Oberschopfheim "Es muss sich etwas ändern"

Zahlreiche Frauen und auch drei Männer sind zur Gesprächsrunde zu "Maria 2.0" nach Oberschopfheim gekommen. Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Oberschopfheim (cbs). "Maria 2.0" – eine Bewegung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland ist auch in Oberschopfheim angekommen. Grundsätzlich gelte: "Katholische Kirche ja, aber es muss sich etwas ändern". Frauen und auch drei Männer haben sich zum Gedankenaustausch getroffen.

Viel Respekt zollten die Frauen den drei Männern in der Runde aus Oberschopfheim, Heiligenzell und Schuttern. Hildegard Gnädig, Vorsitzende der Frauengemeinschaft Oberschopfheim, hat sich mit dem Thema gemeinsam mit Gemeindereferentin Bettina Richter-Klahs, Annette Ehret und Ruth Schneeberger auseinandergesetzt. Grundsätzlich gehe es den Frauen darum, Frauen, den Weg freizumachen zu allen kirchlichen Ämtern, die Aufhebung des Zölibats sowie eine Aufklärung der Missbrauchsfälle.

Die Forderungen der Frauen seien längst überfällig. "Endlich", seufzte Martin Mussler, der als Senior mit seinen 83 Jahren der älteste Gast war. Zu bedenken gab Martina Hamm: "Wenn die Frauen aufhören, in die Kirche zu gehen und zu assistieren, können die paar Männer die Kirche abschließen und heimgehen."

Junge Frauen und Männer haben gefehlt

Annette Ehret hakte weiter nach und zählte auf: "Was geschieht, wenn die Messnerin, Ministrantinnen, Lektorinnen, Organistinnen, Putzteams, Blumenschmückerinnen ihren Dienst versagten." Ein Augenblick des Schweigens legte nahe, dass niemandem dieses Bild gefiele.

"Ich bin froh, dass dieses Thema in einen Ort hineingetragen wird", sagte Roswitha Fischer aus Oberweier in Vertretung für die Frauengemeinschaft Oberweier. Viele Frauen engagierten sich in der katholischen Kirche, hätten studiert und seien nicht gleichberechtigt. Die Frau zeigte sich in der Kirche bisher nur für die "niederen Dienste" zuständig.

Richter-Klahs beleuchtete das Thema von biblischer Seite: Maria, Susanna, Johanna, Maria Magdalena – viele Frauen folgten Jesus auf seinem Weg. "Jesus hat Maria zur Verkündigung geschickt. In der Bibel komme demnach der Aufbruch von der Frau und nicht von den Männern", so Richter-Klahs. Auffallend war, dass vor allem junge Frauen und Männer in der Gesprächsrunde fehlten. Ob mit "Maria 2.0" der massive Drang von jungen Menschen zum Austritt aus der Kirche aufgehalten werden kann, bleibt offen. "Wenn nochmal 30 Jahre auf Veränderungen gewartet werden muss, dann sind die Kirchen bis dahin leer", so die Einschätzung.

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