Neuried Seilbahn und Forum am Rhein bereiten große Sorgen

Der Kirchturm in Altenheim wird nun doch beleuchtet. Foto: Archiv Foto: Lahrer Zeitung

Neuried (stu). Die Neurieder Ortsgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat sich in ihrer Novembersitzung zum letzten Mal in diesem Jahr getroffen. Dort fasste sie den Beschluss, die Gemeinde Neuried bei der Organisation der Amphibiensammlung zu unterstützen. Diese werde 2019 vorrausichtlich Anfang März beginnen.

Die Neurieder BUND-Gruppe war überrascht von der vom Europa-Park angedachten Seilbahn über den Rhein. Die Betreiber des Parks werben für dieses Vorhaben mit Hinweisen auf die deutsch-französische Freundschaft, ließen aber unerwähnt, dass dadurch der Besucherdruck auf das Naturschutzgebiet Taubergießen durch unter anderem zu bauende Zufahrts- und Rettungswege erhöht werde. Den dort vorkommenden Pflanzen und Tieren könnte dadurch die Lebensgrundlagen entzogen werden. Die Neurieder Naturschützer befürchten, dass die Tendenz, die Auwälder entlang des Rheins in eine "Event-Landschaft" umzuwandeln, nicht beim Naturschutzgebiet Taubergießen halt macht. Besorgt schauen sie auch zum Forum am Rhein, dass derzeit im Norden Altenheims inmitten eines Vogelschutzgebietes errichtet wird.

Ein weiteres Thema war die Beleuchtung des Altenheimer Kirchturms.

Beleuchtung des Altenheimer Kirchturms könnte Tiere stören

Diese wurde vor einigen Wochen installiert, obwohl der Altenheimer Ortschaftrat im Mai einen entgegengesetzten Beschluss gefasst hatte. Als Gründe gegen eine Turmbeleuchtung wurde in der Ratsitzung neben den Kosten auch eine mögliche Beeinträchtigung der Umwelt genannt. Tatsächlich muss laut Auskunft des Landratsamts Offenburg bei einer Beleuchtung von Türmen geprüft werden, inwieweit artenschutzrechtliche Belange betroffen sind. Das Landratsamt verweist auch auf den Anteil der zunehmenden "Lichtverschmutzung" beim Rückgang von Arten: Nicht nur Zugvögel werden abgelenkt, auch ziehende Fledermausarten können negativ beeinflusst werden. Ob eine artenschutzrechtliche Prüfung für die Beleuchtung des Altenheimer Kirchturmes vorgenommen wurde, ist nicht bekannt.

Abschließend befasste sich die BUND-Gruppe mit dem ab 2019 geltenden Bewirtschaftungsverbot entlang der Fließgewässer zweiter Ordnung. In den dadurch entstehenden fünf Meter breiten Gewässerrandstreifen ist die Umwandlung von Grünland in Ackerland verboten ebenso das Entfernen von standortgerechten Bäumen und Sträuchern und der Umgang mit wassergefährdenden Spritzmitteln. Die BUND-Mitglieder begrüßen diese Regelung. Sie sehen darin einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Wassers, der nicht nur der Natur, sondern vor allem dem Menschen dient.

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