Oberwolfach Schnurranten kennen keine Scheu

Die Oberwolfacher Schnurranten haben am Sonntag wieder einmal ein echtes Festival der Freude mit deftigen Wolftäler Spaßgeschichten veranstaltet. Vier Gruppen zogen dabei durch die acht Oberwolfacher Lokale.

Oberwolfach. Nach der mit bekannten Fasnetsmärschen die Stimmung anheizenden Narrenkapelle überboten sich die vier Schnurrantengruppen gegenseitig an Humor, Witz und Fabulierkunst – und auch musikalisch waren sie gut drauf. Die zahlreichen Gäste hatten das geahnt und lenkten ihre Vorfrühlingswanderung schnurstracks in die acht Schnurrlokale zwischen Schwarzenbruch, Walke und der "Wolfsklause".

Peter Grabsch glossierte mit seinen beiden Begleiterinnen Tanja Harter mit Tochter Corina die Werbeseiten im örtlichen Nachrichtenblatt humorvoll. Es missfiel ihnen gewaltig, dass da Auswärtige mit Sonderangeboten den Wolftälern ins Jenseits verhelfen wollen. Den bis 2048 versprochenen Vergünstigungen konterten sie Raffinessen, mit denen die Wolftäler Geschäfte aufzutrumpfen in der Lage sind, angefangen mit der musikalischen Begleitung durch "Bruno und Boschd" bis zum letzten Ausflug an den Glaswaldsee, entgegenhalten. "Hubbis" verzweifelte Christbaumsuche im "Ranke" wurde ebenso lustig in Reime gefasst, wie eines "Machdeburchers" Radtour über die plötzlich nicht mehr existierende "Jelbach"-Brücke.

Leibhaftige Erfahrungen mit Oberwolfacher Baugeschäften hatte die zweite Gruppe zu präsentieren, den gemeindlichen Bauhof nicht ausgenommen. Als allmächtiger Problemlöser wurde Bürgermeister Bauernfeind zitiert: "Jo, wir schaffen das!" Nach einem Sabbatjahr machte die Gruppe mit ihrem Temperament deutlich, mit welcher Freude sie "die Massen verspassen": "Mir vuzelle, ihr lache!" Ratschläge hatten sie en masse: "Langsam fahre, d’ Stunde bring’s Geld!" und "Manche nenne des Pfusch, mir sage dezue flexibel!"

Für die Arbeit nach dem Mittag gilt: "Zwei, wo sich nit guet vutrage, sin d’Ärbet und e volle Mage!" Dem "Pfipfis" hatten sie bezüglich des Arbeitskräftemangels auf’s Maul geschaut: "Ich bruuch keine Litt, ich bagger ellei!"

Visionär blickten sie auf sein Maschinendepot: "Mir könnt d’Mischtlache usem Mitteldal nusfiehre und die Big Wall vor Schapbe realisiere." Neidisch kommentierten sie sein Referenzmodell: "Der Fahrradweg Richtung A(rsch) der Welt." Zur Kooperation von "Pfipfis und Lkw-Kuschbe" passte nichts besser als die Schlagermelodie "Ablado, Abladert". Fantasievoll stellten sie schließlich fest: "Wenn des Fahre mit klapprige Kärre olympisch wär, wer g’winnt dann Gold? De Bauhof oder d‘ Bundeswehr?"

Schnurrantensuche fand "Kaib" Gerhard Schmider mit seinen Mannen überflüssig: "Erscht mol die Alte uffbruuche." Das Altersheim unter neuer Regie fanden sie klasse, "s’ Trinke gibt’s jetzt us Caritasse". Bei einem Ausflug in das Weltgeschehen stellten sie fest: "Der Flug hinter den Mond isch guet verloffe, sie hen dert wider Erwarte kei Wolfacher atroffe."

Regelrecht in Schnurr-Extase gerieten sie durch das für 2020 in Wolfach geplante Mops-Hundetreffen, das sie zum Song animierte: "Kein Festivale für Kristaale, statt dessen Bello schau, Bello schau, Bello schauschauschau".

Erbeben ließen die als "Herren der Ringe – und Dinge" auftretenden Jungmusiker die Lokale mit ihrem temperamentvollen Auftritt. Perfekt reimend präsentierten sie das vom Hansebur versehentlich provozierte Schaumbad durch Haus und Hof ebenso wie die Odyssee des Fußbauern auf der Suche nach dem beim Kalben verloren gegangenen Ehering. Als "Schnurrrabbits" hatten sie eine Menge Hintergründiges ausspioniert.

Gruppe 1: Mike aus Machdeburch: Peter Grabsch mit Tanja und Corina Harter

Gruppe 2: Die Handwerker vom Bauhof & Co – vom SVO: Lukas Springmann, Nils Springmann, Dominik Schuler und Oliver Mai

Gruppe 3: Die Mopsfest-Lader und Alt-Schnurranten: Gerhard Schmider, Musikant Schmidus Martin Schmieder, "Pfipfis" Roland Rothfuß und Thomas Wild

Gruppe 4: TKO-Schnurranten als "Herren der Ringe – und Dinge": die "Schnurrrabbits" Peter Würth, Wolle Wolfgang Dieterle, Julian Bonath, Daniel Schmid und Thomas Rauber