Beitritt zum Gemeinde-Verband Oberschopfheim macht den Weg frei

Christine Bohnert-Seidel
Die Mitglieder des CDU-Ortsverbands Oberschopfheim haben dessen Auflösung beschlossen. Foto: Bohnert-Seidel

Politik: CDU-Ortsverband löst sich auf / Nur eine Gegenstimme

Der CDU Ortsverband Oberschopfheim löst sich zum 31. Oktober auf. Das hat die Mitgliederversammlung beschlossen. Damit ist aus dem Ortsteil der Weg frei für einen großen Gemeinde-Verband in Friesenheim.

Oberschopfheim. Mit 18 Stimmen bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme fiel das Votum für die Auflösung in Oberschopfheim deutlich aus. Wiederum 18 Mitglieder sprachen sich für einen Beitritt in den großen CDU-Gemeindeverband aus, zwei stimmten dagegen.

Erinnerungen an die Geschichte, ein Hauch Wehmut, aber auch der Wunsch nach einer starken Zukunft bestimmten die Diskussionen am Abend der Mitgliederversammlung im Ortsverband. Von 30 Mitgliedern kamen 20 in die Auberghalle und besiegelten gemeinsam einen historischen Moment.

Obwohl Ewald Schaubrenner, letzter Vorsitzender des Ortsverbands Oberschopfheim, sichtlich erleichtert war über den starken Rückhalt aus der Versammlung, betonte er zum Schluss: "Es ist nicht einfach für mich, als letzter Verantwortlicher den Schlüssel umzudrehen. Vertrauen wir der Zukunft."

Gemeindeverband will für Jüngere attraktiv sein

Über den bereits bestehenden Gemeindeverband werden Foren oder Betriebsbesichtigungen organisiert. Als eingetragener Verein mit Vertretern aus allen Ortsteilen verspricht sich Schaubrenner eine ideale Plattform, um auch wieder für jüngere Leute attraktiver zu werden. Die Bündelung von Vereinsarbeit sowie die Nutzung digitaler Medien seien weitere positive Aspekte. Dass sich vor allem Ältere schwer tun würden, sei verständlich, aber die CDU brauche eine zeitgemäße Organisation, so Schaubrenner.

Aus Oberschopfheim signalisierten neben Schaubrenner auch Stefanie Dörfler, Lorenz von Haas und Michael Jäckle den Wunsch, im Gemeindeverband Verantwortung zu übernehmen. Letztlich war deren persönliche Zusage einer der Gründe, weshalb die Versammlung ihr nahezu umfassendes "Ja" zur Auflösung des Ortsverbands gegeben hat.

"Warum machen wir unseren Ortsverband nicht attraktiv für junge Leute?", fragte Achim Haag, "Ein großer Gemeindeverband wird nicht per se attraktiv für Jüngere." Wenn der Ortsverband Oberschopfheim keinen Vorstand mehr zusammenbekäme, ließe sich immer noch einem großen Gemeindeverband beitreten, meinte Haag. Franz Lögler konterte, dass sich gemeinsam mehr bewegen lasse und die jungen Menschen kaum das Bedürfnis hätten, einem alten Verein beizutreten. Die CDU brauche vorausschauendes Denken und müsse sich für die Zukunft wappnen und "nicht einfach weiter wursteln".

Größere Verbände bergen für Martin Mussler die Gefahr "die Bodenhaftung zu verlieren" und damit die Gefahr, dass Mitglieder vermehrt austreten. "Wir leben in einer Zeit der Veränderung, die sich auch in unserer Struktur niederschlagen muss", erklärte Willi Ehret. Parteiarbeit finde nicht mehr in Hinterzimmern statt, sondern in sozialen Medien. Dafür brauche es junge engagierte Leute, aber auch Oberschopfheimer, die die Belange des Ortes einbringen. "Eine gute Mischung von Jung und Alt werden wir hinbekommen", versicherte Schaubrenner.

Emanuel Engel, der sich als Vorsitzender für den großen Gemeindeverband Friesenheim zur Wahl stellen wird, erklärte gegenüber der Lahrer Zeitung: "Das ist ein deutliches und mutiges Zeichen aus Oberschopfheim für die Gemeinschaft."

In Oberweier hat der CDU-Ortsverband eine Auflösung und einen Beitritt in den großen Verband mit acht zu vier Stimmen abgelehnt. Dort bleibt der Ortsverband als eigenständiger Verein erhalten. Am 28. September entscheidet der CDU-Ortsverband Schuttern und am 14. Oktober der Ortsverband Friesenheim/Heiligenzell über eine Auflösung mit Beitritt in den Gemeindeverband. Am 29. Oktober ist die Hauptversammlung des Gemeindeverbands mit Justizministerin Marion Gentges.

Am 23. Oktober 1948 wurde der Ortsverband Oberschopfheim gegründet. Folgende Vorsitzenden haben sich für die CDU eingesetzt: Josef Holzenthaler (1948 bis 1963), Josef Bruch (1963 bis 1974), Albrecht Burbach (1974 bis 1988), Franz Lögler (1988 bis 1993), Willi Ehret (1993 bis 2015), Ewald Schaubrenner (2015 bis 2021).

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