Neuried Sechs Verleihstationen in Neuried

In Neuried soll es künftig die Möglichkeit geben, sich Verkehrsmittel für Fahrten auszuleihen. Foto: Dittrich

Neuried - Die Gemeinde Neuried will sich weiter für den Klimaschutz einsetzen. Geplant werden derzeit Rad- und Autoverleihe. Sechs Stationen soll es künftig in ganz Neuried geben.

Als eine von zehn Kommunen gehört die Gemeinde Neuried dem Mobilitätsnetzwerk Ortenau an. Vor zwei Jahren wurde der Beitrittsbeschluss gefasst, in der jüngsten Sitzung hat sich der Gemeinderat mit Verleihsstationen für Rad und Auto befasst.

Im Rahmen des Netzwerks wurden Workshops gemacht und die teilnehmenden Kommunen haben sich mit verschiedenen Stationen, Stationsgrößen, den Typen und deren Einzugsbereichen befasst. In einer der nächsten Sitzungen wird es Begehungen der potenziellen Standorte geben, bei denen auch die Ortsvorsteher dabei sein werden.

Im zweiten oder dritten Quartal soll, so Tanja Schilli vom Hauptamt, über die Haushaltsmittel und Standorte beschlossen werden. Die Förderungen seien in diesem und im kommenden Jahr beantragt, 2022 soll es dann eine Ausschreibung für die Stationen geben.

Insgesamt 150 Stationen im Ortenaukreis

In drei Ausbaustufen werden die Mobilitätsstationen gebaut, wie Schilli informierte. Ziel hierbei ist es, den Verkehrsanteil an Sharing-Angeboten zu erhöhen und ein gesamtheitliches Mobilitätsangebot in der Region mit einem Netzeffekt zu schaffen.

Insgesamt 150 Stationen sollen in den beteiligten Kommunen errichtet werden, davon sechs in Neuried. Unter der Marke "Einfach Mobil" möchten die Kommunen einheitlich auftreten, um einen Wiedererkennungswert zu schaffen.

Es gibt verschiedene Stationenarten: Von "XS" bis "L". Auswertungen zeigen, so Schilli, dass die kleinsten Stationen, die XS-Stationen, von Menschen im Umkreis von 250 Metern genutzt werden, die L-Stationen haben ein Einzugsgebiet im Umkreis von 700 Metern.

In Neuried sollen im Grundangebot zwei M-Stationen mit einem Carsharing-Fahrzeug und Bikesharing gebaut werden. In Ausbaustufe eins sollen zwei S-Stationen gebaut werden und in Ausbaustufe zwei ist eine XS-Station geplant.

Die laufenden Kosten bezifferte Schilli im Grundangebot auf 16. 200 Euro, die einmaligen Kosten liegen bei 120. 000 Euro. In der Ausbaustufe eins betragen die einmaligen Kosten 75. 000 Euro, die laufenden Kosten erhöhen sich auf 30 .000 Euro. Auf 34. 000 Euro erhöhen sich die laufenden Kosten in Ausbaustufe zwei.

Einige Fragen gab es von Seiten des Rats. Etwa von Heinz Walter, wie die Stationen akzeptiert werden und ob man daraus Rückschlüsse ziehe könnte, wie diese im ländlichen Raum angenommen würden. Mit Zahlen konnte Schilli dies ad hoc jedoch nicht konkret beziffern, sie sicherte zu, die Zahlen nachzuliefern.

Weiter erkundigte sich Walter, ob es auch Ausstiegsmöglichkeiten gebe, wenn die Akzeptanz zu gering sei. Laut Schilli seiein Ausstieg ohne größere Hürden möglich. Für Jochen Strosack sollte der Bedarf stärker in den Blick genommen werden. Er sehe hier die Umsteiger vom ÖPNV als mögliche Nutzer des Sharing-Angebots. "Wir sollten Zahlen haben, wer den Bus nutzt", sagte Strosack. So könne abgeschätzt werden, wie hoch die Nutzung sein könnte.

Hansjörg Hosch befürwortete das zukunftsweisende Projekt, das "auch Geld kosten darf". Er betonte, dass die Gemeinde diesen Schritt gehen sollte, um den ländlichen Raum auszubauen. Auch Axel Fischer schloss sich den Worten Hoschs an. Er sieht die großen Städte im Netzwerk als Zugpferd, von denen Neuried profitieren könnte. Er denke daher derzeit am wenigsten an Austrittsklauseln.

Mit einer Gegenstimme und drei Enthaltungen nahm der Gemeinderat die weiteren Planungen zur Kenntnis.

Standorte

Auch die ersten Planungen zu den Standorten stellte Schilli vor. So sollen diese im Grundangebot in der Lindengasse in Altenheim und in Ichenheim beim Rathaus sein. Die erste Ausbaustufe soll in Müllen beim Mehrzweckhaus, in Dundenheim bei der Lindenfeldhalle und in Schutterzell am Rathaus realisiert werden. Die zweite Ausbaustufe in der Kehler Straße in Altenheim.

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