Neuried Rat: kein weiterer Döner-Imbiss

Angedacht war ein Imbiss sowie eine Cocktail- und Shishabar in das Gebäude der ehemaligen Gaststätte zu setzten. Foto: jle

Ichenheim - Ein Beschluss, der Signalwirkung haben soll, ist das Nein des Neurieder gemeinderats zur Umnutzung des ehemaligen "Adler" in ein Imbiss und eine Cocktail-Shisha-Bar. Einige Räte sehen an dieser Stelle eine dritte Döner-Bude als unpassend.

 

Das wäre der dritte Imbiss seiner Art an der Ichenheimer Hauptstraße. Baurechtlich sei die Umnutzung unbedenklich. Beide Bereiche sollen voneinander getrennt werden und separate Ein- und Ausgänge haben. Der Eingang zur Cocktail- und Shisha-Bar soll von der Adlerstraße aus erfolgen. Der Zugang zum Döner-Imbiss soll von der Hauptstraße erfolgen und barrierefrei ausgebaut werden.

Der Ichenheimer Ortsvorsteher Ralf Wollenbär rief die Bedenken des Ortschaftsrats in Erinnerung. Das Gremium sah Probleme hinsichtlich der Stellplätze und in städtebaulicher Sicht. Ein weiterer Döner-Imbiss sei viel. Lieber hätte das Gremium an dieser Stelle ein Café gesehen. "Wir können nicht zustimmen", sagte Wollenbär. Statt eines Leerstands würde er gerne eine alternative Nutzung zum Döner-Imbiss sehen.

Bedenken äußerte auch Thomas Eble wegen der Stellplätze. Derzeit würden diese im Bereich der Adlerstraße im Kreuzungsbereich nachgewiesen, hierzu müsste ein hoher Bordstein überwunden werden. Klaus Person merkte hierbei an, dass das Gebäude bereits jetzt schon als Gaststätte ausgewiesen sei und die vorgewiesenen Parkplätze ausreichen würden. Ewald Bühler mahnte an, nicht gegen bestehendes Recht zu stimmen: "Wir haben keine Handhabe. Das ist Baurecht." Er stimmte dagegen, etwas abzulehnen, was rechtlich möglich sei und ohnehin errichtet würde. Für Wollenbär sei jedoch die Signalwirkung wichtig. "Wir sollten ein Signal setzen, wieso sitzen wir sonst hier und diskutieren?"

Friedhelm Tscherter sah die Vorgehensweise bei diesen Einrichtungen nicht unproblematisch. An anderer Stelle wurden etwa zwei Tische im Außenbereich genehmigt, nun stünden dort so viele, dass ein Durchkommen auf dem Gehweg mit Kinderwagen kaum möglich sei. Peter Heuken stimmte Wollenbär zu und wollte den Antrag nicht einfach durchwinken. "Der Gemeinderat kann Stellung beziehen und sagen, dass er das aus bestimmten Gründen nicht möchte." Auch für Helmut Roth sei die Ablehnung durch den Gemeinderat ein Signal an das Landratsamt: "ehe es am Ende heißt: ihr habt ja zugestimmt."

Letztlich waren es 15 Räte, die dem Vorhaben eine Absage erteilten, zwei stimmten dafür, zwei Ratsmitglieder enthielten sich der Stimme.

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