Gegen Wohnkomplex in Oberschopfheim Kritik am "Monsterbau" ebbt nicht ab

Großer Wohnkomplex an Ecke Leutkirchstraße und Auerbachstraße geplant

Oberschopfheim - Die Innenortsverdichtung in Oberschopfheim nimmt immer mehr Fahrt auf. Doch das missfällt den Anwohnern und dem Ortschaftsrat. Vor allem ein geplanter Wohnkomplex mit 13 Einheiten in der Leutkirchstraße erregt die Gemüter.

Mehrere Bauanträge sind dem Ortschaftsrat von Oberschopfheim in der jüngsten Sitzung zur Kenntnisnahme vorgelegt worden. Ein Mitspracherecht hat der Rat nicht. Trotzdem sorgten insbesondere zwei Bauanträge für rege Diskussion.

Zum einen soll in der Oberdorfstraße soll hinter einem Versicherungsbüro eine alte Werkstatt abgerissen werden und ein Neubau mit zwei Wohneinheiten sowie den erforderlichen vier Stellplätzen entstehen. In einer Bauvoranfrage wollte der Eigentümer einige Fragen der Bebaubarkeit geklärt wissen. Ortsvorsteher Michael Jäckle ließ vermelden, dass dem Neubau baurechtlich gesehen nichts im Wege stünde. Entstehen soll ein Wohnhaus mit einer Grundfläche von zehn auf elf Metern. Das Bestandsgebäude soll weichen und somit sind für einen Neubau die erforderlichen zwei Stellplätze pro Wohneinheit auszuweisen. Die Gemeinde Friesenheim hat noch vor den Sommerferien eine neue Stellplatzsatzung verabschiedet, die für Neubauten zwei Stellplätze pro Wohneinheit vorschreibt. Die Anfrage erfülle sämtliche Voraussetzungen und dem Neubau stehe nichts entgegen.

So ganz einig ist sich der Ortschaftsrat in der Beurteilung der Anfrage jedoch nicht. Ewald Schaubrenner, (CDU) sagte: "Ehrlich gesagt, habe ich damit wahnsinnige Bauchschmerzen." Obwohl es kein Zustimmungsrecht seitens des Rats gibt, betont Schaubrenner: "Dem will ich nicht zustimmen. Wir sind zwar für Innenverdichtung, aber nicht um jeden Preis." Es handle sich um eine Bebauung im kleinen "Kirchgässle". Künftig sehe er die Autos vorne an der Straße parken. Schaubrenner sprach bezüglich des Parkens von einer "Bequemlichkeit" der Leute das Auto an die Straße zu stellen.

Martin Mussler (FW) sieht das anders. Viele Autos würden auch bei Veranstaltungen hoch zur Kirche fahren. Selbst Traktoren führen dort hoch. Wichtig sei, dass der Platz sinnvoll genutzt wird. Bei vier verpflichtend ausgewiesenen Stellplätzen dürfte das Parken kein Problem sein. Der Altbestand gehöre in diesem Fall weg und eine Umnutzung sei notwendig. Ortsvorsteher Jäckle werde die Bauvoranfrage mit den Kommentaren ans Bauamt weiterreichen.

Zum anderen liegt dem Rat erneut der Bauantrag zum Neubau eines Mehrfamilienkomplexes mit 13 Wohneinheiten in der Leutkirchstraße. Unbekannt ist der Antrag nicht, bereits im Frühjahr wurde er mit 14 Wohneinheiten abgelehnt, weil die Parkplätze nicht ausreichten. Jetzt liefert der Antrag mit 27 Stellplätzen, einem mehr als erforderlich, die Voraussetzung für eine Genehmigung, teilt der Ortsvorsteher mit. 15 Stellplätze sind in einer Tiefgarage geplant und die restlichen zwölf oberirdisch in Garagen und in der Fläche. Das Gebäude füge sich in die Umgebungsbebauung ein. Auch die erforderlichen fünf Meter Abstand zum Bach werden eingehalten. "Die Frist für Einwände ist zum 20. September abgelaufen", erklärte Jäckle. Ein Bürger zeigte sich in der Frageviertelstunde überrascht vom Bauantrag. "Es liegen massive Einwände gegen diesen weiteren ›Monsterbau‹ vor", erklärt dieser und verweist auf das Gebäude, das aktuell in der Leutkirchstraße gegenüber entstehe. Eigentlich gehe es darum einen Bau wie diesen zu verhindern, der sich nicht in die dörfliche Umgebung einfüge. "Die Verdichtung in Oberschopfheim darf nicht so aussehen wie in den Städten", so der Bürger. "Bezüglich der Einwände werde ich auf jeden Fall nochmals nachhaken", versprach Jäckle.

Schon als im Juni bekannt wurde, dass der Wohnkomplex in der Leutkirchstraße geplant ist, kam im Ortschaftsrat Oberschopfheim Kritik auf. Die Räte hatten sich damals schon über das fehlende Mitspracherecht geärgert.

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