Oberwolfach Schaumschläger und Luftbestattung

Die bunte Schar verschiedenster Hästräger ist beim Umzug in Oberwolfach am Sonntag vom Narrensamen angeführt worden. Mit kräftigen "Narri-Narro"-Rufen schritten die kleinen Feen und Magier von "St. Josef" voran.

Oberwolfach. Dahinter marschierte der Narrenrat mit einer gut gelaunten Narrenmutter Martina I. an der Spitze, die die Zuschauer am Straßenrand grüßte. Hinter ihr verteilten die schick herausgeputzten Kaffeetanten und Schnitzpuber zu den Klängen der Narrenkapelle Süßigkeiten und Apfelschnitze.

Die Wagenbauer "Wasserbube" verwandelten die Flaniermeile in eine große Schaumparty. "Nur ein Tropfen zu viel Spüli", verkündeten sie und schüttelten den Kopf, während sie den Schaum aus der überdimensionierten Spülmaschine mittels Laubbläsern auf dem närrischen Volk am Straßenrand verteilten. "Spüli im Maschinenraum setzt die Küche unter Schaum", war am Fahrzeug zu lesen. Die darauffolgenden Lempi-Hexen taten ihr übriges und seiften den einen oder anderen Zuschauer tüchtig ein – oder bugsierten ihn kurzerhand in ihr Rad, um ihn einmal kräftig auf den Kopf zu stellen.

Allerlei Schabernack am Straßenrand

Auch die Wagenbauer-Gruppe "Bruno on Fire" hatte sich mächtig ins Zeug gelegt: Sie luden zum Probeliegen im gläsernen Sarg – natürlich gebaut vom örtlichen Unternehmen. Segen inklusive. Am eigentlichen Wage präsentierten sie unter dem Motto "Bestattungsunternehmen Harter versus Heizmann" die neuste Bestattungsmethode: Die Luftbestattung. "Leute mache was für de Wald, len’ euch wiederverwerte als Kalk", prangte da als Schriftzug.

Die Bockseckengeister, die Hamperle-Kapelle "Harmonie" und die Nachtfrauen konnten sie damit nicht schocken. Und auch die Käfzgeschneller marschierten fröhlich mit ihrem drehbaren Riesenapfel, in den sie die Gäste vom Straßenrand einluden. Die Serregeister aus dem Gelbach trieben ebenfalls allerlei Schabernack und "stibitzten" die Zuschauer vom Straßenrand, um sie einmal durch den Tannenbaumtrichter zu schicken.

Ebenfalls fantasievoll zeigten sich die Mitteltäler mit ihrem Wagen. Für das "erste Wolfacher Möpsefestival" prämierten sie die, nunja, schönsten Exemplare. "Möpse sin a’ tolle Sache – ob große, kleine, spitze, flache" verkündeten sie von ihrem Wagen herunter.

Dem widersprachen auch die St. Romaner Teufel nicht – und lasen unterwegs noch den einen oder anderen "verschnürten" Zuschauer auf. Zum Abschluss des Umzugs folgte die Wolfszunft, bevor sich die schaulustige Schar aufmachte, um in der Festhalle tüchtig weiter zu feiern.

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Die schönsten Oberwolfacher Umzugswagen werden am kommenden Freitag, 8. März, prämiert. Beginn ist um 20 Uhr im "Walkenstein".