Neuried Tobias Uhrich ist neuer Bürgermeister

Neuried - Tobias Uhrich (36) wird neuer Bürgermeister der Gemeinde Neuried. Der Verwaltungsfachmann aus Durbach setzte sich bei der Wahl am Sonntag klar gegen die drei Mitbewerber durch. Er holte 69,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 67 Prozent.

Mit einer klaren Entscheidung bereits im ersten Wahlgang wurde nicht gerechnet

"Ich bin sprachlos und überwältigt, muss ich Ihnen sagen", rief der frischgewählte neue Bürgermeister rund 200 Neuriedern kurz vor 20 Uhr am Sonntagabend in der Herbert-Adam-Halle zu. Es sei ein großer Auftrag, den die Bürger ihm anvertraut hätten, "aber diesen großen Rucksack ziehe ich mir gerne an, für die nächsten acht Jahre oder gerne länger", erklärte Uhrich in seinem Statement.

Der Durbacher holte 3666 Stimmen.Uhrich leitet bisher das Büro des Offenburger Oberbürgermeisters Marco Steffens. Mit einer klaren Entscheidung bereits im ersten Wahlgang war nicht unbedingt gerechnet worden. Auch andere Bürgermeister, die die Wahl verfolgten, waren eher von einem engeren Rennen ausgewonnen. Uhrich folgt auf den verstorbenen Bürgermeister Jochen Fischer.

Jörg Reichenbach zeigte sich mit seinem Abschneiden bei der Wahl recht zufrieden. Er schaffte knapp 16 Prozent, 20 hatte er sich erhofft. Dass die Wahl für Uhrich ausgehen würde, habe er schon gedacht. So bleibe Reichenbach jetzt wenigstens seinem Chef in der Zimmerei in Oberkirch erhalten. Und im Neurieder Gemeinderat werde er natürlich auch weitermachen.

Raphael Jung aus Altenheim war vom Wahlausgang "überrascht". Er hatte mit einem zweiten Durchgang gerechnet und auch mit einem für ihn besseren Abschneiden. Doch er sehe den Ausgang entspannt. "Das hat nicht mein nächster Karriereschritt sein müssen."

 Torsten Mundenast zollt Uhrich größten Respekt und Anerkennung zu. "Das Ergebnis spricht für sich". Der 44-Jährige sah den Wahlkampf als wertvolle Erfahrung, "allein deshalb hat es sich gelohnt, anzutreten." Der Wahlkampf sei stets fair gewesen – "mit meinem Ergebnis kann ich leben". Mundenast hatte sich 7,3 Prozent der Stimmen geholt.

Der stellvertretende Bürgermeister Peter Heuken ist erleichtert über das Ergebnis: "Heimlich hatte ich es schon von Anfang an gehofft", sagt er. Heuken freue sich auf die gemeinsame Arbeit – und auch, dass er nun die Aufgaben, die einst Jochen Fischer hatte, wieder abgeben darf.

Wahl hat durch die Pandemie einen noch größeren logistischen Aufwand gefordert

"Ein saugutes Ergebnis", freut sich Schwanaus Bürgermeister Wolfgang Brucker für Uhrich. Er habe sich schon gedacht, dass es zu einem Endergebnis kommen würde, dass es jedoch so eindeutig ausfällt, damit hätte auch Brucker nicht gerechnet. "Tobias Uhrich hat in den vergangenen Wochen einfach geliefert, er sich dieses Ergebnis wirklich verdient", so der Bürgermeister der Nachbargemeinde. Er freue sich sehr auf die zukünftige Zusammenarbeit.

"Das gute Wahlergebnis ist ein großer Vertrauensbeweis für Tobias Uhrich", sagt Bürgermeisterkollege Matthias Litterst aus dem Schuttertal. Uhrich habe eine tolle Wahlarbeit geleistet. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, besonders im Bürgermeistersprengel", sagte Litterst.

Hauptamtsleiterin Simone Labiche ist "sehr glücklich", dass die Wahl im ersten Wahlgang entschieden wurde. Die Wahl habe durch die Pandemie einen noch größeren logistischen Aufwand gefordert – "auch für die Wähler war es komplizierter als gewohnt". Insbesondere, da sie noch nicht so lange in Neuried arbeitet, ist sie froh, einen verwaltungserfahrenen Menschen als Bürgermeister zu wissen.

Gut 200 Bürger waren vor Ort 

Der Wahlabend war unter Corona-Bedingungen abgelaufen. Anfangs, nach Schließung der Wahllokale, hatten sich nur gut 100 Bürger dort eingefunden, kurz vor Verkündung des Wahlergebnisses waren es dann gut 200, die die Auszählung weit verteilt in der Halle mitverfolgten.

Schon als die ersten Ergebnisse aus den Ortschaften eintrudelten, hatte sich der Trend für Uhrich abgezeichnet. Die Gesichter der anderen Kandidaten hatten sich versteinert, Uhrich hingegen war die Freude anzusehen gewesen.

Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses durch Heuken war Uhrich ans Mikrofon getreten und hatte sich bei den Bürgern, die ihm das Vertrauen ausgesprochen hatten, bedankt. Aber auch ausdrücklich bei all’ jenen, die ihn nicht gewählt hatten. "Ihnen allen reiche ich meine Hand", meinte er.

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