Oberachern holt den Pokal 2000 Zuschauer feiern Fußballfest beim Finale in Lahr

Janosch Lübke und Alexander Blessing

Das Verbandspokal-Finale in Lahr war am Samstagmittag eine Fußballparty bei Kaiserwetter. 2075 Fans waren an die Dammenmühle gekommen und sahen einen klaren Erfolg des SV Oberachern.

Lahr - Der Wunsch im Vorfeld war klar: Möglichst oft sollte es beim Finale des SBFV-Pokals "Tor in Lahr" heißen. Denn dann kam die Stadt groß raus, weil in der Live-Konferenz der ARD beim "Finaltag der Amateure" an die Dammenmühle geschaltet wurde. Es hätten mehr Tore zwischen dem SV Oberachern und der DJK Donaueschingen sein können. Das 2:0 für Oberachern brachte Lahr immerhin zweimal ins bundesweite Rampenlicht.

Für das Mega-Event war natürlich auch das Personal des SC Lahr voll eingespannt. Auch die Jugend musste helfen. "Die A- und B-Junioren unterstützen bei der Einlasskontrolle. Die C-Junioren machen die Balljungen", so Stefan Wölfle, Jugendleiter des SCL, vor dem Anpfiff. Insgesamt seien, so Wölfe, rund 100 Helfer am großen Finaltag vom SC Lahr gestellt worden. "Die Sonnencreme liegt bereit. Bei so einem Wetter ist so ein Spiel absolut genial", so Wölfle voller Vorfreude auf den Anpfiff.

Sportlicher Leiter sieht im Spiel ein gutes Omen

Auch Petro Müller, Sportlicher Leiter des SC Lahr, freute sich über die Fußballparty auf dem eigenen Rasen – wenn auch mit etwas Wehmut. "Es ist schon schade, dass wir heute nicht selbst im Finale spielen. Aber als wir 2018 Ausrichter waren, kamen wir im Jahr dadrauf ins Halbfinale. Also ist das heute vielleicht ein gutes Omen", so Müllers Hoffnung. Frank Müller, Vorsitzender des SCL, wollte vor Anpfiff "nicht viel über die Organisation im Vorfeld" reden. "Ich hoffe, dass wir ein gutes Spiel sehen."

Der Favorit aus Oberachern nahm gleich zu Beginn das Heft in die Hand und wurde seiner Rolle damit gerecht. Die DJK stand sehr kompakt und lauerte auf Konter. Sobald sie den Ball gewannen, versuchten sie schnell umzuschalten und mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken. In der 15. Minute kamen sie so zu einer guten Chance. Mit einem 0:0 ging es in die Pause.

Einige Fans wollen nach Abpfiff auf den Platz

Nach dem Wechsel hatte der SVO eine Großchance nach eigener Ecke und ein Tor lag mehr und mehr in der Luft. Die DJK begann defensiv zu schwimmen. In der 58. Minute erzielte Rachid Gueddin das überfällige 1:0 für den SVO. Fortan waren die SVOler noch druckvoller und drückten auf den zweiten Treffer, der schließlich durch das Eigentor von Tobias Wild gelang (67.). Am Ende war es ein verdienter Pokalsieg für den Favoriten aus Oberachern, der den Pott zum ersten Mal holte und nun in der ersten Runde des DFB-Pokals mitmischt. "Es wäre ein Traum, wenn Freiburg heute Abend gewinnt und wir dann gegen den amtierenden DFB-Pokalsieger ran dürfen", so SVO-Coach Fabian Himmel bei der feierlichen Pokalübergabe am Samstagnachmittag vor dem Duell des SCF gegen RB Leipzig in Berlin.

Die Fans beider Lager gaben auf den vollen Rängen der Dammenmühle alles. Pyrotechnik wurde gezündet, in der DJK-Kurve flog vor Anpfiff das Konfetti durch die Luft und nach Abpfiff versuchten einige SVO-Fans auf den Platz zu stürmen. Der Sicherheitsdienst behielt die Lage aber im Griff.

Mitten unter den Zuschauern war auch Lahrs OB Markus Ibert, der in der Halbzeit betonte, was jedem neutralen Zuschauer an diesem Fußball-Feiertag aufgefallen sein müsste. "Dieses Event ist super für das Image der Stadt Lahr. Auch das Landesturnfest trägt seinen Beitrag dazu bei. Das ist eine Motivation für die Zuschauer: Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, die dem eigenen Sporttreiben im Wege stehen", so Ibert, bevor er sich für eine Stadionwurst einreihte.

Die Fans des SV Oberachern hatten nach dem Triumph nur noch ein Ziel: "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!", schallte es von den Rängen. Abseits der großen Pokalparty in der Hauptstadt hatte das "kleine" Finale in Lahr allerdings so viel geboten, dass es sich vor dem großen Endspiel nicht zu verstecken brauchte.

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