Übernachtungsgäste blieben aus Tourismus legt Vollbremsung hin

Bürgermeister Matthias Bauernfeind (rechts) hat Thomas Bleile, Bundestagskandidat der Grünen, von den Besonderheiten der Flächengemeinde Oberwolfach berichtet. Foto: Haas

Oberwolfach - Die Corona-Pandemie hat auch die Gemeinde Oberwolfach stark belastet. Für den Tourismus war das laut dem Bürgermeister besonders hart: Die fast 55.000 Übernachtungsgäste blieben aus. Das traf auch die Gastronomen.

Oberwolfachs Bürgermeister Matthias Bauernfeind nannte bei einem Besuch des Grünen-Bundestagskandidaten Thomas Bleile den für die Gemeinde wichtigen Tourismus-Sektor, der unter der Corona-Pandemie besonders gelitten habe. Auch die gemeindlichen Einrichtungen wie das Besucherbergwerk Wenzel und das Mineralien- und Mathematikmuseum des Vereins der Freunde für Mineralien und Bergbau habe starke Einbußen hinnehmen müssen.

Einen schweren Einbruch gab es mit dem Absinken von jährlich rund 55­. 000 Übernachtungen gegen Null vor allem auch für die Gastronomie. Viele Betriebe seien glücklicherweise aber von den Eigentümern selbst geführt, sodass nicht auch noch die Kosten für die Pacht anfielen. Bauernfeind zeigte sich zuversichtlich, dass im Laufe der Zeit mit Besserung der Lage auch wieder mehr Gäste in die Restaurants kommen.

Mit Blick auf die Klimaproblematik kam ausführlich das schon jahrelange Engagement der Gemeinde in diesem Bereich zur Sprache, das bereits mit der Nahwärmeversorgung unter Bürgermeister Jürgen Nowak in die Wege geleitet wurde.

Die Problematik in Bezug auf die Gemeinde Oberwolfach machte Bürgermeister Matthias Bauernfeind deutlich: Durch die Bedeutung der Waldwirtschaft und den hohen Waldanteil der Gemeinde sei man in besonderer Weise auf die Natur angewiesen. Bei Maßnahmen zum Schutz des Klimas könne aber nur durch die Förderung von Bund und Land mit möglichst maßgeschneiderten Programmen gearbeitet und die Klimaziele weiter vorangebracht werden.

Dank der Eingangsfrage des Grünen-Politikers Bleile, warum das Rathaus "am Zipfel des Ortes" gelegen sei, konnte Bauernfeind den Gast aus Villingen-Schwenningen direkt auf die örtliche Geografie und Historie hinweisen und korrigierte ihn, dass dies gar nicht der Rand sei. Die Gemeinde Oberwolfach sei ganz im Gegenteil eine der größten Flächengemeinden Baden-Württembergs.

Gemeinde will im Klimaschutz Vorbild sein

Auch die Mobilitätsfrage im ländlichen Raum sprach Bauernfeind an. Er berichtete von den örtlichen Bemühungen in Hinblick auf Leihräder über das Ruftaxi bis zu den Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs. Bauernfeind betonte, es sei wichtig, Anreize zu geben und keine Verbote auszusprechen. Die Gemeinde wolle durch ein Elektroauto für den Bauhof selbst ein Vorbild sein, ganz getreu dem Grundsatz: "Wichtig ist, dass umweltschützendes Verhalten erst einmal in den Köpfen ankommt."

Im Jahr 1275 wurde Oberwolfach als "superioris Wolfach" erstmals urkundlich erwähnt. Heute hat die Gemeinde eine Einwohnerzahl von 2617 (Stand 30.09.2020) und eine Fläche von 5127 Hektar. Oberwolfach liegt in 270 bis 948 Metern Höhe und ist ein anerkannter Luftkurort. Dieses Prädikat wird an Ortschaften vergeben, deren Luft und Klima für die Erholung und Gesundheit förderlich sind.

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