Notfallplan in Ettenheim Im Winter gibt es in den Sporthallen nur noch kaltes Wasser

Klaus Schade
Auch in der neuen Münchgrundhalle wird ab Herbst nur kaltes Wasser aus den Hähnen fließen. Foto: Göpfert

Die Stadt Ettenheim erarbeitet ein Maßnahmenkonzept, wie sie auf die jeweilige Situation der Gasversorgung reagieren kann. Ein Teil des Plans sieht vor, dass es in den öffentlichen Einrichtungen ab Herbst nur noch kaltes Leitungswasser gibt.

Ettenheim - Die allermeisten öffentlichen Gebäude der Gesamtstadt beziehen ihre Energie aus Gas. Die hilfreichen und notwendigen Maßnahmen im Falle von Gasknappheit sind in einem stufigen Notfallplan von A bis C aufgelistet, wie Bauamtsleiter Markus Schoor in der letzten Gemeinderatsitzung vor der Sommerpause erklärte.

"Wir wollen keine Panik machen", erklärte Bürgermeister Bruno Metz einleitend. Es sei indes Gebot der Stunde, sich mit Verantwortungsbewusstsein auf die zu erwartenden Engpässe bei der Gasversorgung einzustellen. Dabei komme der Stadt zugute, dass sie schon seit langem Einsparpotenziale bei der Energieversorgung prüfe und realisiere.

Bauamtsleiter Schoor gab einen Einblick in den bisherigen, auch mit dem städtischen Klimaschutzmanager Udo Benz erarbeiteten Maßnahmenkatalog. So werde in allen öffentlichen Gebäuden und städtischen Einrichtungen, auch in Sporthallen, vom Herbst an nur noch Kaltwasser fließen.

Zu klären sei noch eine praktikable Lösung in den Kindergärten. "Es geht dann ein Stück weit an unsere Bequemlichkeit", räumte Metz ein, dafür erziele man dadurch Einsparpotenziale bis zu 30 Prozent. Beate Kostanzer fragte nach Alternativmöglichkeiten wie Solarthermie in Kitas oder Sozialbauten. Ob am Ende ein denkbares Szenario die Rückkehr zum früheren Volksbad stehen könnte, stellte Thomas Dees als Frage in den Raum. "Man sollte grundsätzlich nichts ausschließen", so der Tenor der Aussprache, auch nicht die Notwendigkeit von vorübergehenden Hallenschließungen, wenngleich man natürlich hoffe, dass dies nicht nötig werde.

Unnötige Beleuchtung wird abgeschaltet

Aus dem Gemeinderat heraus wurde auch nach Stromsparmöglichkeiten gefragt: bei der Beleuchtung von Gebäuden, Wegen oder Straßen. Wo Sicherheitsvorgaben keine Beleuchtung erforderten, sei eine solche bereits abgeschaltet, so Metz. Auch Klimaanlagen – in Kindergärten oder Schulen beispielsweise – würden auf den Prüfstand gestellt.

Von Wolfgang Kratt auf den bisherigen Konflikt Denkmalschutz und zeitgemäße Energiegewinnung (Stichwort: Photovoltaikanlagen in der Innenstadt) angesprochen, signalisierte Bürgermeister Metz, dass sich auch dort Bewegung in den bisher starren Vorgaben abzeichne.

"Wir werden uns mit dem Thema Notfallplan Gasversorgung und Energieeinsparmöglichkeiten sicherlich nicht zum letzten Mal hier im Gemeinderat befasst haben", erklärte Sitzungsleiter Metz am Ende einer angeregten Diskussionsrunde und Ideenbörse unter den gewählten Bürgervertretern.

Auch Bürger sollen sparen

Thomas Breyer-Mayländer regte an, die städtischen Maßnahmen bewusst öffentlich zu kommunizieren, um die Bürger dadurch zu animieren, sich im eigenen Bereich nach Einsparmöglichkeiten Gedanken zu machen. Beate Kostanzer schlug einen Ideen-Wettbewerb innerhalb der Bevölkerung vor. Gleich zweimal wurde aus dem Gemeinderat heraus angeregt, nach Einsparpotenzialen auch in anderen Bereichen zu suchen: beim Strom (Klaus Vögele) und Wasser (Carina Kratt).

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