Oberschopfheim Wie ein Heimkommen zur Familie

Drei Tage lang haben die Motorradfreunde Oberrhein ihr legendäres Treffen auf der Lendersbachwiese abgehalten. Mit dabei waren jede Menge Gäste, die sogar aus Canada, Frankreich oder Nordfriesland nach Oberschopfheim anreisten.

 

Oberschopfheim. Das 44. Motorradtreffen mit den Motorradfreunden Oberrhein war für passionierte Motorradfahrer auch mit einer gewissen Wehmut verbunden. Zum einen zeigten sich viele der angereisten Gäste erschüttert über den allzu frühen Herztod von Vorstandsmitglied Harald Ziegler, zum anderen wussten sie, dass dies das vorletzte Treffen seiner Art sein wird. Denn die Motorradfreunde hatten Ende April beschlossen, nach dem 45. Treffen 2019 diese einzustellen (wir berichteten). "Ach, die Jungs werden schon noch eine Art Fest irgendwie aus dem Hut zaubern", waren die treuen Gäste aus Nordfriesland aber dennoch optimisitisch.

"Oberschopfheim und Motorradtreffen ist wie Heimkommen zu Freunden in den Schoß der Familie", beschrieb Reiner Thomsen aus Schleswig-Holstein, von allen nur Dettel genannt, die Atmosphäre. Der Mann mit dem eleganten Rauschebart erklärte weiter: "Hier treffen wir Nordfriesen, die wir das ganze Jahr nicht sehen." Dettel legt von Viöl bis Oberschopfheim 877 Kilometer zurück, Frank Schustelreit sogar 936 Kilometer.

Anziehend ist für die Nordfriesen nicht alleine die hügelige Gegend. Kaum ist Conny Thomsen mit ihrem Auto auf der Wiese angelangt, ist sie auch schon am Baggersee. "Alles, ist einfach toll", schwärmt die Nordfriesin, die in diesem Jahr mit einem befreundeten Paar die Zahl 25 über ihrem Zeltdach aufsteigen ließ. Auch Jochen Sterner kommt seit 25 Jahren ununterbrochen nach Oberschopfheim. "Ja, das ist unsere Silberhochzeit", jubelt die herzerfrischende Gruppe.

"Wenn Urlaub in der Heimat, dann im August, wenn die Motorradfreunde zum Fest einladen", ist die Devise von Ivan und Brigitte Legendre. Am Tisch mit Edith Lienhard vom Schützenverein Oberschopfheim gab es ebenfalls ein herzliches Wiedersehen ebenso wie bei den Mitgliedern der Tennisabteilung. Denn unter den Gästen auf der Lendersbachwiese waren auch viele Oberschopfheimer anzutreffen.

Willi Gnacke, alias "Panik", hat viele Rundmails verschickt und freute sich unter anderem auf ein Wiedersehen mit Anita und Karl-Heinz Kiesele. Die beiden Friesenheimer zählen zu den langjährigen Mitgliedern im Club und sind ganz selbstverständlich mit der alten Maschine gekommen.

Spontan packte ein Oberschopfheimer seine Kinder Matti und Paul in den Begleitwagen seiner Dnepr, einem alten sibirischen Modell, und ab ging es aufs Fest. Der kleine Paul ließ sich von seinem Papa Jürgen auf der Fahrt zum Lendersbach ganz behutsam in den Schlaf schaukeln.

Nach vielen Jahren Regen durften sich die Motorradfreunde Oberrhein auf der Lenderbachwiese dieses Jahr endlich wieder einmal über viel Sonnenschein freuen. Einen Nachteil hatte das schöne Wetter jedoch für die chromblitzenden Motorräder: Durch den ununterbrochen Sonnenschein löste sich eine Staubschicht von dem Lösboden der Wiese und legte sich auf die Maschinen. Doch mit einem herzhaften Pusten löste sie sich dieser auch wieder in Luft auf.

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