Nordweil Trotz Maske schöne Haut bekommen

Die richtige Pflege kann dabei helfen, roten und juckenden Ausschlag, der durch das Tragen der Maske entstehen kann, in den Griff zu bekommen. Foto: Christin Klose/dpa

Nordweil - Wer häufig Maske tragen muss, klagt oft über rötlichen und juckenden Hautausschlag. Kosmetikerin Melanie Meiritz vom Institut "Queen of Cream" in Nordweil erklärt, warum das so ist und welche besondere Pflege die Haut in Corona-Zeiten braucht.

Frau Meiritz, warum haben manche Menschen durch die Maske Hautprobleme, die sie vorher nicht hatten?

Für das Entstehen der sogenannten Maskne – das ist ein Schachtelwort aus Maske und Akne – sind zwei Faktoren ausschlaggebend. Zum einen tritt dort, wo die Maske aufliegt, mechanische Reizungen auf. Bei einer FFP2-Maske ist das vor allem an der Nase, den Wangen und dem Kinn.

Da die Gesichtshaut dort sehr empfindlich ist, wird durch diese Reibung die Hautbarriere geschädigt. Es kommt zu kleinen Rissen in der obersten Hautschicht. Durch diese kleinen Verletzungen können dann Bakterien und Keime eindringen.

Zum anderen begünstigt das feuchtwarme Milieu unter der Maske das Ganze noch: Die Hornschicht der Haut quillt auf, es kommt zu Barriereschäden und Unreinheiten. Durch diese beiden Faktoren reizt sich die Haut, sodass es dauerhaft zu Pappeln, Pusteln, Pickeln, Ausschlag oder Dermatitis kommen kann – auch bekannt als die sogenannte Stewardessen-Krankheit.

Wie viele Ihrer Kunden leiden unter der Maskne und wie schnell wird man sie wieder los?

Etwa 30 bis 40 Prozent meiner Kunden sind in unterschiedlichen Ausprägungen davon betroffen – von leicht- bis hochentzündlich. Oftmals bildet die Maskne sich bereits zurück, sobald man die Maske weniger trägt. Es gibt auch Fälle, wo das nicht so ist – und das ist dann keinesfalls nur ein kosmetisches Problem: Die Haut ist entzündet, juckt und verursacht Schmerzen.

Im Extremfall kann es sogar zu Verunreinigungen im Blutkreislauf kommen. Doch davon abgesehen: Selbst, wenn die Leute "nur" an ihrem Aussehen leiden, ist das ein Grund einzugreifen, denn das Gesicht sieht man immer: Die Leute können ja schlecht für den Rest der Pandemie mit einer Tüte über dem Kopf herumlaufen!

Was empfehlen Sie also, um Maskne zu vermeiden?

Der erste Schritt ist die Prävention. Man sollte die Maske regelmäßig wechseln. Bereits nach 20 Minuten Dauertragen ist diese durchfeuchtet und sollte getauscht werden. Stoffmasken sollte man regelmäßig und mit einem schonenden Waschmittel waschen – ohne Weichspüler.

Zudem ist eine gründliche Reinigung des Gesichts wichtig – damit fängt jede Hautpflege an. Und auch die Hände sollte man öfters waschen, damit durch sie keine Viren oder Bakterien ans Gesicht kommen. Und man sollte, auch wenn es schwer ist, vermeiden, die entzündeten Stellen zu berühren.

Und wie sieht es mit Make-up aus?

Das sollte man am besten ganz vermeiden, wenn man Maske trägt, denn es verschmiert unter der Maske und verschließt so die Poren, wodurch es zu Hautunreinheiten kommt. Das bekommt man dann auch mit einer normalen Reinigung außerhalb eines Studios nicht mehr so einfach weg. Besonders sollte man es vermeiden, Produkt mit Parabenen, Paraffinen oder Mineralölen aufzutragen. Ansonsten rate ich zu einer hautidentischen Pflege.

Was ist das?

