Neuried "Projekt ruht vorerst"

Wann es Bohrungen in Neuried geben wird, bleibt auch 2021 vorerst unklar. Foto: Herrenknecht

Neuried - Seit Jahren herrscht Stillstand beim Geothermie-Projekt in Neuried. Immer wieder erntete die Firma, die die Bohrungen plante, Kritik, da sie sich wenig transparent zeigte – das ändert sich auch nicht mit dem neuen Jahr.

Mehrere Male hatte im vergangenen Jahr im benachbarten Elsass die Erde gebebt – auch in der Ortenau war dies zu spüren gewesen. Grund dafür war das Geothermie-Projekt in der Nähe von Straßburg, bei dem das heiße Tiefenwasser als Energiequelle genutzt werden sollte.

Dieses Vorhaben wurde Ende 2020 gestoppt: "Dieses Projekt inmitten eines städtischen Gebiets bietet nicht mehr die unabdingbaren Sicherheitsgarantien und muss deshalb beendet werden", teilte die Präfektur des Départements Bas-Rhin damals mit.

Zu den Gründen hält sich die Aktiengesellschaft bedeckt

Und wie sieht es derweil in Neuried aus? Auch hier sind seit Jahren Bohrungen geplant. Bereits 2013 hatte die Aktiengesellschaft Daldrup und Söhne aus Westfalen eine "Betriebsplanzulassung" von bis zu vier Tiefbohrungen vom Regierungspräsidium (RP) erhalten.

Die Erlaubnis ist Voraussetzung für das Vorhaben. Getan hat sich seither aber nichts mehr. "Wir wollen die notwendigen Unterlagen für eine Neubeantragung im Laufe des Jahres einreichen", erklärte der Pressesprecher von Daldrup und Söhne, Falk von Kriegsheim, im Fe­bruar 2019 gegenüber der LZ.

Die gleiche Aussage hatte es auch bereits 2018 gegeben. Anfang des Jahres 2020 hieß es dann auf Nachfrage: "Die Daldrup und Söhne Aktiengesellschaft hält weiter an dem Projekt ›Geothermie Neuried‹ fest, und wird es weiterentwickeln" – auch im Jahr 2020 ist dann nichts passiert. "Zum Geothermieprojekt Neuried liegen uns aktuell keine Anträge zur Prüfung vor. Die Aktivitäten im Feld ruhen", sagte die Pressesprecherin des Freiburger Regierungspräsidiums, Heike Spannagel.

"Zu Neuried kann ich Ihnen nichts Neues mitteilen. Unverändert ruht das Projekt", sagt auch Pressesprecher Falk von Kriegsheim. Zu den Gründen hält sich die Aktiengesellschaft bedeckt. Es seien derzeit keine belastbaren Rahmenbedingungen gegeben, so Falk von Kriegsheim.

Ob und wann das Geothermie-Projekt wird bleibt weiterhin offen

"Es gibt derzeit keine Impulse für uns, die für eine Investition in Neuried sprechen", fügt er an. Auch nach weiterem "Nachbohren" gibt es keine detaillierteren Informationen. Auch wolle man keine waghalsigen Prognosen aufstellen, wann das Projekt angegangen werde. "Sie werden aber sicherlich noch von uns hören, wir werden rechtzeitig Bürger und Presse informieren", beendet der Pressesprecher das Gespräch.

Dass die Aktiengesellschaft "Daldrup und Söhne" nur wenige Informationen nach außen Preis gibt, das musste auch die Gemeinde Neuried erfahren. Die Ungewissheit, wie es konkret mit den Plänen aussieht, hat immer wieder für harsche Kritik gesorgt: So hatte sich der Gemeinderat im Jahr 2018 dann auch gegen den "Antrag auf bergrechtliche Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme ausgesprochen", weil seitens des Unternehmens keinerlei Kommunikation stattgefunden habe.

"Seither gab es zwei Besuche des Unternehmers in Neuried und zwei Telefongespräche", erklärte im Januar 2020 die Gemeindeverwaltung der LZ. Dabei habe das Unternehmen immer wieder angekündigt, mit der Information der Bevölkerung starten zu wollen.

Bis Anfang 2021 hat sich wieder nichts getan: "Es gibt keine neueren Erkenntnisse und auch keinen Kontakt mit dem Unternehmen Daldrup und Söhne", sagten die beiden stellvertretenden Bürgermeister Ralf Wollenbär und Peter Heuken. Ob und wann das Geothermie-Projekt in Neuried realisiert wird, bleibt weiterhin offen.

Erdbeben

Das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau des Regierungspräsidiums hat auf seiner Homepage eine Seite mit Informationen zu den aktuellen Erdbeben eingerichtet. Zuletzt hat die Erde am 12. Januar um 7.35 Uhr bei Albstadt im Zollernalbkreis gebebt, mit einer Stärke von 1,2 – ein "sehr schwaches Erdbeben". Wer selbst einmal auf die Tabelle sehen möchte, oder sich Infos einholen will, sobald es wieder einmal bebt, kann unter www.lgrb-bw.de nachsehen.

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