Neuried Wirtschaftsministerin besucht Ichenheim Classics

Ichenheim - Private Gründe haben ein Mitglied der Landesregierung nach Neuried geführt. Beim Reitturnier Ichenheim Classics hat die Landeswirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut ihre Tochter angefeuert.

"Das Turnier Ichenheim Classics ist eines der führenden Turniere Baden-Württembergs, das großartige Bedingungen für Reiter bietet und einen besonders einnehmenden Charme hat", sagte Hoffmeister-Kraut. Sie war am Sonntag quasi inkognito als Mutter einer reitenden Tochter auf der Waldreitanlage.

Hoffmeister-Kraut kennt das Ichenheimer Turnier gut, war dort als junge Reiterin über viele Jahre in den schweren Dressurprüfungen am Start, zusammen mit ihrer Schwester Angela Kraut, die auch in diesem Jahr teilnahm. Ende der 1980er-, Anfang der 1990er-Jahre sei ihre "Hochzeit" im Sattel gewesen, erinnert sich die Ministerin, die Trägerin des für viele Siege in der schweren Klasse verliehenen Goldenen Reiterabzeichens ist.

Inzwischen sind ihre eigenen Turnierteilnahmen Geschichte. Mit Beginn ihres Studiums und ihrer nachfolgenden Tätigkeit bei einer Investmentbank in London, der Gründung einer Familie mit drei Töchtern und erst recht, seit sie Ministerin ist, fehlt ihr die Zeit. Hoffmeister-Kraut steigt nur noch gelegentlich daheim in den Sattel. "Andere meditieren, um sich zu entspannen, ich kann beim Pferd abschalten, selbst wenn ich bei meinen Töchtern nur zusehe", erzählt sie.

"Ein Pferd gibt einem so viel zurück, das ist eine gegenseitige Bereicherung." Die 2002 geborene Tochter Victoria, die in Ichenheim mit "Mori’s Casalla" einen fünften und einen neunten Platz in L-Springprüfungen holte und im M-Springen nach einem Abwurf Reserve nach den platzierten Reitern war, setzt eine Familientradition fort.

Ganze Familie der Ministerin engagiert sich im Pferdesport

Großvater Günther Kraut zählte zu Lebzeiten zu den erfolgreichsten Pferdezüchtern Deutschlands, seine Frau Frigga, die auch in Ichenheim als Zuschauerin mit dabei war, ritt einst bis zur Klasse M Springen, Tante Angela zählt seit vielen Jahren zur Landesspitze der Dressurreiter.

Der Zusammenhalt in der Familie ist groß, Angela Kraut begleitete ihre Nichte am Donnerstag mit den Pferden nach Ichenheim – abends ging es wieder zurück nach Balingen, damit die begeisterte junge Reiterin am Freitag zur Schule gehen konnte, am Freitag-Nachmittag dann wieder zurück nach Ichenheim. "Ich achte darauf, dass meine Tochter wegen des Reitens nicht die Schule versäumt", sagt die 1972 geborene Nicole Hoffmeister-Kraut. Sie hatte am Samstag ihre Tochter Teresa zum regionalen Turnier in Donaueschingen begleitet, am Sonntag kam sie dann mit ihrem Mann und der jüngsten Tochter, die nicht reitet, sondern turnt, nach Ichenheim.

Dort stand sie selbstverständlich im Stallzelt, wo ihre "Vicky" gerufene Tochter Trense und Gamaschen einpackte und die Schwester Angela ihr Pferd für den Start in der S-Dressurprüfung "St. Georg" richtete, die nebenan auf dem Dressurviereck ausgetragen wurde. "Es ist toll, dass auf der Waldreitanlage in Ichenheim alles so nah beieinander ist und man nur kurze Wege zurücklegen muss", stellte Hoffmeister-Kraut fest. Den Umgang mit Pferden bezeichnet die Ministerin als "eine gute Lebensschule". "Der Reitsport ist für junge Menschen ganz besonders wertvoll. Sie lernen Disziplin und das Übernehmen von Verantwortung für ein Lebewesen. Es ist in der heutigen Zeit sehr wichtig, dass die Jugendlichen lernen, Verantwortung für ihr eigenes Leben und für die Gesellschaft zu übernehmen."

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