Neuried Zur Begrüßung bekommt der Pfarrer Apfelsaft

Freut sich auf seine Arbeit in Altenheim: der evangelische Pfarrer Gerald Koch. Foto: Bühler Foto: Lahrer Zeitung

Altenheim. Nach längerer Vakanz hat die evangelische Pfarrgemeinde mit Gerald Koch nun endlich wieder einen Seelsorger. Der gebürtige Pforzheimer ist Nachfolger von Michael Ott, der vor zwei Jahren in den Ruhestand gegangen war. Der Gottesmann ist bereits ins Pfarrhaus eingezogen.

"Für mich es wichtig, den Glauben zu leben, den Glauben gut rüberzubringen. Vor allem auch die richtige Sprache zu finden. Denn kirchliche Sprache ist oft recht formelhaft", erklärt Koch bei einem Treffen mit der Lahrer Zeitung. Der neue Pfarrer von Altenheim und Müllen räumt unumwunden ein: "Wenn ich katholisch wäre, hätte mich das Zölibat davon abgehalten, Pfarrer zu werden."

Doch Koch wurde evangelischer Pfarrer und ist seit 1998 mit Laura Skarnulyte verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder. Der 48-Jährige sagt: "Ich bin nicht unbedingt in den Beruf des Pfarrers hineingeboren worden. Meine Eltern haben sich gewundert, haben mir bei meiner Berufswahl aber keine Steine in den Weg gelegt."

Inspiriert Pfarrer zu werden, hätten ihn sein ehemalige Jugendleiter Martin Zilly vom CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) und sein ehemaliger Gemeindepfarrer Wolfgang Brunner. Letzterer habe ihm einst empfohlen, eine Tagung für Abiturienten zwecks Theologiestudium zu besuchen.

Es fruchtete: Nach einem freiwilligen ökologischen Jahr studierte Koch in Tübingen, Jena und Heidelberg Theologie. Anschließend wurde er Lehrvikar in Binzen. Zwischen 2002 und 2004 war Koch Probepfarrer in Furtwangen. Schließlich übernahm er am 27. Dezember 2004 seine erste Pfarrerstelle in Königsbach-Stein. Dort war er 14 Jahre ein angesehener Seelsorger.

Schließlich bewarb er sich gemeinsam mit Pfarrer Peter Schlechtendahl für das vakante Pfarreramt in Altenheim. Nachdem Schlechtendahl zurückzog, wurde Koch ohne Gegenstimme zum neuen Pfarrer von Altenheim gewählt. Koch sagt zu dem Thema: "Ich habe diese Geschichte als sehr schade empfunden. Ich bedauere, dass die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Gudrun Dreyer zurückgetreten ist. Die Vorgänge haben sicherlich die Kirche etwas in einen schlechten Ruf gebracht. Doch jetzt finde ich, sollte man einen Deckel darauf machen."

Ende August ist Koch mit seiner Frau Laura und seinen zwei Kindern ins Pfarrhaus in die Kirchstraße 27 gezogen. Das Pfarrhaus verfügt über sechs Zimmer und wurde vor Kurzem renoviert. "Die Leute freuen sich, dass ich hier bin. Unsere Nachbarn haben uns gleich eine Kiste Apfelsaft gebracht", berichtet Koch.

Am Freitagmorgen nahm der Gottesmann bereits an einer Gesamtlehrerkonferenz teil. Tags zuvor an einem ökumenischen Treffen. Des Weiteren hat er bereits einen Geburtstagsbesuch übernommen. Am vergangenen Wochenende war er Gast beim Dorffest. Offiziell wird Koch am kommenden Dienstag die Pfarrgeschäfte von Axel Malter übernehmen, der in der Zeit der Vakanz Aushilfspfarrer in Altenheim war – zusätzlich zu seiner Haupttätigkeit in Allmannsweier. Bereits am heutigen Montag wird Koch den Schülergottesdienst zum Schulbeginn leiten. Am Samstag, 15. September, ab 18 Uhr den ersten offiziellen Gottesdienst in der Friedenskirche in Altenheim.

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