollen uns mit der Broschüre auch über die Landesgrenzen hinaus für Gäste präsentieren und den Bergbau allen vorstellen. Es gibt durchaus ein sehr interessiertes Publikum, das unsere Gruben besucht – egal, ob Familien mit Kindern oder ehemalige Bauarbeiter", erzählt Oberwolfachs Bürgermeister Matthias Bauernfeind. Der neu aufgelegte Flyer sei ein gelungener Beweis für die Zusammenarbeit mehrerer Kommunen, denn "keiner sticht hervor, sondern alle werden gleichermaßen vorgestellt."

Das schätzt auch Haslachs Bürgermeister Philipp Saar: "Wenn Gäste nördlich von Karlsruhe hierherkommen, dann interessiert es sie nicht, ob das Bergwerk in Haslach oder Oberwolfach ist, sondern das Angebot ist wichtig. So haben die Besucher wortwörtlich alles in einer Hand."

100 000 Exemplare werden verteilt

Er betont, dass es auch heutzutage notwendig sei, das Faltblatt zu drucken, "das macht einfach mehr her und so kann es die Mutter ihrem Kind in die Hand geben und mit ihm anschauen statt auf dem Tablet herumzutippen."

Nun muss der Flyer noch in den Rathäusern und Tourist-Infos verteilt werden, damit alle Interessierten ihn mitnehmen können. "Wir wollen die breite Masse informieren und Lust machen, hierherzukommen. Die Corona-Verordnung muss es aber auch erlauben", so Bauernfeind. Aktuell sehe es aber noch gut aus: Das Besucherbergwerk Grube Wenzel öffnet in der kommenden Woche auch wieder regulär seine Pforte. Dann sind bis zu 20 Führungen am Tag möglich und es heißt auch wieder in Oberwolfach "Glückauf".

Die Blütezeit des Bergbaus im Kinzigtal war laut des neuen Flyers im 18. Jahrhundert. In Haslach arbeiteten zeitweise bis zu 300 Bergleute. Im 20. Jahrhundert begann eine neue Bergbauperiode mit dem Schwerspat. Seit 1898 wird bis heute in der Grube Clara in Oberwolfach das auch Baryt genannte Mineral abgebaut. Die Grube ist das einzige noch aktive Erzbergwerk im Schwarzwald.

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