Oberschopfheim Aufsteiger spielt die Liga schwindelig

Nach dem fünften Spieltag führt der Aufsteiger SV Oberschopfheim überraschend die Bezirksliga an. Vor allem den Abgang von Torjäger Yannic Priéto zum SC Lahr hat die Elf von Trainer Sebastian Bruch dabei gut kompensieren können.

"Yannic Priéto ist wieder zurück beim SV Oberschopfheim". Am Sonntagnachmittag war Oberschopfheims Top-Torjäger der letzten Jahre plötzlich wieder zurück im Kreis der SVO-Familie – wobei so ganz im Kreis, den die Spieler nach dem Schlusspfiff beim berauschenden 6:0-Erfolg gegen Rammersweier um Trainer Sebastian Bruch gebildet hatten, stand der Friesenheimer dann doch nicht. Eher ein paar Meter daneben. Priéto, der vor der Saison aus Oberschopfheim zum Verbandsligisten SC Lahr gewechselt war, war schließlich nur gekommen, um seinen ehemaligen Mitspielern beim Kicken zuzusehen und hatte nicht vor, diese nach getaner Arbeit bei ihrer absolut verdienten Lobesrede ihres Trainers zu stören. Ehre, wem Ehre gebührt. Doch wenig später erkundigten sich auch die ehemaligen Mitspieler artig bei Priéto, wie denn die Partie seines neuen Clubs in Auggen gelaufen sei, wo der Sportclub trotz guter Leistung inklusive Priéto-Tor mit 1:2 unterlegen war. Vier Tore hat der 26-Jährige bereits in erster und zweiter Mannschaft sowie im Pokal für seinen neuen Verein erzielt – damit knüpft der Friesenheimer nahtlos an seine Leistung im SVO-Dress an. Und auch wenn man sich beim SVO natürlich über die regelmäßigen Besuche Priétos bei den Heimspielen freut ("Ich komme noch häufig vorbei. Zum Glück laufen unsere Spiele mit dem SC Lahr ja meistens nicht parallel"), so richtig vermissen tut man den Torjäger zumindest auf dem Spielfeld derzeit nicht. Mit zwölf Punkten und einem überragenden Torverhältnis von 19:4 steht die Bruch-Elf nach fünf Tagen ganz oben in der Tabelle. Und das als Aufsteiger.

Dimitri Holm als starker Ersatz im Sturm

Vor allem Neuzugang Dimitri Holm, der vom SC Lahr nach Oberschopfheim wechselte und gewissermaßen mit Priéto den Platz tauschte, ist es zu verdanken, dass die SVO-Torfabrik weiterhin wie am Fließband läuft. Sechs Treffer hat der 33-Jährige bereits für seinen neuen Arbeitgeber erzielt. Eine Quote, die auch sein Trainer zu schätzen weiß: "Mit Dimitri haben wir einen echten Knipser mit Erfahrung dazubekommen", sagt Bruch, der dennoch keinen einzelnen Akteur hervorheben will: "Wir sind eine eingeschworene Truppe. Und nach dem Abgang von Yannic verteilt sich die Verantwortung jetzt, vor allem vorne, auf mehrere Schultern."

Doch Bruch, der seit sechs Jahren als Trainer mit der ersten Mannschaft des SVO durch dick und dünn geht, weiß den momentanen Erfolg einzuordnen – vom Aufstieg träume in Oberschopfheim niemand. "Das ist eine schöne Momentaufnahme, über die wir uns wirklich freuen. Aber wir wissen aus der Vergangenheit, dass es auch ganz schnell wieder in die andere Richtung gehen kann. Deshalb geht es bei uns auch weiterhin nur um den Klassenerhalt und wir sammeln jetzt die Punkte, um nicht mehr unten reinzurutschen", hält der 35-jährige gebürtige Oberschopfheimer den Ball flach.

  • Bewertung
    2