Nordrach Nordracher Pflegeheim schließt

Das Pflegeheim St. Georg in Nordrach entspricht nicht den aktuellen Baustandards im Land. Foto: Schwendemann Foto: Lahrer Zeitung

Nordrach (red/ma). Das Fachpflegeheim Haus St. Georg in Nordrach wird zum 31. August geschlossen. Das hat der Vorstand der Median-Gruppe in Berlin in dieser Woche entschieden und am Freitag in einer offiziellen Mitteilung bekannt gegeben.

Ebenfalls am Freitag wurden die Beschäftigten der Pflegeeinrichtung für psychisch- und abhängigkeitskranke Menschen informiert. "Gesetzliche Regelungen, die es so nur in Baden-Württemberg gibt, führen dazu, dass wir den Betrieb der Einrichtung einstellen müssen", so André Schmidt, Geschäftsführer von Median, der eigens aus Berlin angereist war. "Die baden-württembergische Landesheimbauverordnung schreibt uns rechtlich vor, dass ab 1. September 2019 nur noch Einzelzimmer belegt werden dürfen", so Schmidt. Das sei in der denkmalgeschützten Immobilie so nicht umzusetzen. Das Land zwinge Median damit zu Umbaumaßnahmen oder sogar zu einem Neubau. "Aber wir sind kein Pflegeheimbetreiber und beides ist mit erheblichen Investitionen verbunden, die wir nicht an die Kostenträger weitergeben können."

97 Bewohner müssen in neues Heim umziehen

Gegenüber den Beschäftigten bedauerte Schmidt das Ende und bat um Verständnis für die Entscheidung. Vier Jahre lang hatte das Unternehmen versucht, eine Sondergenehmigung bei den Behörden des Landkreises zu bekommen, um die therapeutische Arbeit in der bestehenden Konstellation fortsetzen zu können. "Wir waren sogar bereit – entgegen allen guten therapeutischen Überzeugungen – die Belegung des Hauses auf die Hälfte der Bewohner zu reduzieren, um das Haus zu retten", erklärt Schmidt weiter.

"Auch Doppelzimmer sind bei uns vielfach therapeutisch angezeigt. Wir haben das in unseren Gesprächen immer wieder klargemacht. Leider wird es aber für uns von den gesetzlichen Vorgaben keine Ausnahmen geben", erklärt Hans-Jürgen Sobotta, Kaufmännischer Leiter der Einrichtung. Bis in den April hinein hatte der Klinikbetreiber alternativ einen Käufer für das Haus St. Georg gesucht, der es hätte weiter­betreiben können. Aber auch dieser Versuch blieb erfolglos. "Es ist schwer, den Bewohnern die Entscheidung der Heimaufsicht klarzumachen", so Anja Cappeller, Abteilungsleiterin Soziotherapie. Den 97 Bewohnern helfe man nun einen neuen Heimplatz zu finden, für den Umzug komme Median auf. Einem überwiegenden Teil der 35 Mitarbeiter biete das Unternehmen bereits alternative Stellen an.

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