Oberweier Rückblick auf 45 Jahre

In einer kleinen Feierstunde wurde das 45-jährige Bestehen der Senioreneinrichtung "Emmaus" in Oberweier zelebriert (von links): Altortsvorsteher Richard Haas, Charlotte Schubnell, Claudia Collet und Carsten Jacknau.Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Oberweier (cbs). Die Senioreneinrichtung "Emmaus" in Oberweier feiert 45. Geburtstag, der Freundeskreis Emmaus seinen 30. und Claudia Collet ihr Zehnjähriges als Heimleiterin: "Wenn das kein Grund zum Feiern ist", stellte Charlotte Schubnell, Vorsitzende des Freundeskreises, fest. Collet war erstaunt, dass der Freundeskreis bereits seit 1990 fest an der Seite des Hauses steht. Umso mehr galt es den vergangenen 45 Jahren einen Rückblick zu schenken. Bei aller Verneigung vor den Menschen, die bereits im Haus gewohnt, gearbeitet und gewirkt haben, bleibe dennoch der zuversichtliche Blick in die Gegenwart und Zukunft. Schließlich sei das neue Emmaus, das im Januar 2019 bezogen wurde, "nicht nur moderner, sondern lässt den Menschen individuell in den Mittelpunkt rücken in Teilhabe, selbstbestimmtem Leben, Autonomie und einem liebevoll, behüteten Umfeld", erklärte Collet.

Zum Profil des Hauses passe die Zertifizierung nach Sebastian Kneipp. "Seit vielen Jahren ist das Emmaus naturheilkundlich ausgerichtet. Die fünf Wirkprinzipien von Pfarrer Kneipp werden in die täglichen Arbeitsabläufe zum Wohle der Bewohner integriert." Schubnell überbrachte in ihrer Funktion als Bürgermeisterstellvertreterin die Glückwünsche der Gemeinde und drückte ihre Freude über ein sehr gut gelungenes Haus aus, das in professioneller und liebevoller Pflege auch einen Standortvorteil für die Kommune darstelle.

Spatenstich und Richtfest im Jahr 1974

Collet streifte im Zeitraffer die vergangenen Jahrzehnte. Im Januar 1973 hat der Verwaltungsrat des Evangelischen Vereins für Innere Mission Augsburger Bekenntnis dem Vorhaben zum Bau eine Altenheims zugestimmt. Im Juli 1973 kaufte der Verein das Grundstück in Oberweier. Noch im selben Jahr wurde der Bau des Hauses mit 50 Betten beschlossen. Entschieden wurde sich einhellig für den Namen Emmaus und nicht für Haus Abendfrieden. Erste Hauseltern waren Ernst und Martha Weißer, er war gelernter Kaufmann und sie Krankenschwester. Auf den Spatenstich im Mai 1974 folgte das Richtfest im Dezember 1974. Nach der Einweihungsfeier war das Haus bereits Ende Oktober 1975 mit 30 Plätzen für Gesunde und zehn für Pflegebedürftige belegt. 18 Mitarbeiter, davon fünf Halbtagskräfte, hatten damals ihren Dienst verrichtet. Die Kosten für einen Heimaufenthalt beliefen sich auf monatlich zwischen 831 und 921 Deutsche Mark. Im Vergleich: Das neue Emmaus zählt 75 Plätze in einem hellen Neubau. 70 Mitarbeiter verrichten im Haus ihren Dienst.

Im Namen des Freundeskreises erinnerte Schubnell auch an das Leben im Emmaus: "Eine 45-Stunden-Woche war selbstverständlich, Tariflohn in der Pflege noch nicht üblich und ein großer Garten garantierte die Selbstversorgung." Unterstützt wurde das Haus von Frauen aus den AB-Gemeinden. In den Folgejahren kam es zur Trägerumwandlung zum diakonischen Werk, was gleichzeitig die Geburtsstunde des Freundeskreises im Jahr 1990 eingeläutet habe. Seit acht Jahren ist Schubnell Vorsitzende. Dem Haus wünscht sie eine prosperierende Zukunft, ein volles Haus, gesunde wirtschaftliche Entwicklung und weiterhin eine engagierte Pflege. "Das Emmaus ist ein Haus zum Wohlfühlen, ein Ort an den die Menschen gern kommen", stellt Carsten Jacknau, Vorstand Evangelisches Stift, fest. Viele Menschen seien in den vergangenen 45 Jahren Teil der Gemeinschaft des Hauses geworden.

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