Oberschopfheim Bald gibt’s wieder frischen Apfelsaft

Oberschopfheim - Mehr als 600 Kilo Äpfel konnten zwölf fleißige Helfer vergangene Woche auf dem Tina-Gelände ernten. Davon dürften rund 500 Liter Apfelsaft zu keltern sein, schätzen die Mitglieder. Der Erlös aus dem Saft-Verkauf fließt in eigene Projekte.

600 Kilogramm Äpfel geerntet 

Die Apfelernte brachte vergangene Woche zwölf naturbegeisterte Menschen nach Oberschopfheim. Unter den fleißigen Erntehelfern war auch Ingrid Kupfer aus Oberschopfheim. "Ich habe Zeit bis um 11 Uhr", sagt die Rentnerin, als sie an der Obstwiese ankommt.

Zum Pflücken bringt sie aber keinen Korb mit. Warum? Lachend schaut sie an ihrem übergroßen T-Shirt hinunter. Eigentlich habe das weiß-graue Shirt mit einigen Löchern seine besten Zeiten schon hinter sich, gibt Kupfer zu. Aber: "So brauche ich keinen Schurz und keinen Korb", scherzt die Oberschopfheimerin. In ihrem T-Shirt sammelt sie so viele Äpfel, dass die erste Kiste im Handumdrehen gefüllt sind. Ingrid Kupfer arbeitet im Akkord. In zwei Stunden sind von ihr sieben große Kisten gefüllt.

Der zweijährige Finn will die Äpfel am liebsten gleich essen

Ein Schwätzle gibt es bei ihr nur direkt bei der Arbeit. Aufheben und Erzählen das geht nebenbei. Ihre Unterstützung bei "Tina" orientiert sich an der Idee zum Erhalt von natürlichem Lebensraum.

Josef Burbach, Vorsitzender des Vereins, ist dankbar für die vielen Helfer. Ihm zur Seite stehen an diesem Morgen auch Matteo und Jette. Genauso gern wie das Füllen der Körbe übernehmen die Zwillinge die Aufsicht von Finn. Er zählt mit seinen zweieinhalb Jahren zu den jüngsten Mitgliedern im Verein Tier und Natur (Tina). Für den jungen Mann gilt das Motto:, Erst einmal müssen die Äpfel probiert werden, bevor sie dann in die großen Körbe sortiert werden.

"In diesem Jahr sind die Äpfel wieder sehr schön", stellt Erntehelferin Simone Eichner-Eller strahlend fest. Am Aussehen der Äpfel ist Finn aber nicht interessiert. Er liebt es mit dem Apfel in der Hand von Baum zu Baum zu eilen, kurz reinzubeißen und weiter zu eilen. Mit Matteo zusammen inspiziert er den Teich, schaut noch kurz bei den Kräutern vorbei und freut sich über den Lärm des Hochmähers. Es ist die erste Apfelernte in diesem Jahr.

Bei den Apfelsorten handelt es sich um alte Obstbaumsorten. Namen wie Brettacher, Dundenheimer Schätzler, Grafensteiner oder Boskop machen die Runde. An diesem Samstag nimmt sich die Gruppe nur die Wiese rund um den Tina-Stützpunkt vor.

Saft wird ausschließlich aus Äpfeln vom Tina-Gelände zubereitet

Wie viel Bäume auf der Wiese stehen, wissen die Tina-Mitglieder nicht. Wichtig ist für sie die Ausbeute mit mehr als 600 Kilo. Davon dürften gut 500 Liter Saft zu keltern sein, schätzen die Tina-Mitglieder. Das besondere am "Tina-Saft" ist, dass dieser ausschließlich aus den Früchten rund um das Gelände zubereitet wird. Einnahmen über den Verkauf des Saftes werden in weitere "Tina-Projekte" investiert, erzählen die Mitglieder.

Und wenn der Saft dann einmal hergestellt ist, wird sicher auch der kleine Finn davon probieren dürfen.

Wo der "Tina-Apfelsaft" demnächst zu bekommen ist, wird noch bekanntgegeben werden. Die Einnahmen fließen in weitere "Tina-Projekte". Dazu gehört auch der "Tina-Pfad" in Friesenheim, der zu jeder Jahreszeit besucht werden kann.

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