Oberwolfach "Gastgeberherz schlägt höher denn je"

In die Oberwolfacher Restaurants und Hotels kehrt wieder Leben ein: Die Gastronomen freuen sich auf die Gäste und den "Schritt in Richtung Normalität". Foto: Beule Foto: Schwarzwälder Bote

Das Warten hat ein Ende. Seit Montag darf die Gastronomie – unter strengen Auflagen – wieder öffnen. Auch die Hotels sollen alsbald folgen. Der Schwabo hat sich bei den Gastronomen in Oberwolfach umgehört.

Oberwolfach. Doch bevor der erste Gast empfangen werden konnte, stand viel Arbeit ins Haus. Die Auflagen sind streng – dennoch überwiegt die Freude, wieder Gastgeber sein zu dürfen.

"Die letzten Wochen waren geprägt vom anfänglichen Schock und sicherlich von nicht unbegründeten Ängsten um Existenz und vor allem aber auch um Gesundheit der Gäste, Mitarbeiter und einem selbst", schreibt Joachim Bonath vom Gasthaus und Hotel Walkenstein. Trotzdem habe sich das Haus schnell dafür entschieden, einen MitnahmeService anzubieten, der von der Bevölkerung "unglaublich gut" genutzt wurde. Bereits vor vier Wochen habe es erste Hinweise des Hotel- und Gaststättenverband Dehoga für den Fall der Wiedereröffnung gegeben, so Bonath weiter. Dieses Konzept habe sich im Großen und Ganzen bestätigt. Es wurden nun mehrere Hygienestationen eingerichtet. Weiter gibt es für den Weg zur und von der Toilette jeweils eine "Einbahnstraße". Sitzplätze gibt es im "Walkenstein" rund 40 Prozent weniger, um die Abstände einzuhalten.

"Sicherlich lastet aber auch eine hohe Verantwortung auf uns, den Mitarbeitern, aber auch auf den Gästen, die ja das Konzept der Abstände, Hygiene und so weiter mittragen müssen. Man darf nicht vergessen, dass wir wohl immer noch mitten in der Pandemie sind. Aber alles in allem schlägt natürlich das Gastgeberherz höher denn je", erklärt Bonath weiter. Der Abholservice "Gass to go" wird übrigens weiterhin angeboten.

Mitnahme-Angebote bleiben bestehen

Ähnlich sieht es im Hotel 3 Könige aus – mit dem Außerhaus-Service wurden gute Erfahrungen gemacht, er soll auch weiterhin angeboten werden. "Wir, die Familie Echle und Mitarbeiter, freuen uns natürlich sehr, dass wir nach so langer Zeit unsere Gäste wieder persönlich in unserem Restaurant und Biergarten im Innenhof begrüßen dürfen", heißt es in der Mitteilung. Selbstverständlich habe der Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Gäste und Mitarbeiter höchste Priorität. Darum halte sich das Restaurant und Hotel genaustens an die Empfehlungen und Einschränkungen der staatlichen Behörden.

Auch im "Hirschen" in Oberwolfach-Walke werden einige Tische im Restaurant wegfallen. "Trotzdem freuen wir uns sehr, dass wir wieder Leben ins Haus bekommen", sagt Stefan Junghanns im Gespräch mit dem Schwabo. Zudem sollen die Laufwege im Hotel verändert und "Einbahnstraßen" eingeführt werden. Vor den Eingängen stehen Desinfektionsspender bereit, ebenso im Hotel verteilt. Mit Oberflächensprays werden die Tische für die Gäste gereinigt, erklärt Junghanns.

Das Haus müsse eine Dokumentation anfertigen, wer als Gast da ist. Die Mitarbeiter würden zudem einen Mundschutz tragen. Den Gästen sei die Entscheidung darüber selbst überlassen. "Wenn man sich im Haus bewegt, würde ich es aber empfehlen", so Junghanns. Auch, wenn das alles Einschränkungen bedeute, überwiege die Freude, dass wieder ein Schritt in Richtung Normalität getan werde, erklärt Junghanns. "Für Gäste, die sich noch nicht so wohl damit fühlen, wieder ein Restaurant zu besuchen, bieten wir auch weiterhin den Mitnahme-Service an", sagt er.

Auch in der Wolfsklause kehrt wieder Leben ins Restaurant ein. "Die Corona-Auszeit war teils wohltuend, aber auch mit vielen außergewöhnlichen Tätigkeiten verbunden", schreiben Martha und Karl-Ludwig Echle auf die Anfrage. Zum Start gebe es "Arbeit ohne Ende", um den Vorschriften gerecht zu werden. Die stetigen Informationen der Dehoga seien dabei sehr hilfreich gewesen. Ob sich der Aufwand letztlich lohne, sei keine Frage. "Für uns ist es wichtig, dass wir unsere Gäste wieder verwöhnen können und unsere Mitarbeiter wieder voll beschäftigt sind."

Das Hotel-Garni Café Schacher öffnet am Donnerstag wieder für die Gäste. Der Hotelbetrieb folgt an Pfingsten.

Stefan Junghanns vom "Hirschen" rät den Gästen, sich vor dem Restaurantbesuch über die Vorgaben zu informieren und von sich aus den Abstand und den vorgegebenen Sitzplatz einzuhalten. "Die Rücksicht, die beim Einkaufen herrscht, sollte bei uns Gastronomiebetrieben genauso herrschen", bittet er. Die Betriebe würden die Regeln gut sichtbar aushängen. Ganz wichtig: "Wer sich krank fühlt oder kürzlich krank war, sollte zuhause bleiben."

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