Die Schutzschicht der Haut bildet eine lamellenartige Struktur. Die Hydro-Lipid-Barriere ist dabei eine Schutzbarriere, die sie vor Keimen schützt und geschmeidig und glatt hält. Rückt man ihr mit Öl und Wasser zu Leibe, findet dort keine Reparatur statt, da diese Stoffe als körperfremd wahrgenommen werden und so nicht tief genug eindringen. Eine lamellenartige Cremestruktur mit hautähnlichen Lipiden werden hingegen nicht als störend wahrgenommen und helfen so gegen Reizung und Feuchtigkeitsverlust. Zudem sollte man auf reine Produkte setzen, dass heißt Cremes ohne Mikroplastik, Farb- und Duftstoffe, Weichmacher oder tierische Wirkstoffe.

Wie sieht sie also aus, die perfekte Pflege?

Sie hat vier Schritte – und man muss darauf achten, dass die Produkte, die man für diese verwendet, aufeinander abgestimmt sind. Gestartet werden sollte mit einer Reinigung. Denn bevor man etwas aufs Gesicht aufträgt, müssen die Verschmutzungen erst einmal runter.

Dafür empfehle ich einen Reinigungsschaum mit AHA-Effekt, der mit Peeling-Wirkung sanft reinigt. Glycol, Salicyl- und Milchsäure entfernen Schmutz, Talg und sonstige Zellablagerungen, welche Unreinheiten verursachen. Der zweite Schritt ist das Tonic, das Gesichtswasser.

Es stellt zum einen den natürlichen PH-Wert der Haut wieder her und macht sie so aufnahmebereit. Zum anderen wirkt es beruhigend, durchfeuchtend und klärend. Als nächstes folgt ein Serum, das auf den Hauttyp abgestimmt ist. Im Fall von Maskne könnte das etwa eine "Fluid-Creme", also eine fettfreie Creme für unreine Haut sein. Sie klärt und hilft beim Abheilen. Zu guter Letzt sollte man noch auf eine Creme mit Lichtschutz setzen. Beherzigt man diese vier Schritte morgens und abends, ist das ein guter Weg, damit die Haut wieder ins Gleichgewicht kommt.

Das klingt aufwendig…

Das mag sein. Aber diese zehn Minuten zweimal am Tag sollte man sich selbst wert sein. Mit zwei Quadratmetern ist die Haut immerhin unser größtes Organ.

So richtig überzeugt hatte sie aber zunächst kein Produkt auf dem Markt?

Menschen mit Maskne brauchen eine reine und wirkungsvolle Pflege, die zum einen die Haut in intaktem Zustand hält, zum anderen aber auch Reparatursysteme ankurbelt. Man muss also den Sprung zwischen Kosmetik und Medizin schaffen.

Als ich mit meinen herkömmlichen Produkten nicht die Erfolge bei meinen Kunden erzielt hatte, die ich mir wünschte, hatte ich mit einem Labor in München Kontakt aufgenommen, das Dermatologie, Kosmetologie und Chemie verbindet und mich auf Basis modernster wissenschaftlicher Methoden unterstützt hat, Produkte zu entwickeln, die die Ursache – und nicht nur die Folge – kurieren. So habe ich dort mit Dermatologen und Naturwissenschaftlern mit "Skin-Revolution" ein ganz neues Pflegesystem geschaffen, das auch dermatologisch mit sehr gut getestet wurde.

Was ist das Besondere daran?

Durch ein "Carrier-System" dringen Wirkstoffe so tief wie möglich in die Haut ein. Die Cremes imitieren die lamellenartige Struktur der Haut und ihre Inhaltsstoffe sind den Lipiden und Ceramiden der Hydro-Lipid-Barriere sehr ähnlich. Dadurch erkennen die Zellen die Inhaltsstoffe, verbinden sich mit ihnen und reparieren die Haut.

Info

Aktuell sind die Inzidenz-Werte im Landkreis Emmendingen, zu dem Nordweil zählt, stabil unter 100, sodass Melanie Meiritz ihre Kunden persönlich empfangen darf. Für die Zeit, in der sie ihr Institut schließen musste, hatte sie einen speziellen Online- Fragebogen mit Hautkärtchen entwickelt, um so ihre Kunden adäquat beraten zu können. Zu diesen zählen übrigens nicht nur Frauen. "Auch Männer wollen schön aussehen", verrät sie.

  • Bewertung
    0